Sanierungsarbeiten rund um den Bad Kohlgruber Fußballplatz machen einen Einsatz für die Fußballer unmöglich. Die Folge: sieben Auswärtsspiele am Stück.
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Sanierungsarbeiten rund um den Bad Kohlgruber Fußballplatz machen einen Einsatz für die Fußballer unmöglich. Die Folge: sieben Auswärtsspiele am Stück.

Bad Kohlgrub muss wochenlang „auswärts“ ran

FC Bad Kohlgrub: Auswärtsstärke zwingend notwendig

  • VonMarco Blanco-Ucles
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Der Kreisliga-Aufsteiger FC Bad Kohlgrub muss aufgrrund von Umbauarbeiten zwei Monate lang auf fremden Plätzen ran.

Bad Kohlgrub – Die Devise für einen Aufsteiger – wenn er nicht gerade RB Leipzig oder Türkgücü München heißt – in der neuen Spielklasse ist zumeist klar: Für das angestrebte Ziel Klassenerhalt muss der Grundstein zuhause gelegt werden, es müssen regelmäßig Siege her. Die restlichen Punkte müssen vereinzelt auf den fremden Plätzen eingefahren werden.

Eine Devise, die den FC Bad Kohlgrub in der Fußball-Kreisliga allerdings in den kommenden Monaten tief in den Tabellenkeller bringen würde. Denn: Zwischen dem 8. August und 3. Oktober muss der Aufsteiger siebenmal in Folge auswärts antreten. Grund dafür sind Sanierungsarbeiten rund um den heimischen Fußballplatz.

Geipl: „Nicht super-traurig“

Klar, Luftsprünge vor Freude macht angesichts des Gastspiel-Marathons in Bad Kohlgrub niemand. „Jeder freut sich natürlich mehr über ein Heimspiel als über eine Partie auf fremden Platz“, räumt FC-Vorsitzender Josef Geipl ein. Er schickt jedoch eilig hinterher: „Wir sind jetzt auch nicht super-traurig.“ Schließlich hätte man durch die Ausnahmesituation dann im Frühjahr in der möglicherweise heißen Saison-Phase jede Menge Partien auf heimischen Geläuf. Dass es ein hartes Premieren-Jahr in der Kreisliga für die Ammertaler werden dürfte, dessen ist sich Geipl nicht erst seit der 0:6-Pleite zum Auftakt beim FC Deisenhofen II bewusst. „Es geht heuer nur ums nackte Überleben.“

Die Sanierungsarbeiten betreffen in erster Linie gar nicht das Terrain der Fußballer, sondern vielmehr die Leichtathletikanlage, die den Platz umgibt. Inmitten einer Baustelle zu spielen, ist nicht möglich. In Zuge dessen erhält auch der Rasen der Bad Kohlgruber Kicker etwas Pflege, wird gelockert, belüftet und gedüngt. „Die ganze Anlage wird schöner, alles andere ist sekundär“, betont Geipl.

Stellt sich natürlich die Frage, wieso der FC nicht auf einen der nahe gelegenen Fußballplätze in Grafenaschau oder Altenau ausweicht für seine Heimspiele. „Das wäre für uns auch kein echtes Heimspiel“, erklärt Geipl. Oliver Pajonkowski, Trainer der Herrenmannschaft, pflichtet ihm bei: „Zuhause sollte dann halt auch wirklich zuhause sein.“ Zumindest der Altenauer Fußballplatz dürfte einigen FC-Akteuren eigentlich noch aus der Zeit bekannt sein, als der Klub noch unter dem Namen FC Bad Kohlgrub-Ammertal auflief und in Altenau auch Spiele bestritt.

Geipl hat noch weitere Gründe parat, die ein Ausweichen dorthin für den FC uninteressant gemacht habe: „Wir benötigen die Einnahmen der Zuschauer, müssen auf unsere Finanzen achten.“ Zudem sei die Frage gewesen, wie viele Bad Kohlgruber – vor allem von den älteren Menschen – den Weg in einen anderen Ort angetreten hätten. Deswegen habe es „null komma null Diskussionen“ gegeben, ob man seine Heimspiele in Altenau beziehungsweise Grafenaschau austragen sollte. „Da waren wir alle komplett einer Meinung“, bekräftigt Pajonkowski die Worte seines Vorsitzenden.

FC Bad Kohlgrub: Letztes Heimspiel am Sonntag

Der Entschluss, die in die Jahre gekommene Anlage zu modernisieren, wurde vor langer Zeit getroffen. Dass Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) und die Gemeinde nun endlich Nägel mit Köpfen machen möchte, ist für die FC-Verantwortlichen mehr als nur verständlich. Lediglich der Zeitpunkt der Sanierungsarbeiten durch die Baufirma Kutter lässt ein wenig Unmut aufkommen. Schließlich war aufgrund der Pandemie in der jüngeren Vergangenheit ausreichend Zeit zu modernisieren, ohne den laufenden Spielbetrieb zu stören. „Schön wäre es natürlich gewesen, wenn es in der Lockdown-Zeit geschehen wäre, in der ohnehin kein Sport dort getrieben werden durfte“, sagt Geipl. Dass die Fußballer während der Bauzeit Abstriche machen müssen, versteht der FC-Vorsitzende aber. „Es ist ja klar, dass die Firma Kutter nicht nur dann arbeiten kann, wenn sie uns nicht stört.“ Am kommenden Sonntag gastiert der TSV Sauerlach im Ammertal. Das letzte Bad Kohlgruber Heimspiel für lange Zeit.

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