Christoph Sallerhofft, dass es bald weiter geht.
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Christoph Sallerhofft, dass es bald weiter geht.

1. FC Garmisch-Partenkirchen-Coach zur Einstellung des Spielbetriebs

Saller: Derart gravierender Beschluss eine „zweischneidige Sache“

  • vonOliver Rabuser
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1. FC Garmisch-Partenkirchen-Coach Christoph Saller zur Einstellung des Spielbetriebs. „Wir hatten eine gute Vorbereitung und haben auf das erste Heimspiel seit vier Monaten gebrannt.“

Garmisch-Partenkirchen – An Tragweite fehlt es der Entscheidung des Bayerischen Fußballverbandes nicht. Bis einschließlich 23. März bleiben Plätze und Zuschauerränge in der Region leer. Überall und ausnahmslos. Präzise fallen vorerst zwei Landesliga- und ein kompletter Kreisspieltag dem Corona-Virus, respektive dessen ungeklärten Auswirkungen zum Opfer.

Für den 1. FC Garmisch-Partenkirchen eine bedauerliche Entscheidung, hätte der Landesligist doch nach dem 2:1-Auftakterfolg in Gilching einen wichtigen Schritt zum ohnehin mehr als wahrscheinlichen Klassenerhalt gehen können. „Rein sportlich sehr schade“, kommentiert Christoph Saller die Verbandsvorgaben. Noch am vergangenen Donnerstag bereitete sich das FC-Team konzentriert auf die Partie gegen den VfB Durach vor. „Da war noch nichts klar“, sagt der FC-Trainer. Zu gerne hätte er sein Team auf den Aufsteiger aus dem Allgäu losgelassen. „Wir hatten eine gute Vorbereitung, sind gut drauf und haben auf das erste Heimspiel seit vier Monaten gebrannt.“ Dass die Absage ob der Entwicklungen andernorts absehbar, war dem Fußballlehrer natürlich auch klar. Dennoch sei ein derart gravierender Beschluss für den 46-Jährigen eine „zweischneidige Sache“.

Den Spielplan aufgrund des öffentlichen Drucks für 14 Tage auszusetzen, hält Saller für richtig. „Der Staat muss Grenzen setzen, der Verband steht in der Pflicht.“ Der FC-Coach glaubt, die Verantwortlichen wollen durch diese Maßnahmen Zeit gewinnen, nachdem die Öffentlichkeit zuletzt kaum mehr andere Themen kannte und der Verlauf des Virus noch nicht abschätzbar ist. Nimmt die Dynamik aber wieder ab und ist zu erkennen, dass „alles halbwegs passt“, hofft Saller auf eine ähnlich rasche Rückkehr zur Normalität. „Zwei englische Wochen wären für uns überhaupt kein Problem.“ Schwierig werde es nur, sollte der Spielbetrieb über den März hinaus zum Erliegen kommen. Dann nämlich passe im Kontext von Menschenaufläufen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einkaufszentren die Verhältnismäßigkeit nicht mehr. „Wo fängt man an, wo hört man auf?“, fragt er. „Ein Fußballspiel ist weit ungefährlicher.“ Dass die ganze Situation auch für die Entscheidungsträger nicht einfach ist, ist Saller natürlich auch klar.

Mit der von Seiten der Politik und Medizin verbreiteten Hysterie vermag der Coach ohnehin wenig anzufangen. Entscheidungen müssten mit „Sinn und Verstand“ getroffen werden, da die Gesellschaft „Normalität und Alltag“ brauche. 

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