Sieht sich nicht dazu imstande, das Hygienekonzept allein umzusetzen: Mittenwalds Coach Helmut Schug.
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Sieht sich nicht dazu imstande, das Hygienekonzept allein umzusetzen: Mittenwalds Coach Helmut Schug.

Unvorbereitet in den Re-Start

FC Mittenwald: Corona-Pause hält weiter für den A-Klassist an

  • vonPatrick Hilmes
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Nachdem sich die meisten Verein auf die Wiederaufnahme des Trainings freuten, war dies in in Mittenwald nicht der Fall. Der FCM verweilt weiter in der selbstauferlegten Corona-Pause.

Mittenwald – Mitte März ist neben vielen anderen Dingen auch des Deutschen schönste Nebensache verboten worden. Im Laufe der Zeit wurden nach und nach die Regeln gelockert. Nach und nach kehrten die Fußballer auf den Platz zurück. Erst mit Abstand, dann in Kleingruppen, dann wieder (fast) ganz normal. Ende Juli, nach reichlich Hin und Her, wurden auch im bayerischen Amateurbereich wieder Testspiele erlaubt.

Kollektives Aufatmen und Vorfreude bei den Kickern. Schnell wurden die ersten Gegner gesucht und gefunden. Alle wollen sie wieder spielen, viele sind bereits in den Wettkampfmodus zurückgekehrt. Doch einer nicht. Einer hat das alles nicht mitgemacht, nicht eine Partie bestritten und noch nicht mal eine Trainingseinheit absolviert. Einer schwimmt nicht mit dem Strom: der FC Mittenwald.

FC Mittenwald pausiert weiterhin Trainings- und Spielbetrieb

Der FCM befindet sich quasi noch immer im Lockdown: kein Training, keine Spiele, kein Fußball. Die Intention ist keinesfalls, dass die Mittenwalder die Lust an der schönsten Nebensache der Welt verloren haben. Sie lassen schlichtweg Vorsicht walten. Zudem herrscht bei den Isartalern Helfer-Mangel. „Ich bin alleine. Und bei den ganzen Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln kann ich nicht alleine ein Training für 20 Mann leiten. Das schaffe ich einfach nicht“, betont Helmut Schug, Coach des A-Klassisten. Florian Herbst ist schon länger nicht mehr sein Co-Trainer, daher stand Schug bereits in der Hinrunde der Saison 2019/2020 alleine an der Seitenlinie.

Hätte er drei, vier Helfer, die ihn beim Training et cetera unterstützen würden, wäre die Sachlage eine andere. Aber solange das nicht der Fall ist, findet kein Training unter Schug statt. Er will nicht dafür verantwortlich sein, wenn sich nicht an die Regularien gehalten wird. Dem Coach ist die Gefahr zu groß. „Ich bin 63, ich gehöre also zur Risikogruppe.“ Erst wenn sich das neuerliche Infektionsgeschehen wieder beruhigt hat und es weitere Lockerungen bei den Hygieneregeln gibt, will Mittenwald das Training aufnehmen. „Das habe ich auch so mit dem Vorstand abgesprochen“, versichert Schug.

Daher verzichtet der TCM auch auf die Teilnahme am neu geschaffenen Ligapokal, der Mitte September starten soll (wir berichteten). Ein weiterer Grund ist, dass Schug befürchtet, unter der Woche keine Mannschaft stellen zu können. „Das ist immer ein Problem.“ Im Ligapokal wurde aber lediglich einer von fünf Spieltagen nicht am Wochenende angesetzt. „Ich bin dennoch nicht böse drum, bei dem Wettbewerb nicht dabei zu sein. Gibt es ihn nächstes Jahr auch noch, sind wir dann dabei.“

Kein Ligapokal und späterer Trainingsbeginn für den FCM

Auf den Ligapokal konnte der FCM problemlos verzichten, war die Teilnahme doch auf Kreisebene freiwillig. Anders sieht das in der Liga aus. Bereits für Anfang September ist der Re-Start angedacht. Will der FC Mittenwald unvorbereitet in den Ligabetrieb und somit in den Wettkampfmodus zurückkehren? Schugs Antwort: „Ja. Ich starte lieber mit einem Trainingsrückstand als großen Ärger zu haben.“ Der Coach verweist in diesem Zuge auf die komfortable Tabellensituation in der A-Klasse. Der TCM rangiert an dritter Stelle und weiß 28 Punkte auf seinem Konto. Der erste Abstiegsplatz ist 21 Zähler entfernt. Der Abstand nach oben ist zwar mit fünf Punkten auf Spitzenreiter SG Oberau/Farchant kein großer, „aber wir haben eh keine Aufstiegsambitionen“. Schug betont, dass die Kreisklasse für seine Mannschaft zu früh kommen würde.

Daher sieht er dem Re-Start entspannt entgegen. Zudem ist er aufgrund der neuerlichen Entwicklungen in der Corona-Krise skeptisch, dass es ab September wieder um Punkte gehen wird. „Es gibt zurzeit wichtigere Dinge als Fußball. Und wenn es wieder losgeht, dann bitte auch gescheit.“

VON PATRICK HILMES

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