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Wieder in der Pflicht: Lukas Kunzendorf (l.) muss sich auch in Memmingen durchsetzen.  

Volles Vertrauen in die Youngster

Garmisch-Partenkirchen muss gegen Memmingen auf viel Routine verzichten

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Ein richtig junges Team stellt der 1.FC Garmisch-Partenkirchen in dieser Saison. Umso verwunderlicher fällt die ausgesprochen gute Zwischenbilanz kurz vor der Winterpause aus.

Mit seinem Talent-Projekt formuliert der Verein sogar den Anspruch einer dauerhaften Beteiligung im oberen Tabellendrittel.

Die Talente bestechen mit Unbekümmertheit und umfassender Ausbildung. Gelenkt wird das Konzept gemeinhin von einigen Routiniers wie Michael Rauch als ältestem Akteur im Kader, Kapitän Stefan Durr oder den Defensivspezialisten Florian Scheck und Dominik Schubert. Doch: Beim finalen Auswärtsspiel dieses Jahres muss sich Christoph Sallers Rasselbande ohne Lenker Rauch und Ideengeber Durr auskommen.

Das war beim Sieg in Olching schon einmal so. Auch in der Vorwoche kam Durr erst spät, mussten es die Grünschnäbel zuvor richten. Jetzt setzt Coach Saller notgedrungen noch einen oben drauf. Bei der Reserve des FC Memmingen gleicht selbst die Ersatzbank einer Jugendmannschaft. Die Namen der Spieler führen unweigerlich zu Stirnrunzeln: Luka Strahonja, Adhurim Kadrijaj oder Fabian Kaglin tauchen erstmals auf einem Spielbericht der Landesliga Süd aus. Josip Radusin hätte die Riege vervollständigt, doch steht bei ihm eine Rot-Sperre einem Einsatz entgegen. Mit Ausnahme von Kaglin, der zusammen mit Lukas Kunzendorf, Peter Auer und Robin Reiter im Sommer aus Geretsried an den Gröben wechselte, arbeitet das Trio unter der Leitung von Trainer Michael Khaled Abdo in der A-Jugend emsig am Klassenerhalt in der Kreisliga. Strahonja und Radusin durften beim Test in Habach schon mal ran. Für den Rest ist der Männerfußball auf diesem Niveau absolutes Neuland. „Sie bekommen ihre Chance und sie werden sie nutzen.“ Davon ist Saller überzeugt.

Ähnlich, wie es Lukas Kunzendorf und Jonas Schrimpf schon getan haben. Das Duo beackert in Abwesenheit von Rauch, Durr (nochmalige Hand-OP) und auch Momo Diaby (verhindert) neben Oldie Dominik Schubert das zentrale Mittelfeld im Memminger Stadion. Dass Saller seinen Neulingen vertraut, hat er oft genug bestätigt. Nichtsdestotrotz erwartet der Coach einen Tick mehr Intensität und Aufmerksamkeit als im verlorenen Heimspiel gegen Mering. „Da waren wir nicht so präsent wie in den Wochen zuvor.“ Seiner Elf fehlte die „absolute Überzeugung“ auf dem Platz, das Bewusstsein, Verantwortung für die Situation zu tragen und sie nicht auf den Nebenmann abzuwälzen. Für Saller sind dies neben der mangelnden Entschlossenheit die maßgeblichen Punkte, die „uns das Spiel gekostet haben“.

Was den 1. FC in Memmingen erwartet, darüber ist sich der Coach nicht so sicher. Beim Regionalligisten wurden diese Woche Coach Uwe Wegmann und dessen Assistent Kevin Siegfanz beurlaubt. Reserve-Trainer Candy Decker rückt vorerst auf. „Vielleicht zieht er ein paar Spieler hoch, die er noch aus der Jugend kennt“, spekuliert Saller. Losgelöst davon trifft der 1.FC auf eine laufstarke Truppe, die versuchen wird, früh zu pressen. Saller fordert von seinen Mannen, sich der Aufgabe entschlossen zu stellen und „unser Spiel“ durchzuziehen. Das habe im Verlauf der Hinrunde gegen „stärkere Gegner“ oft genug geklappt.

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