Spektakuläre Schlussphase im Ligapokal-Derby: Der TSV Murnau holt sich nach 1:2-Rückstand durch ein 5:3 gegen den Erzrivalen Ohlstadt noch die ersten Punkte im Pokalwettbewerb.
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Der Joker sticht: Nasis Polymeridis bringt sein Team per Elfmeter 3:2 in Führung.

Ligapokal Kreisliga Gruppe 2

Murnauer Spätzünder feiern Derbysieg

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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Spektakuläre Schlussphase im Ligapokal-Derby: Der TSV Murnau holt sich nach 1:2-Rückstand durch ein 5:3 gegen den Erzrivalen Ohlstadt noch die ersten Punkte im Pokalwettbewerb.

Murnau –Es sind die kleinen Dinge, die den Reiz eines Derbys ausmachen. Tim Schmid und Jan Tischer, Trainer der Rivalen Murnau und Ohlstadt, versahen das Duell mit einem Extra-Ansporn: Der Verlierer muss dem Sieger eine Halbe Bier ausgeben. So wie sich der Abend gestaltete, war es nur folgerichtig, dass Jan Tischer die Zeche übernahm. „Das Schlimmste ist, dass ich dem Tim ein Bier ausgeben muss“, scherzte er. Seine Ohlstädter verloren 3:5 (1:1) in Murnau.

Auf der Suche nach Ursachen für die Pleite landete der Coach schnell bei zwei Punkten: Torquote und Schiedsrichter. An der Ausbeute arbeitet der SVO bereits seit längerem. „Die Gier ist aktuell einfach nicht da“, stellt Tischer fest. Besonders betraf das die ersten 70 Minuten der Ligapokal-Partie, in denen Bernhard Kurz zwei Treffer erzielte und die Gäste 2:1 führten. Viel zu wenig angesichts der vielen wie guten Chancen. Die Murnauer Abwehr ähnelte einer schlechten Fälschung, verglichen mit dem Spiel gegen Uffing. Die jungen Burschen trafen auf Ohlstädter Piranhas. Früh gingen sie die Murnauer an und provozierten Fehler. Josef Bierling, Laurenz Schneider, Felix Röhrig – jeder verlor einmal den Ball in ungünstigen Momenten. „Das müssen wir abstellen, daraus müssen wir für die Zukunft lernen“, sagt Tim Schmid.

An dieser Stelle gehört erwähnt, dass sich die TSV-Elf arg von der Formation gegen Uffing unterschied. Der Coach erklärt’s mit dem breiten Kader. Jeder habe seine Chance verdient. „Man sieht deutlich, dass wir reinwerfen können, wen wir wollen.“ Das mag ein salomonischer wie loyaler Satz sein, der aber nicht ganz der Wahrheit entspricht. Wie auch Jan Tischer bemerkte. Beim Liga-Derby am 3. Oktober „wird eine andere Murnauer Mannschaft auf dem Platz stehen“, glaubt der Ohlstädter Coach. Schmid wechselte nacheinander Maximilian Ott, Moritz Hofmann und Andreas Knoll – drei Startelfspieler vom Sonntag – ein, wodurch das Murnauer Spiel dann wieder mehr nach Fußball aussah. Ab Minute 70 drehte der TSV auf und das Spiel mit Toren von Nasis Polymeridis (2), Kevin Diemb und Moritz Winkler.

Die Aufstellung des TSV zeigte ebenso, das beide Klubs das neue Format aus unterschiedlichen Winkeln betrachten. Tischer hält den Wettbewerb für attraktiv und sagt: „Das ist nichts anderes als ein Ligaspiel.“ Murnau hingegen nutzte das Duell für eine weiteres Jugend-forscht-Experiment, was auch Tischer gut fand. Zur Geschichte dieses Derbys gehört aber auch das Kapitel Schiedsrichter. Es wäre unfair, Matthias Dolderer als Ohlstadts Henker zu verdammen. Die Leistung passte schon. Blöderweise entschied er die wichtigen wie engen Szenen alle pro TSV. Ende der ersten Hälfte beließ er es bei einer Ermahnung für den bereits verwarnten Emilio Cabrera. „Ganz klarer Platzverweis“, sagt Tischer. In Minute 65 nahm Dolderer ein Tor des SVO zurück – wegen Abseits. Wohingegen das vierte Tor der Murnauer von Kevin Diemb zählte, obwohl es nach Abseits roch. Ergänzt mit schlimmen individuellen Fehlern ergab das dann eine 3:5-Niederlage. Trotzdem war Tischer zufrieden. „Wenn wir diese Leistung am Sonntag bringen, ist alles gut.“

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