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Hängende Köpfe: Murnaus Thomas Haas (l.) und Torwart Felix Schürgers nach der Niederlage gegen Otterfing. 

Murnau schlägt sich selbst

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Der TSV Murnau zeigt lange Zeit sein bestes Heimspiel dieser Saison, schenkt dem Tabellenzweiten aus Otterfing aber die Tore - und unterliegt gegen einen abgezockten Gegner 1:3

Murnau – Was stellt die Kreisliga nur mit ihren Vereinen an? Nach dem Spiel gegen Otterfing erkundigte sich Tim Schmid, Trainer in Murnau, nach dem Ergebnis zwischen Waldram und Uffing. 0:2 hieß es. Schmid überlegte kurz und sagte dann: „Du weißt echt nicht mehr, zu wem du halten sollst.“ Zu verrückt sind die Ergebnisse, zu unvorhersehbar die Duelle. Diese Klasse bleibt ein Glücksrad. Für Schmid steht nur fest, dass es „bis zum letzten Spieltag spannend bleibt“. Der TSV Murnau wird noch länger am Glücksrädchen drehen, in der Hoffnung, auch einmal ein paar Gewinne abzustauben. Derzeit setzt es nur Nieten. Gegen Otterfing unterlag die Mannschaft 1:3. „Selbst geschlagen“ habe sich sein Team. Aber wer „die Scheiße am Fuß“ hat, der verliert selbst solche Partien.

Auf den spielerischen Teil heruntergebrochen, zeigte der TSV sein bestes Heimspiel dieser Saison. In den ersten 15 Minuten habe man nicht gesehen, „wer vorne und wer hinten“ in der Tabelle steht. „Fußballerisch absolut ordentlich“, urteilt der Coach. Manuel Diemb brachte die Gastgeber mit einem Kopfballtor in Führung. Viel offensiver hatte Schmid den Gegner erwartet. Doch Otterfing beließ es beim Nötigsten. Warum viel riskieren, wenn der Gegner für seine Fehler bekannt ist? Wiederholt Schmid doch fast jede Woche diesen Satz: „Die Gegentore sind zu einfach gefallen.“ Teilweise sind sie dem offensiveren System anzurechnen, oft genug entstehen sie nach Aussetzern Einzelner. Zwei Torchancen genügten den Gästen, um die Partie zu drehen. Beim dritten Tor gelang Stefan Ott ein Kunstschuss aus dem Mittelfeld – hinweg über Felix Schürgers, der sich gerade nicht im Tor aufhielt. Der Gegner sei „nicht besser, nur abgezockter“ gewesen. Selbst in der zweiten Halbzeit nicht, in der Murnau abbaute.

Am Ende flogen dann auch lange Bälle in Richtung Gäste-Tor. Mehr ein Akt der Verzweiflung als ein angeordneter Plan. Ein Problem früherer Tage holt Murnau wieder ein. In der Offensive fehlt ein Verwalter und Verteiler. Von der Art eines Bojan Stojanovic’. Der klatschte zwar freundschaftlich mit allen Fußballern ab, kickt aber nach wie vor nicht in der Kreisliga. Zu schnell gibt der TSV eroberte Bälle an den Gegner zurück. Es mangelt an kreativen Lösungen und Selbstvertrauen. Noch schaden die Niederlagen nicht der Moral. „Niemand kann von einem Kopfproblem bei uns sprechen“, stellt Schmid klar. Er möchte nun „mit allen Mitteln“ Deisenhofen schlagen. Es bleibt ihm nur der Blick in die Zukunft. Denn: „Jammern hilft nichts.“

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