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Der letzte Schluck im Uffinger Trikot: Markus Steindl (hier mit SVU-Coach Thomas Neumeier) wechselt zum 1. FC Garmisch-Partenkirchen

Landesligist bastelt weiter am Kader

Der andere Weg: 1. FC Garmisch-Partenkirchen angelt sich Talente

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Torjäger Maximilian Berwein zu ersetzen, ist ein Ding der Unmöglichkeit für den Fußball-Landesligisten 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Der Verein geht nun einen anderen Weg.

Garmisch-Partenkirchen– Das Wiedersehen lässt nicht lange auf sich warten. Am Mittwoch (19.30 Uhr) trifft der 1. FC Garmisch-Partenkirchen im Zuge seines ersten Testspiels in der Vorbereitung auf die kommende Landesliga-Saison in Garching direkt auf seinen ehemaligen Torjäger Maximilian Berwein. Mit sieben Treffern in den vier Relegationsspielen hatte der 23-Jährige maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt – und steht nun auf der anderen Seite. 45 Tore erzielte Berwein in seiner kurzen Zeit beim 1. FC. Da muten die zwölf Treffer von Franz Fischer, der zum 1. FC Penzberg abgedüst ist, beinahe bescheiden an.

Berwein hinterlässt durch seinen Wechsel in die Regionalliga eine riesige Lücke am Gröben, eine, die für den 1. FC kaum zu schließen ist. Dessen sind sich die Verantwortlichen durchaus bewusst. Einen Spieler von Berweins Kaliber ist für die Garmisch-Partenkirchner im Grunde finanziell auch nicht erschwinglich.

Deswegen geht der Verein einen anderen Weg. „Weniger Gegentore kassieren und Berweins Offensivpower im Kollektiv ersetzen“ – so bringt es Arne Albl auf den Punkt. Dementsprechend fiel die Auswahl der Neuzugänge aus. So verwundert es nicht, dass der Verantwortliche für den Sportbereich im FC-Vorstand nach Michael Rauch und Maximilian Heringer (wir berichteten) nun eine Riege an Talenten aus der Region als Verpflichtungen präsentiert. Zwei Personalien seien noch offen, sonst aber setzt der 1. FC mit Ausnahme von Markus Steindl (25) bewusst auf die Schiene „Jugend forscht“.

Steindl kommt vom SV Uffing, spielte zuvor in Murnau und hatte sich im Vorsommer bereits ins Gespräch gebracht. „Er hat in Kaufbeuren schon höherklassig gespielt“, betont Albl. Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass bei einem Kader von „über 20 Mann“ nicht jeder Kicker eine dauerhafte Nominierung für die Erste Mannschaft erhalten werde. Dennoch: „Das Potenzial für den Kader ist bei allen da.“

So auch bei einem Quartett aus der „erweiterten Region“, das en bloc aus der Landesliga-A-Jugend des TuS Geretsried an den Gröben wechselt. Peter Auer aus Schlehdorf ist Innenverteidiger und damit Alternative für die etablierten Defensivspieler. Robin Reiter aus Unterammergau hat seine Stärken auf der linken Außenbahn. Lukas Kunzendorf stammt wie Moritz Müller aus Oberhausen, gilt im Mittelfeld als variabel einsetzbar, wenngleich die Präferenz auf der Sechser-Position liegt. Fabian Kaglin aus Huglfing hingegen wird die Defensiv-Abteilung unterstützen.

Den spektakulärsten Coup landete der 1. FC womöglich mit der Verpflichtung von Jonas Schrimpf. Der 18-Jährige wurde über Jahre in der Tiroler Fußballakademie des FC Wacker Innsbruck ausgebildet. „Dorthin haben wir gute Kontakte“, sagt Albl. Schließlich hat der 1. FC bisweilen selbst schon Spieler an Wacker abgegeben. Schrimpf hinterließ in den Probetrainings einen „sehr guten Eindruck“. Daher forcierten die Garmisch-Partenkirchner die Bemühungen um den Mittenwalder. Albl charakterisiert den Stürmer als „laufstark und spielintelligent“.

Der Funktionär betont bei dieser Gelegenheit die Notwendigkeit solcher Transfers. Der 1. FC könne diesen jungen Fußballern eine „echte Chance“ bieten und müsse es auch, da der Verein keinesfalls über ein unbegrenztes Budget verfügt. „Fertige Spieler zu bekommen, ist ja allein aus geografischen Gesichtspunkten immens schwierig.“ Unnötig Geld für „mittelmäßige Spieler“ wolle der Klub sowieso nicht investieren. Dann lieber gezielt die Nachwuchs-Schiene fahren. Ob es der richtige Weg ist, werde man erst nach der Saison wissen. Albl ist zuversichtlich: „Ich glaube daran.“

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