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Kommt in meine Arme: Christoph Saller feiert seinen Treffer zum 1:0-Sieg 2008 gegen Ohlstadt. 

Der Coach des FC Garmisch-Partenkirchen spielte bereits in vier Relegationen

Relegations-König Christoph Saller: Er weiß wie Relegation geht

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Bereits in vier Relegationen stand FCGP-Coach Saller auf dem Platz. Aber besonders die Erinnerung an das legendäre Duell vor elf Jahren ist noch immer glasklar.

Garmisch-Partenkirchen – Auch elf Jahre später kennt Christoph Saller noch jedes Detail. Wie er hinter seinem Gegenspieler Charly Wittig auf den Ball lauerte. Wie er plötzlich allein vor Torwart Franz Fischer stand. Wie er das Leder an diesem vorbei ins kurze Eck schob. Wie er zunächst gar nicht wusste, wo hin mit den Emotionen – und wie er schließlich jubelnd in Richtung der Auswechselbank des 1. FC Garmisch-Partenkirchen sprintete.

„Ein unfassbares Gefühl“, sagt Saller über seinen Zustand unmittelbar nach dem Siegtor damals im legendären Entscheidungsspiel gegen den SV Ohlstadt in Oberammergau. Vor 1100 Zuschauern katapultierte der Angreifer den SVO in die Kreisliga und ebnete dem 1. FC den Weg zum Klassenerhalt über die letzte Ausfahrt Relegation. Von Glücksmomenten wie diesen wird der heutige Trainer der Werdenfelser seinen Landesliga-Kickern in den kommenden Tagen häufig erzählen. Ihnen dadurch verdeutlichen, was für eine große Chance sie haben, wenn sie ab morgen Abend gegen den SC Bubesheim in die Abstiegsrelegation starten (18.30 Uhr; Rückspiel am Sonntag, 16 Uhr, in Garmisch-Partenkirchen). „Sie können Dinge erleben, die sie ihr Leben lang nicht vergessen.“

Wenn es einer wissen muss, dann Saller. Nicht nur 2008 stand der 46-Jährige mit dem 1. FC vor wegweisenden Duellen am Ende einer Saison. Insgesamt in vier Relegationen stand er auf dem Platz. Er sagt: „Ich bin vorbereitet auf das, was uns erwartet.“ Auch wenn der Modus mittlerweile ein anderer ist. Gab bis vor wenigen Jahren eine einzige Begegnung auf neutralem Platz den Ausschlag über Aufstieg, Klassenerhalt oder Abstieg, fällt die Entscheidung mittlerweile nach Hin- und Rückspiel. „Das verändert einiges“, räumt Saller ein. Ein gebrauchter Auftritt ist nicht mehr zwingend gleichbedeutend mit dem Ausscheiden. Fehler können noch korrigiert werden. „Über zwei Spiele setzt sich in der Regel das bessere Team durch – die Variante ist deutlich fairer.“ Dass die Partien im Europapokal-Modus ausgetragen werden – sprich mit einer höheren Wertigkeit für Auswärtstore bei Gleichstand – birgt nach Sallers Ansicht eine zusätzliche Brisanz. Jeder Treffer kann in der Endabrechnung entscheidend sein. „Wenn du zuhause 4:0 führst, dir dann am Schluss aber noch zwei einschenken lässt, ist die Ausgangslage plötzlich gar nicht mehr so toll“, sagt er. „Da heißt es, konzentriert zu arbeiten, bis zur letzten Sekunde.“

Was passiert, wenn ein Team vorzeitig den Fokus verliert – auch das weiß Saller aus eigener Erfahrung. 2:0 führten der Stürmer und seine Teamkollegen 2002 beim Aufstiegsspiel in die Bezirksoberliga gegen Rosenheim zur Halbzeit. Alles schien geklärt. Doch während der Pause brüllte der gegnerische Trainer seine Spieler derart zusammen, dass selbst die nebenanliegende FC-Kabine wackelte. Die Garmisch-Partenkirchner konnten gar nicht anders, als ehrfürchtig der Schimpftirade zu lauschen. „Irgendwie hat uns das aus der Bahn geworfen“, sagt Saller. Plötzlich ging nichts mehr beim 1. FC – und die angestachelten Rosenheimer drehten die Partie tatsächlich noch zu ihren Gunsten. Das Fazit des 46-Jährigen: „Wir hätten einfach rausgehen und unser Ding durchziehen sollen.“ Doch sieht er’s im Nachhinein positiv. „Ich habe das Glück, dass ich aus solchen Situationen lernen konnte“, sagt Saller. „So ein Fehler wird uns nicht passieren – ganz sicher.“

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