Mag nicht mehr: Bojan Stojanovic (r.) läuft künftig in der B-Klasse für Murnaus Reserve auf. foto: andreas mayr

Keine Lust auf Auswechslungen

Bojan Stojanovic spielt vorerst nicht für Murnaus Kreisliga-Team

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Murnau – Am Samstag hat die Reserve des TSV Murnau gegen den FC Megas aus Garmisch-Partenkirchen 0:3 verloren. Das überraschte keinen. Viele sehen die Multi-Kulti-Mannschaft als sicheren Aufsteiger in die A-Klasse. Schiedsrichter Alexander Schmid vermerkte 30 Zuschauer in seinem Spielbericht.

Auch das war nicht ungewöhnlich. Das wirklich Unerwartete bekamen also nur Fußball-Insider und Freunde mit: Bojan Stojanovic, ansonsten Kreisliga-Kicker beim TSV, war mit von der Partie. Mit der Nummer 16 auf dem Rücken zeigte er sein Können in der B-Klasse. Nach dem Spiel legte er Würstl auf den Grill – für die Teamkollegen und seinen Nachwuchs. So verdauten sie gemeinsam die Niederlage ein wenig schneller.

Doch die entscheidende Frage war vielmehr, warum ein Mann seiner Qualität in der zweitniedrigsten Spielklasse aufläuft? Dazu muss man Stojanovic und seine Einstellung zum Fußball kennen. Wichtig ist ihm nicht die Liga, in der er spielt, wichtig ist nur, dass er spielt. Gegen Uffing und Holzkirchen II wechselte ihn Kreisliga-Trainer Tim Schmid jeweils aus. Beide Male war er akut gelb-rot-gefährdet. Doch das war für den Offensivmann kein Argument. Das Spielfeld vor dem Abpfiff verlassen zu müssen – für Stojanovic nur schwer zu ertragen. Seinen Frust äußerte er nach dem 2:1-Erfolg in Holzkirchen. Der Serbe kündigte noch in der Kabine seinen Abschied aus der Ersten Mannschaft an.

Zwei Wochen später hat sich die Lage etwas entspannt. Michael Adelwart, Abteilungsleiter beim TSV, unterhielt sich mit dem Angreifer. Es habe einen „offenen Austausch“ gegeben. Adelwart war um einen „gemeinsamen Weg“ bemüht, den beide Seiten möglichst schnell einschlagen. „Ich suche solche Gespräche frühzeitig“, betont der Spartenchef. Damit die Situation nicht eskaliert. Natürlich könne er Stojanovics Frust aus Sicht eines Sportlers verstehen. „Das ist bei mir am Fußballplatz ja genauso.“ Einen Kicker wie den Bojan, der mit so viel Einsatz und Herz bei der Sache ist, den müsse man mögen. „Von solchen Leuten kann man nur lernen.“

Allerdings – auch das weiß man von seinen früheren Stationen in Unterammergau, Bad Kohlgrub und Ohlstadt, die er allesamt schon nach kurzer Zeit wieder verlassen hatte – hat Stojanovic seinen Stolz, seine Prinzipien und seine Launen. Beizeiten möchte er umgarnt und umsorgt werden. Möglicherweise wäre das Problem nie entstanden, „wenn er mit den Leuten gesprochen hätte“, sagt Adelwart. Stattdessen bockte der 34-Jährige und trainierte mit der Reserve. Nach dem Gespräch, das sehr sachlich abgelaufen sein soll, haben sich Spieler und Abteilungsleiter auf eine Lösung geeinigt: Es liegt alleine an Stojanovic, für welches Murnauer Team er künftig trainiert und aufläuft. Ausgesprochen und abgehakt ist die Aktion in Holzkirchen. „Bojan ist ein Kicker, der entschieden kann, ob er in der Ersten oder Zweiten spielt. Wir wissen, was wir an ihm haben“, betont Adelwart. Auf jeden Fall bleibe er „zu 100 Prozent beim TSV Murnau“, stellt der Spartenchef klar –alleine schon weil Adelwart „so einen positiven Typen“ nicht verlieren möchte.

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