Die Schar der Neuzugänge beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen: Trainer Christoph Saller (h.l.) und Sportvorstand Arne Albl (h.r.) mit (hinten ab 2.v.l.) Elian Schmitt, Vincent Finkert (U19), Torwart Hansi Huber sowie (vorne v.l.) David Salcher, Julian Sachs, Martin Hennebach, Jakob Jörg und Thomas Kriner (U19).
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Die Schar der Neuzugänge beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen: Trainer Christoph Saller (h.l.) und Sportvorstand Arne Albl (h.r.) mit (hinten ab 2.v.l.) Elian Schmitt, Vincent Finkert (U19), Torwart Hansi Huber sowie (vorne v.l.) David Salcher, Julian Sachs, Martin Hennebach, Jakob Jörg und Thomas Kriner (U19).

Hartes Testprogramm

FC Garmisch-Partenkirchen: Der nächste Dämpfer - Neuzugang Vedder fällt lange aus

  • VonOliver Rabuser
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Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen muss die nächste Hiobsbotschaft in der Saisonvorbereitung verkraften. Neuzugang Philipp Vedder fällt lange aus.

Garmisch-Partenkirchen – Diese Vorbereitung hat es in sich. Ausnahmslos höherklassige Gegner hat sich der 1. FC Garmisch-Partenkirchen aufgebürdet, um am Ende dieser Phase für die neue Saison in der Fußball-Landesliga Südwest gewappnet zu sein, die Ende Juli beginnt. Für den Höhepunkt des Testprogramms ist es Christoph Saller gelungen, das in der Bayernliga kickende U21-Team des TSV 1860 München an den Gröben zu lotsen.

Freude über ein hochkarätiges Programm auf der einen, Ernüchterung über Personalien auf der anderen Seite – so gestaltet sich die Gefühlslage derzeit am Gröben. Die Hiobsbotschaften erreichen allmählich groteske Züge. Geschniegelt und gestriegelt erschienen die FC-Kicker zu Wochenbeginn zum Mannschaftsfoto. Neben Tormann Andreas von Mücke, der von Berufs wegen entschuldigt war, fehlte lediglich ein weiterer Kaderspieler beim Pflichttermin: Philipp Vedder. Eines der ganz neuen Gesichter, dessen Verpflichtung der Klub erst vor kurzem kommuniziert hatte. Genauer gesagt schaute auch Vedder vorbei. Nur etwas früher als der Rest. Und nur, um dem Coach und Sportvorstand Arne Albl die Schreckensnachricht seines Langzeitausfalls persönlich zu übermitteln. Es tun sich Parallelen zum Schicksal von Leon Brudy auf, der seine Karriere bekanntlich beenden musste. Auch Vedder, erst 23 Jahre alt, musste sich wie Brudy einem Eingriff an der Hüfte unterziehen. Und auch ihm droht Ungemach hinsichtlich einer fußballerischen Zukunft. Ob der Weilheimer das FC-Trikot jemals überstreifen wird, ist komplett ungewiss.

Philipp Vedder: Pause bis zum Winter - dann wird nochmal drübergeschaut

Für einen jungen Sportler wahrlich kein Spaß. Vor allem, weil die Probleme so unvermittelt kamen. Nach den ersten Trainingseinheiten meldete der Körper plötzlich Stress. „Er hatte wieder Schmerzen“, sagt Saller. Beim Trainer hält sich der Enthusiasmus nachvollziehbarerweise stark in Grenzen. Vorläufig ist Vedders Zwangspause bis zum Winter angesetzt. „Dann wird noch einmal drübergeschaut.“

Vedder ist nach Brudy und Michael Rauch bereits der dritte Ausfall mit tragender Rolle. „Alle waren fest eingeplant“, bedauert Saller. Externes Personal, das die Ausfälle auffangen könnte, ist nicht in Sicht. Auch Albl glaubt nicht an den großen, späten Coup. „Man darf nichts ausschließen, aber ich glaube eher nicht.“ Der Funktionär weiß, wie es auf dem Transfermarkt ausschaut. „Ein Neuzugang muss uns ja auch weiterhelfen“, merkt Saller an.

FC Garmisch-Partenkirchen: Bedauern über die Entscheidung von Georg Kutter

Ob das bei Georg Kutter der Fall gewesen wäre, bleibt offen. Dennoch hätten die FC-Verantwortlichen den 23-jährigen Uffinger gerne am Gröben gesehen. Nicht erst seit heute. Der Dialog mit Kutter läuft seit dem Aufstieg in die Landesliga. Dass sich der Mittelfeldspieler nunmehr für den Kreisligisten Murnau entschieden hat, kommentiert Albl eher leidenschaftslos. „Es waren faire Verhandlungen, wir bleiben in Kontakt.“ Freilich fehlt beim 1. FC ein Stück weit das Verständnis für den Schritt des Spielers. Dass ein Wechsel nach Garmisch-Partenkirchen „sportlich vernünftig“ gewesen wäre, habe Kutter laut Albl selbst bestätigt. „Aber vielleicht ist ihm der Aufwand zu hoch.“

„Aber viel darf nicht passieren“

Saller äußert sich nicht allzu optimistisch für die neue Saison

Wie dem auch sei, die Planungen des Landesligisten haben in Summe fraglos einen Dämpfer erlitten. Prinzipiell reiche die Quantität des Kaders aus. „Aber viel darf nicht passieren“, unkt Saller. Wie es tatsächlich um die Qualität des Teams bestellt ist, lässt sich frühestens nach einem halben Dutzend Testspielen abschätzen. Der 1. FC entschied sich hierbei durch die Bank für Gegner auf Augenhöhe. Einerseits habe man die Partien wegen der Aussagekraft bewusst so ausgesucht. „Nur so sieht man, ob und was am System hakt“, gibt Saller zu bedenken. Überdies verabredete man sich mehrheitlich mit jenen Klubs, zu denen bereits vor der pandemiebedingt entfallenen Wintervorbereitung Kontakt hergestellt worden war. „Das ist einfach auch unser Anspruch.“ Unterklassigere Kontrahenten wären – entsprechende Leistung und Ergebnis vorausgesetzt – bisweilen zwar gut für das Selbstvertrauen, würden aber oftmals mit restriktiver Defensivtaktik und zuweilen auch „übermotiviert“ zu Werke gehen. „Lieber als gegen Mannschaften, die offensiv mitspielen“, stellt Saller klar.

Das werden die Münchner Junglöwen zweifellos tun. Mit dem Unterbau des Drittligisten präsentiert der 1. FC seinen Anhängern ein Schmankerl. „Ein attraktiver Gegner mit großem Namen“, wirbt Saller bereits für einen Besuch der Partie am 3. Juli. Auch, weil das Match gegen die Löwen eines von lediglich zwei Heimspielen vor dem Saisonstart bildet. Los geht’s mit dem Testen aber schon an diesem Wochenende – beim Südost-Landesligisten FC Unterföhring.

(Oliver Rabuser)

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