Auch bei Moritz Müller und dem 1. FC Garmisch Partenkirchen kommt der Vorschlag zum Wechselkonzept des BFV gut an.
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Auch bei Moritz Müller und dem 1. FC Garmisch Partenkirchen kommt der Vorschlag zum Wechselkonzept des BFV gut an.

Tischer: „Du planst mit deinem Kader für die komplette Saison und nicht nur für die Hinrunde“

BFV-Wechselkonzept kommt gut an

Es herrscht Stillstand bei den Amateurfußballern. Frühestens ab dem 1. September rollt in Bayern wieder der Ball in den Klassen unterhalb der Profiligen.

VON MARCO BLANCO UCLES

Garmisch-Partenkirchen – Unklar war bisher, wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit dem Thema Transfers im Sommer umgehen würde. Nun hat eine Arbeitsgruppe des Verbands konkrete Vorschläge ausgearbeitet: Wie bisher muss sich ein Spieler bis zum 30. Juni bei seinem Verein abgemeldet haben. Stimmt der Klub dem Wechsel allerdings nicht zu, kann er den betroffenen Kicker für sechs Monate sperren. Ob dieses System umgesetzt wird, entscheidet der BFV am heutigen Donnerstag.

Die Vereine sollen geschützt werden

Das Konzept soll eine Regel-auslegung zum Schutz der Vereine sein. Eines, mit dem Christoph Saller vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen gut leben könnte: „Für die unzufriedenen Spieler ist es eine gute Möglichkeit, sollten sich beide Vereine einig sein“, sagt der Trainer des Landesligisten. Auch Thomas Neumeier, Kollege beim SV Uffing, bewertet den Vorschlag positiv. Allerdings stört er sich daran, wechselwilligen Kickern den Abgang zu verwehren. „Unzufriedene Spieler kannst du nie brauchen.“ Ludwig Hutter teilt diese Meinung: „Einen Spieler zu sperren, ist Schwachsinn! Wenn einer wechseln will, wird er gehen“, sagt der Sportliche Leiter beim Kreisklassen-Spitzenreiter Unterammergau. Skeptisch sieht der Ammertaler den 30. Juni als Stichtag. „Ich denke, das ist zu früh. Wir starten nicht vor dem 1. September in die neue Saison. Daran denken die Spieler momentan doch noch nicht.“

Jan Tischer: „Du planst ja mit deinem Kader für die komplette Saison und nicht nur für die Hinrunde“

Beim SV Ohlstadt kommt der Vorschlag gut an, vor allem die Einschränkung, dass der abgebende Verein zustimmen muss. „Ich finde das positiv. Du planst ja mit deinem Kader für die komplette Saison und nicht nur für die Hinrunde“, sagt Jan Tischer, Coach des Kreisligisten.

Dass es in der Region sehr viele Wechsel geben wird, schließen die Teamverantwortlichen sowieso aus. Saller rechnet nicht damit, dass er sich viele Gedanken zu Ab- oder Zugängen machen muss. Bei der eigenen Mannschaft geht er zum möglichen Neustart im September von einem „nahezu unveränderten“ Kader aus. Das gilt auch für Neumeier vom SVU. „Meines Wissens bleiben alle Spieler hier. Und auch potenzielle Neuzugänge hatten wir bislang nicht ins Auge gefasst.“

Der SV Ohlstadt schert in dieser Hinsicht ein wenig aus: Bis die Coronakrise dem Verein einen Strich durch die Rechnung machte, waren einige Wechsel im Sommer zur „Blutauffrischung“ geplant gewesen. Die Gespräche liegen aktuell auf Eis. „Ohne die Jungs im Training zu sehen, machen Transfers wenig Sinn“, sagt Tischer.

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