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Party-Drachen: Murnaus Siegtorschütze Benedikt Hausmann (Mitte) mit Felix Schürgers (l.) und Maximilian Giglberger.

Der „Kapitano“ macht es gegen den SV Uffing

Benedikt Hausmann schießt TSV Murnau in der 88. Minute zum Derbysieg

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Das Derby zwischen Murnau und Uffing ist deshalb so unterhaltsam, weil es mehr als drei Punkte zu gewinnen gibt.

VON ANDREAS MAYR

MurnauBeide Nachbarn streiten nebenbei um die Vormachtstellung am Staffelsee, um den Titel für die besten Fans und um das Recht, sich im nächsten halben Jahr bei jeder Gelegenheit aufziehen zu dürfen.

Den Sieg in der wichtigsten Kategorie ging an den TSV Murnau, der 3:2 gewann. In den legendären Relegationsduellen gegen Uffing vor einem Jahr haben die Fußballer einen Fangesang kreiert, der Kultstatus erlangt hat, weil er die Nicht-Abstiegs-Shirts der Murnauer ziert: „Die Nummer eins am See sind wir“, brüllten sie in den Nachthimmel. Selbst Benedikt Hausmann riss die Arme hoch, von Natur aus ein eher ruhiger Artgenosse. Aber ein solches Feuerwerk an Emotionen bewegt selbst den „Kapitano“, wie ihn Kollege und Anheizer Felix Schürgers vorstellte. Hausmann hatte für die Zugabe dieses Rockkonzerts vor etwa 500 Zuschauern gesorgt, für den Moment, über den man in Jahren sprechen wird. „An so etwas erinnert man sich später mal“, sagt TSV-Coach Tim Schmid. Hausmann erzielte das Siegtor in Minute 88, als er einen Abpraller versenkte. Danach schmiss sich ganz Murnau auf den Oldie.

Zuvor hatte es eine Ecke gegeben – und diese Situationen hatte Coach Schmid in der Vorbereitung zu genüge eingeübt. Viele Ideen lieferten die Spieler selbst. Es sei eine von Schmids größten Vorzügen, dass er auf die Meinung seines Teams viel gibt, heißt es aus dem Umfeld der Murnauer. Der Uffinger Trainer Thomas Neumeier erkannte „Welten“ zwischen den Standards der Murnauer und den Versuchen seiner Mannschaft. „Murnau war immer gefährlich.“ Sein TSV-Kollege freute sich besonders für Hausmann, weil der eine schwierige Phase hinter sich hat. Die Handverletzung zwang ihn zur Pause. Trotzdem habe er jede Einheit besucht. „Er gibt der Mannschaft viel“, betont Schmid. Vor der Partie hatte der Trainer noch gegrübelt, ob er den Innenverteidiger trotz Trainingsrückstands spielen lassen sollte. Er tat es. In solchen Schlachten braucht es erprobte Schlachtrösser.

Denn ja, dieses Duell hatte mehr von einem Kampf als von einem Fußballspiel. Die Anzahl an Zweikämpfen und das Maß an Emotionen „fand ich extrem“, sagt Schmid. An die 500 Zuschauer kamen an die Poschinger Allee. Der lautere Teil darunter schrie für den SVU. „Das war wieder eine rote Wand“, sagt Neumeier. Mithilfe der Zuschauer habe seine Mannschaft zehn Prozent mehr als sonst aus sich herausgeholt. Anders könne Uffing in der aktuellen Lage mit Ausfällen ohne Unterlass nicht bestehen. Gegen Murnau verletzte sich Martin Weingand. Er stieg in ein Loch im Rasen und knickte um. Sein Ausfall schmerzte ähnlich wie die Niederlage.

Denn eigentlich hätte Uffing nicht verlieren dürfen. Es führte 2:1 nach 68 Minuten. Majid Al-Khafaji und Dominik Mayr hatten die Führung von Benedikt Buchner gekontert. Nach dem frühen Sturmlauf des TSV, bei dem Neumeier „echt bange wurde“, kontrollierte der SVU das Geschehen. Ein unnötiges Foul von Felix Hoffmann im Strafraum, nur 30 Sekunden nach dem 2:1 raubte die mühsam erarbeitete Führung. „Der Genickbrecher“, sagt Neumeier. Der Startschuss, könnte man aus TSV-Sicht sagen. Fabian Hirschler glich aus, holte den Ball aus dem Netz und sprintete zur Mittellinie. Das war ein Zeichen, gerichtet an Uffing: Jetzt übernimmt Murnau. Hirschler, der Langzeitverletzte, war der beste Mann der Schlussphase, verpasste zweimal das 3:2 knapp. „Er ist ein klassischer Mittelstürmer – von denen gibt es nicht viele“, lobt Schmid. Neumeier ärgerte vor allem der Lapsus seines Teams. „Wir besiegen uns leider wieder selbst.“

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