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Vom TSV Murnau nach Milwaukee: Paul Rüttinger wagt den Sprung in ein College-Fußball-Team in den USA.

Stipendium in Milwaukee

Für den Profi-Traum in die USA: Paul Rüttinger verlässt den TSV Murnau

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Tägliches Training und Duelle vor tausenden Fans um die nationale Meisterschaft – Paul Rüttinger spielt im College-Team von Milwaukee künftig Fußball unter Profibedingungen. Am Montag startet der Seehauser Abiturient in sein USA-Abenteuer.

Seehausen – Wer in einer Gesprächsrunde den Namen Julian Gressel einstreut, trifft auf fragende Blicke. Mehr als ein „Julian wer?“ gibt es in den seltensten Fällen. Der 24-Jährige ist Fußball-Profi, aber kein Star. Keiner, dessen Name auf den Trikots tausender Kinder auf der ganzen Welt prangt. Für Paul Rüttinger jedoch ist eben dieser Julian Gressel ein Vorbild. „Denselben Weg zu gehen wie er, wäre ein Traum“, sagt der 18-jährige Seehauser. Die ersten Schritte macht Rüttinger am Montag. Dann startet sein Flieger in Richtung USA – zum College-Team in Milwaukee.

Rüttinger wird dort fortan Fußball und Studium vereinen. Neben Vorlesungen über Politikwissenschaften stehen täglich ein bis zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Wie Gressel, der mittlerweile mit Atlanta United amtierender Meister in der Major League Soccer, Amerikas höchster Fußball-Liga, ist, wagt er den Sprung aus Deutschland nach Übersee, ohne je ein Nachwuchsleistungszentrum von innen gesehen zu haben.

Rüttinger hat bisher ausschließlich beim TSV Murnau gespielt

Sein bisheriges Fußballer-Leben hat sich ausschließlich beim TSV Murnau abgespielt. Kreisliga war da das höchste der Gefühle. „Wir sind zwar fast jedes Jahr aufgestiegen, aber dann mussten wir immer eine Altersklasse nach oben und wieder von unten anfangen.“ Ein Wechsel vom TSV zu einem der großen Münchner Klubs oder in die erfolgreiche Talentschmiede des TuS Geretsried war dennoch nie ein Thema. „Das hätte nicht funktioniert“, sagt Rüttinger. Bei zwei berufstätigen Eltern fehlte für solche Aktionen ein zuverlässiger Fahrer für Trainings und Spiele. Was er damals verpasst hat, will Rüttinger nun in den Staaten nachholen. „Das College-Team ist meine letzte Chance, vielleicht danach doch noch im Profi-Fußball zu landen.“

Die Idee für das USA-Abenteuer war ihm schon vor Jahren gekommen. Während eines Urlaubs in Portland trainierte Rüttinger bei der dortigen Uni-Mannschaft mit. Die Intensität und Professionalität begeisterte ihn. „Da wusste ich, dass ich so etwas irgendwann auch will.“ Möglich macht’s nun ein Teil-Stipendium. Rüttinger, der im Mai sein Abitur bestanden hat, hatte sich dafür schon vor einigen Monaten bei einer Agentur angemeldet, die talentierten Fußballern den Weg in eines der begehrten Teams ebnet. Um das sportliche Niveau des Seehausers zu ermitteln, bestellte ihn die Agentur zu einem Leistungstest nach Köln. Dort prüfte ihn ein Trainer zwei Stunden in sämtlichen Bereichen. Passen, Schießen, Sprinten, Kraft – alles dabei. „Eine coole Erfahrung“, sagt Rüttinger. Die ermittelten Daten sowie ein Video, das sein Vater während einer Partie der U19 des TSV Murnau gedreht hatte, schickte die Agentur an sämtliche College-Mannschaften der USA. Dann war warten angesagt.

Acht Universitäten buhlen um Rüttinger

Doch meldeten sich die ersten Interessenten recht schnell. Acht Universitäten buhlten letztlich um den spielstarken, schnellen Innenverteidiger. Rüttinger sprach mit allen. Überzeugt hat ihn letztlich ein Telefonat mit dem Coach aus Milwaukee. „Ich hab’ gemerkt, dass er mich unbedingt in seinem Team haben wollte.“ 29 weitere Spieler aus verschiedenen Ländern, die zwischen 18 und 22 Jahre alt sind und gemeinsam mit Rüttinger auf dem Campus der Cardinal Stritch University leben werden, zählen zum Kader. In der NAIA kämpfen sie von August bis Dezember um den nationalen College-Titel. Die Liga umfasst über 100 Mannschaften, die in verschiedene kleinere Divisionen unterteilt sind. Ausgelegt ist Rüttingers Stipendium auf vier Jahre. „Und ich habe vor, es so lange durchzuziehen.“

Sollte sich sein Traum von der Profikarriere in den USA im Anschluss nicht erfüllen, bricht für den Seehauser keine Welt zusammen. „Die Chance, es zu packen, ist ja eh minimal“, unterstreicht er. So oder so werde er die Zeit genießen „und als besserer Fußballer zurückkommen“. Und dann gäbe es da ja immer noch den Heimatverein Murnau, bei dem er zuletzt bereits in der Ersten Mannschaft reingeschnuppert hat. „Mal schauen, in welcher Liga der TSV dann spielt“, sagt er und lacht. „Aber klar: Das ist natürlich immer eine Option.“

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