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Nur er trifft: Thomas Sperer (Mitte) schießt das einzige Tor für den SV Krün in Höhenrain.

1:0-Sieg ist zu wenig

Aufholjagd ohne Happy End - SV Krün steigt in die A-Klasse ab

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Es hat nicht gereicht. Der SV Krün muss trotz eines 1:0-Sieges in Höhenrain den Gang in die A-Klasse antreten. Die Hypothek aus dem Hinspiel wog zu schwer.

Höhenrain – Tom Mürnseer ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Mit versteinerter Miene steht er an der Seitenlinie des Sportplatzes in Höhenrain. Der Trainer des SV Krün und seine Mannschaft – soeben sind sie in die A-Klasse abgestiegen. Daran ändert auch der 1:0-Sieg im Relegationsrückspiel am Sonntagnachmittag gegen den FSV Höhenrain nichts. Zu groß ist die Hypothek der 0:2-Niederlage im ersten Duell wenige Tage zuvor. Aller Niedergeschlagenheit zum Trotz findet Mürnseer lobende Worte für sein Team. „Ich möchte den Hut vor meinen Jungs ziehen“, betont er angesichts eines engagierten Auftritts der Krüner. „Sie haben gut gespielt, aber es hat halt einfach nicht sollen sein.“

Dass der SVK noch einmal alles versuchen würde, um doch noch in der Kreisklasse zu bleiben, hatte das Team im Vorfeld angekündigt. Denn aufzugeben ist halt nun einmal so gar nicht die Sache der Isartaler. Klar war die Pleite zu Hause schmerzhaft, aber noch war eine Partie zu absolvieren. Ein Relegationsspiel, in dem so viel passieren konnte – was vor zwei Jahren bereits der FC Bad Kohlgrub unter Beweis gestellt hat. Der hatte damals sogar mit 0:3 zu Hause gegen den SV Eberfing verloren, um dann im Rückspiel mit einem 4:1-Erfolg doch noch die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Gute Stimmung beim Aufwärmen

Eine ähnliche Auferstehung wollten auch die Krüner feiern – und dementsprechend motiviert präsentierten sie sich schon beim Aufwärmen. Während die Höhenrainer noch in der Kabine waren, tummelten sich die SVK-Kicker bereits auf dem Platz, um sich auf Betriebstemperatur zu bringen. Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Immer wieder sprachen sie sich gegenseitig Mut zu. „Es ist noch alles drin“, schallte es über den Platz. Der Glaube an die Aufholjagd – er war vorhanden.

Mit großer Überzeugung starteten die Krüner in die Partie. Früh liefen sie ihre Gegenspieler an, versuchten Druck aufzubauen. Mit Erfolg. Höhenrain war sichtlich beeindruckt. Vom souveränen Auftreten aus dem Hinspiel war diesmal nichts zu sehen. Nach einer knappen Viertelstunde gab es dann auch die erste Chance für den SVK – doch schaffte es Thomas Albrecht nicht, den Kopfball nach unten zu drücken. Kurz darauf setzte sich Georg Fleyss auf der linken Angriffsseite durch, sein Querpass fand in der Mitte jedoch keinen Abnehmer. Glück hatte zwischen diesen beiden Aktionen Höhenrains Max Feirer, der nach einer Tätlichkeit an der Mittellinie, als er gegen Maximilian Klausner ganz klar nachgetreten hatte, von Schiedsrichter Lukas Rehekampff nur ermahnt wurde. Nachsicht, die der Unparteiische kurz vor Schluss bei Krüns Kevin Hock vermissen ließ und diesen mit glatt Rot vom Feld schickte, weil er sich etwas zu vehement eingesetzt hatte, um den Ball für einen Einwurf zu holen.

Sperer mit dem 1:0

Hock war es auch, der Mitte der ersten Hälfte für die Führung der Gäste hätte sorgen müssen. Nach toller Vorarbeit des starken Dominik Tiefenbrunner stand er völlig frei vor FSV-Keeper Tim Closs, brachte das Leder aber nicht am Schlussmann vorbei. Besser machte es wenig später Thomas Sperer. In ähnlicher Position wie zuvor Hock behielt er die Nerven und schob zum verdienten 1:0 ein.

Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Seiten zunehmend. Es dauerte bis zur Schlussphase, ehe sich die nächsten brenzligen Situationen ergaben. Die hatten es aber in sich. Zunächst zirkelte der eingewechselte Andreas Schmidt einen Freistoß in den Strafraum. Ein FSV-Akteur versuchte den Ball zu klären, zwang mit seinem Kopfball aber den eigenen Torhüter zu einer Glanzparade. Als Martin Ceeh nachsetzte und den Ball in Richtung Tor spitzelte, sahen viele das Spielgerät schon hinter der Linie. Doch das Schiedsrichtergespann war anderer Meinung. Nichts war’s mit dem so wichtigen Ausgleich für den SVK. das Bittere: Krüns verletzter Torhüter Florian Schandl, der in etwa den gleichen Blickwinkel hatte wie der Schiedsrichterassistent, war sicher, „dass der Ball drin war“.

Auch die letzte Chance geht nicht ins Tor

Höhenrains einzige gefährliche Aktion ließ bis in die Nachspielzeit auf sich warten: Ein Freistoß klatschte gegen den Pfosten. Als Schmidt im direkten Gegenzug Krüns letzte Chance vergab, war der Abstieg besiegelt. „Sehr, sehr schade“, sagt Mürnseer, der klarstellt, dass er gerne auch in der A-Klasse die Isartaler trainieren würde. Dass es überhaupt so weit gekommen ist, dass die Krüner in der kommenden Saison eine Liga tiefer antreten müssen, liegt ihm zufolge nicht an der Partie in Höhenrain. Mürnseer betont: „Das haben wir uns die gesamte Saison über eingebrockt.“

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