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Der Wunsch nach Ruhe: FC Bad Kohlgrub peilt die Top drei an

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Bedeutendster Abgang: Tobias Ollert hat Bad Kohlgrub verlassen und spielt fortan für den 1. FC Penzberg. F: AM
Bedeutendster Abgang: Tobias Ollert hat Bad Kohlgrub verlassen und spielt fortan für den 1. FC Penzberg. F: AM © Andreas Mayr

Der FC Bad Kohlgrub hat die vergangene Saison abgehakt und will neu angreifen. Nach dem sang- und klanglosen Abstieg geht der Blick nach vorne.

Bad Kohlgrub – Nur magere drei Pünktchen, ganze 117 Gegentore, sang- und klanglos als drittschlechteste Mannschaft aller bayerischen Kreisligisten abgestiegen. Bei manch zweistelliger Niederlage war der Patient Namens FC Bad Kohlgrub quasi klinisch tot. Da sollte man meinen, dass es einen Spitzen-Neurochirurgen benötigt, um diese Geschehnisse wieder aus den Köpfen der Spielern zu bekommen.

Doch als das probierte sich Oliver Pajonkowski gar nicht erst, vielmehr vertraut der Coach auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und die Macht des Vergessens. „Sicher wurde die Saison etwas aufgearbeitet, aber wir haben das alles schnell abgehakt.“

„Wir wollen einfach eine ruhige Saison spielen.“

Oliver Pajonkowski, neuer Coach des FC Bad Kohlgrub.

Man will die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und richtet den Fokus auf die Zukunft. Die heißt heuer Kreisklasse Gruppe 6. Nun planen in der Regel die Absteiger zur neuen Saison keinen längeren Aufenthalt in der unteren Klasse, doch bei den Bad Kohlgrubern spricht man nicht von einem direkten Wiederaufstieg. So gerne sie die Spielzeit 21/22 auch verdrängen möchten, das neue Ziel resultiert aus ihr: „Wir wollen einfach eine ruhige Saison spielen.“ Heißt in erster Linie: So schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Das ist dank des neuen Ligenmodus’ rasch möglich. Steht man nach der Hinrunde auf einem der ersten drei Plätze, geht es im Frühjahr weiter in der Aufstiegsrunde – Abstieg dann unmöglich.

Genau das peilt Pajonkowski an. Aber ein Selbstläufer wird das sicherlich nicht. Der FC-Coach spricht von einer relativ ausgeglichenen Gruppe. „Muss ich Favoriten benennen, dann sind es sicherlich Eglfing, Unterammergau und Uffing.“ Auch die Aufsteiger aus Krün und Söchering dürfe man nicht unterschätzen, „wenn sie die Euphorie transportieren können“.

„So schön Derbys auch sind, bei zu vielen kann der Reiz verloren gehen.“ 

Oliver Pajonkowski.

Dass es für Bad Kohlgrub direkt zum Auftakt mit dem SV Uffing gegen einen der Mitfavoriten geht, tangiert Pajonkowski nur wenig. „Ist egal, gegen wenn man zuerst spielt.“ Vielmehr sorgt er sich darum, dass der neue Modus das Spannungslevel beeinträchtigen könnte. „So schön Derbys auch sind, bei zu vielen kann der Reiz verloren gehen.“ Zudem beäugt er kritisch den Umstand, dass der Tabellenvierte nach der Hinrunde bereits keine Chance mehr auf den Aufstieg hat. „Dann geht es für diese Mannschaft schnell um nichts mehr.“ Doch er will das Projekt nicht schon vor dem Start verteufeln, vielmehr will man sich erst mal darauf einlassen und hinterher beurteilen.

Dasselbe gilt für sein Team. In der Vorbereitung hatte sich Bad Kohlgrub lediglich mit drei Gegner gemessen – zwei Pokalspiele (3:1 gegen SC Böbing, 1:2 gegen TSV Peiting) sowie ein freundschaftlicher Test gegen den SV Eschenlohe (3:1-Sieg). Viele Rückschlüsse aus diesen Spielen zog der Coach nicht. „Es ging mir nur darum, wie wir uns präsentieren, und das war gut.“ Auf mehr Proben im Elf-gegen-Elf verzichtete Pajonkowski. Nicht, weil seine Mannschaft bereits über genügend Spielpraxis verfügt, „aber es ist Urlaubszeit, die will ich meinen Spielern auch gönnen“.

Zumal Pajonkowski auch nicht viele Neue kennenlernen musste, der Kader hat sich zur Vorsaison nur marginal verändert. Bedeutendster Abgang ist Tobias Ollert, der seinem Bruder Simon (neuer Trainer) zum 1. FC Penzberg gefolgt ist. (PATRICK HILMES)

Der Kader

Manuel Bichler, Nicolas Franz, Jonas Bauer, Johannes Büchl, Nico Ettengruber, Sebastian Kayed, Thomas Lory, Max Meditz, Nicklas Nüssgen, Oliver Pajonkowski, Anderl Beer, Benjamin Fend, Stefan Freisl, Florian Kratz, Florian Kraus, Josef Niklas, Anton Trainer, Maximilian Angerer, Markus Burkart, Stephan Kraus, Christian Maintz, Dominik Strauss

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