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Neuer Modus im Kreis Zugspitze – Skepsis überwiegt bei Verantwortlichen: „Ich halte nichts davon“

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Mehr Zuschauer bei Heimspielen? Stefan Lorenz von SG Oberau/Farchant findet lobende Worte für das neue System.
Mehr Zuschauer bei Heimspielen? Stefan Lorenz von SG Oberau/Farchant findet lobende Worte für das neue System. © Andreas Mayr

Der BFV hat im Kreis Zugspitze von der C-Klasse bis zur Kreisliga ein neues Ligensystem eingeführt. Vereinsvertreter finden Kritik am neuen System, einige aber auch lobende Worte.

Garmisch-Partenkirchen – Im Pilotprojekt, das der Fußball-Kreis Zugspitze in dieser Saison umsetzt, ist Halbzeit. Die erste Hälfte der Saison 2022/23 ist absolviert, die Teilnehmer an den Auf- und Abstiegsrunden sind ermittelt. Spannung gab es sicher in etlichen Ligen bis zum Ende in der Frage, wer den Sprung über den Strich noch schafft oder sich eben mit dem Maximum an Bonuspunkten für den zweiten Teil der Saison wappnen muss. Nach Teil eins hat das Tagblatt mit Verantwortlichen der Vereine im Landkreis gesprochen. Lediglich vom VTA Garmisch-Partenkirchen war nach zahlreichen Versuchen kein Vertreter zu sprechen.

SV Eschenlohe

Florian Mayr (Trainer): „Ich halte nichts von dem neuen System. Die Derbys werden verwässert durch die Häufigkeit, ich sehe nicht die sportliche Gerechtigkeit, und auch können wir nicht davon reden, dass mehr Zuschauer am Platz sind. Außerdem weiß bisher keiner so wirklich, wie es in der Abstiegsrunde weitergeht.“

SC Eibsee Grainau

Stefan Elsner (Abteilungsleiter): „Wir haben damals für das System gestimmt, finden es nach wie vor interessant. Man spielt mal gegen andere Mannschaften. Durch die Aufstiegsrunde ist einfach mehr Motivation da. Auch beim ganzen Team merkt man die Vorfreude auf die Aufstiegsrunde. Es ist einfach spannend, dass mal andere Konstellationen als sonst zustande kommen.“

TSV Murnau

Michael Adelwart (Abteilungsleiter): „Im neuen System gibt es keine leichten Phasen, man muss immer abliefern. Was etwas schade ist, dass der Reiz verloren geht, wenn man viermal gegen den gleichen Verein spielt. Auch ist der einzige Faktor, der die Spannung in der A-Klasse hoch gehalten hat, noch der Kampf um die Bonuspunkte gewesen.“

SV Ohlstadt
Mehr Spannung sieht Florian Müller vom SV Ohlstadt. © Oliver Rabuser

SV Ohlstadt

Florian Müller (Abteilungsleiter): „Wir finden das System bis jetzt gut, es ist eindeutig mehr Spannung in jedem Spiel, auch in anderen Ligen wie der Kreisklasse. Dass man so oft gegen die gleichen Mannschaften spielt, finde ich aber nicht ideal. Mehr Zuschauer konnten wir nicht feststellen. Das ist bei uns aber auch Meckern auf hohem Niveau.“

WSV Unterammergau

Leonhard Gansler (Abteilungsleiter): „Der Gedanke an sich ist gut, und es ist wie überall: Einige mögen es, andere nicht. Uns schadet das System sportlich, da wir nach dem alten Modus mit deutlich mehr Punkten in die Rückrunde gegangen wären. Wir konnten jedoch beobachten, dass grundsätzlich mehr Zuschauer zu unseren Spielen gekommen sind.“

TSV Oberammergau

Markus Mayer (Trainer): „Ich war von Anfang an kein großer Fan und bleibe dabei: Früher war es besser. Schwächephasen fallen jetzt mehr ins Gewicht. Die Spiele und die Liga sind zwar lokaler, mehr Zuschauer waren aber zumindest bei uns nicht am Platz.“

FC Megas GAP

Ioannis Hristoforidis (Abteilungsleiter): „Wir finden das System spannend, es ist mal etwas Neues, und es kam uns zugute, da wir jetzt eine zweite Chance bekommen. Bei unseren Heimspielen hatten wir mehr Zuschauer, der Derbyfaktor geht jedoch durch die vielen Spiele verloren. Aus der Mannschaft kamen viele Fragen, wie es denn jetzt überhaupt weiter geht.“

