Rechtliche Schritte? Im Gegensatz zu 18 anderen Vereinen wird sich der SV Uffing um Abteilungsleiter Klaus Staltmeier nicht an einer Klage beteiligen.
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Rechtliche Schritte? Im Gegensatz zu 18 anderen Vereinen wird sich der SV Uffing um Abteilungsleiter Klaus Staltmeier nicht an einer Klage beteiligen.

SV Uffing und SV Ohlstadt akzeptieren Entscheidung

BFV droht Rechtsstreit - 18 Vereine wollen gegen Abstiegsregelung klagen

  • vonArthur Viol
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  • Patrick Hilmes
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Der Streit um den Saisonabbruch durch den BFV kommt einfach nicht zur Ruhe. 18 Vereine wollen nach einem Seminar mit einer Münchner Anwaltskanzlei den Rechtssweg gehen.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Die schier unendliche Saison 2019/20/21 der bayerischen Amateurfußballer wurde vor rund zwei Wochen doch noch beendet. Der Bayerische Fußball-Verband hatte die Vereine nochmals abstimmen lassen – über 80 Prozent nahmen teil, über 71 Prozent davon stimmten für die Variante mit Absteigern. Alles war geregelt – scheinbar. Denn eventuell gibt es noch ein juristisches Nachspiel.

„Die Kanzlei sagt, dass die Aussichten bei einer Klage gut wären“

Klaus Staltmeier vom SV Uffing berichtet vom Online-Seminar einer Münchner Anwaltskanzlei zur Abstiegsregelung.

Mehrere Vereine wehren sich gegen die Abstiegsregelung. In München hat eine Anwaltskanzlei ein Online-Seminar zum Thema veranstaltet und die Beschwerden der Klubs gesammelt. Teilgenommen haben rund 30 Vereine, darunter auch der Kreisliga-Absteiger SV Uffing mit Abteilungsleiter Klaus Staltmeier. „Die Kanzlei sagt, dass die Aussichten bei einer Klage gut wären“, berichtet Staltmeier. Und dennoch hat sich der SVU gegen einen solchen Schritt entschieden. „Wir wollten von Anfang an ja eigentlich nicht klagen. Dabei bleiben wir jetzt auch.“

Das gilt aber nicht für andere Klubs, dem Vernehmen nach sollen es 18 sein, die nun einen Antrag an den BFV gestellt haben. Darin geht es um den Protest gegen die Regelungen zu Auf- und Abstieg in den bayerischen Klassen, deren Grundlage die Verfasser für rechtswidrig halten. Zudem sollen sich weitere Vereine seit der Antragstellung dem Vorhaben angeschlossen haben.

Anwaltskanzlei bezweifelt „rechtliche Verbindlichkeit“ der BFV-Abstimmung - Rechtsstreit vor einen ordentlichen Gericht droht

Doch gibt es überhaupt einen rechtlichen Spielraum angesichts des Umfrageergebnisses? Die Anwälte der Kanzlei Martens erkennen die Abstimmung als Meinungsbild an, „aber ob das rechtliche Verbindlichkeit hat, ist doch sehr fraglich“. Die Kanzlei erwartet nun, dass der BFV dem Antrag der Vereine entspricht. Dann wiederum müsste man alles auf Null stellen, und der Verband sich überlegen, was er mit der Saison 19/21 macht. Die meisten Klubs und die Verbandsseite gehen sicherlich davon aus, dass die Sportgerichte den Antrag ablehnen. Doch eines dürfte klar sein: Ein Zusammenschluss verschiedener Vereine und die Tatsache, dass man alle Verlautbarungen über eine Anwaltskanzlei laufen lässt, kann nur bedeuten, dass es im Falle einer Ablehnung auf juristischer Ebene weiter geht. Das könnte den Gang vor ein ordentliches Gericht bedeuten.

Die Kanzlei hält es für möglich, dass ein solcher Rechtsstreit bis zum Start der kommenden Saison beendet wäre. Mitentscheidend für den BFV könnte sein, wie viele Vereine noch auf den Protestzug aufspringen. Gut 20 klingt angesichts der Tatsache, dass sich Anfang Mai 2973 Vereine an der Umfrage beteiligt hatten, nach nicht allzu vielen. Doch neben dem Antrag der Anwaltskanzlei gibt es laut BFV noch „rund zwei Dutzend Beschwerden“ anderer Mannschaften. Überdies möchten auch noch Teams gegen ihren verhinderten Aufstieg vorgehen. Die wiederum müssten gegebenenfalls andere Argumente vorbringen und Juristen hinzuziehen.

„Wir belassen es jetzt dabei und akzeptieren die Entscheidung“

Florian Müller, Fußball-Abteilungsleiter des SV Ohlstadt.

In Uffing wie auch beim SV Ohlstadt, dessen Zweite Mannschaft aufgrund der Quotientenregelung in die B-Klasse abgestiegen ist, wird man die weiteren Entwicklungen beobachten, sich aber nicht aktiv an ihnen beteiligen. „Wir belassen es jetzt dabei und akzeptieren die Entscheidung“, betont Florian Müller, Abteilungsleiter beim SVO. Dasselbe gilt für die Kicker vom Staffelsee. Dort laufen bereits die Planungen für die kommende Saison – in der Kreisklasse. „Wir werden alles daran setzen, in der nächsten Spielzeit wieder aufzusteigen“, sagt Staltmeier. Und dieses Unterfangen wird nicht mit einem komplett neuen Kader in Angriff genommen. „Es kann sicherlich noch zu Veränderungen kommen, aber es bricht jetzt nicht alles zusammen“, versichert der Abteilungsleiter.

(Patrick Hilmes / Arthur Viol)

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