SV Uffing

Nicolas Reising (Abteilungsleiter): „Durch die Derbys fanden wir das Experiment bisher eigentlich recht cool. Auch, dass die Fahrzeiten verkürzt wurden, ist ein netter Effekt. Ob wir mehr Zuschauer hatten, ist schwierig zu sagen. Wir hatten in dieser Saison sowohl positive als auch negative Erfahrungen.“

Wünscht sich das alte System zurück: FC Bad Kohlgrubs-Trainer Oliver Pajonkowski.
Wünscht sich das alte System zurück: FC Bad Kohlgrubs-Trainer Oliver Pajonkowski. © Oliver Rabuser

FC Bad Kohlgrub

Oliver Pajonkowski (Trainer):

„Ich finde, dass es das schlechtere System ist und würde mir lieber wieder das alte wünschen. Die Derbys verlieren einfach ihren Wert, und mehr Fans wurden nicht an die Plätze gelockt. Die Mannschaft sieht das ähnlich, da war das Feedback nicht das beste.“

SV Krün

Stephan Benz (Trainer). „Das System hat Vor- und Nachteile. Man hat zwar mehr Derbys, was etwas komisch ist, da die Begegnungen an Wert verlieren, spart aber auch eindeutig Benzin und Zeit. Zuschauer waren bei uns nicht viel mehr da. Ich glaube, es wäre besser, wenn man nach der Hinrunde wie im Eishockey beispielsweise in einem Playoff-System spielt.“

1. FC Garmisch-Partenkirchen

Sascha Staab (Trainer): „Wir haben zwar unser Ziel erreicht, in die Aufstiegsrunde zu kommen, ich bin dennoch kein Fan. Teilweise hatten wir tatsächlich mehr Zuschauer, das kommt aber – glaube ich – bei uns eher durch die Doppelspieltage mit der Ersten Mannschaft. Das Team hat die Änderung relativ entspannt angenommen.“

FC Mittenwald

Max Tauwald (Trainer): „Zu Beginn war ich recht euphorisch, mittlerweile muss ich sagen, dass ich den Modus früher besser fand. Es ist sehr eintönig, Derbys gibt es eigentlich nicht mehr. Die längeren Wege würden wir auch in Kauf nehmen. Auch bei den Zuschauern hat sich nichts geändert, es sind immer dieselben am Platz.“

Geto Dacii Garmisch-Partenkirchen

Adrian Lazar (Sprecher und Spieler): „Es ist etwas Neues, und wir stehen auf dem ersten Platz, wir sind also nicht unzufrieden. Viele unserer Spieler waren jedoch an das alte System gewöhnt. Dass man so oft gegen die gleichen Mannschaften spielt, finden wir auch nicht ideal. Zuschauer kamen aber eindeutig mehr, vor allem in den beiden Derbys gegen den VTA Garmisch-Partenkirchen. Da war extrem viel los.“

FCK Schlehdorf

Christoph Weidehaas (Sportlicher Leiter): „Ein Fazit ist nicht so einfach. Wir hatten zum Beispiel durch das System bereits in der Vorrunde ein Finale, ob wir in der Aufstiegsrunde spielen oder nicht. Das ist natürlich ein Highlight, das es früher nicht gegeben hätte. Die klassische Liga ist in meinen Augen aber einfach gerechter. Zuschauer hatten wir bis auf das letzte Spiel nicht mehr.“

SG Oberau/Farchant

Stefan Lorenz (Trainer): „Wir hatten ein Happy-end in der Spielrunde, finden das System also recht gut. Auch habe ich den Eindruck, dass mehr Zuschauer zu unseren Heimspielen gekommen sind. Eine weitere gute Sache ist, dass wir durch die vielen Derbys weit weniger Aufwand hatten. Im Team hat das System auch niemanden genervt.“

WSV Unterammergaus Abteilungsleiter Leonhard Gansler ist geteilter Meinung über die Systemänderung.
WSV Unterammergaus Abteilungsleiter Leonhard Gansler bleibt skeptisch, sieht aber Vor- und Nachteile. © ANDREAS MAYR

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