Glanzvoll war‘s nicht, aber das störte Trainer Christoph Saller nicht im Geringsten: Zum Auftakt zählte für den Coach des 1. FC Garmisch-Partenkirchen nur das Ergebnis.  Und das war durch einen 2:1-Erfolg in Gilching sehr positiv.
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Schwer zu stoppen: Moritz Müller vollstreckte in Gilching zweimal – das reichte für den Dreier.

Gilching-Fluch beendet: Garmisch-Partenkirchen startet mit Auswärts-Dreier

  • vonOliver Rabuser
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Glanzvoll war‘s nicht, aber das störte Trainer Christoph Saller nicht im Geringsten: Zum Auftakt zählte für den Coach des 1. FC Garmisch-Partenkirchen nur das Ergebnis. Und das war durch einen 2:1-Erfolg in Gilching sehr positiv.

Gilching – Sie hätte zum großen Ärgernis werden können. Jetzt aber ist sie gerissen. Die Negativserie des 1. FC Garmisch-Partenkirchen in Punktspielen gegen den TSV Gilching-Argelsried. „Dieser Fluch ist gottseidank gebrochen“, hält Christoph Saller nach dem 2:1-Auswärtserfolg fest und schnauft erst einmal tief durch. Moritz Müllers Doppelpack verhilft dem 1.FC sogar zum Sprung an die Spitze des Auswärts-Klassements der Landesliga Südwest und sichert dem Coach ein ruhiges Umfeld für die Fortentwicklung der Mannschaft.

Dass noch einiges zu tun ist, steht außer Frage. Für Saller hatte diese Tatsache am Sonntag jedoch keine Bewandtnis, „Im ersten Spiel zählt nur das Ergebnis“, betont der Trainer. Etwas genauer wird er mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen Durach. „Da wollen wir die 40 Punkte vollmachen, danach schauen wir, was noch möglich ist.“

Das positive Resultat zum Auftakt nach dem Winter geht fraglos in Ordnung, waren die Gäste doch das spielerisch gewieftere Team auf einem ungewohnt stumpfen Kunstrasen. Gleichwohl hätte sich die Partie durchaus in die Gilde der drei vorigen Abfuhren einreihen können. Als nämlich Florian Huber früh im zweiten Abschnitt den Ausgleich markierte, rangen die Gäste um ihr Stehvermögen. „Mit etwas Ballpech kann das Spiel in einigen Situationen kippen“, räumt Saller ein. Gilching bekam plötzlich mehr Torabschlüsse, Tormann Stefan Schwinghammer reagierte glänzend bei Maximilian Hölzls Freistoß. Hätte schnell gehen können.

Es gibt wahrlich Schöneres für ein ballorientiertes Team, als gegen eine in Struktur und Taktik undurchsichtige Elf zu operieren, deren Vorliebe aus langen Bällen von Hölzl oder Keeper Felix Ruml besteht. Daher war es auch kein restlos überzeugender Auftritt der Garmisch-Partenkirchner, immerhin aber ein entschlossener.

Dabei bestätigte Stefan Lorenz im ersten bedeutsamen Praxistest seine Eignung als Linksverteidiger. „Er ist defensiv sehr stabil und bekommt immer wieder Szenen nach vorne, weil er offensiv denkt“, urteilt Saller. Beim Siegtreffer der Gäste lieferte Lorenz das Belegexemplar für die Einschätzung des Trainers. Der 20-Jährige startete auf der Flanke durch, bekam den Ball von Jonas Schrimpf im rechten Moment und schickte die Kugel kurz vor der Torauslinie stramm und präzise ins Sturmzentrum. Dort brauchte Moritz Müller nur den Fuß hinzuhalten.

Der Oberhauser hält nun bei 16 Saisontreffern, wirkte in seinem Erscheinungsbild, als hätte es die lange Winterpause gar nicht gegeben. „Wir wissen, wo er hingeht und dass er präsent ist“, kommentiert Saller. Müller war auch nach zehn Minuten schon zur Stelle gewesen, als der 1.FC demonstrierte, dass lange Bälle durchaus erfolgbringend sein können. Schrimpf war es, der den Schlag von Schwinghammer per Kopf verlängerte, ehe Müller aus ungünstigem Winkel zum 1:0 vollstreckte.

Insgesamt war schon zu sehen, dass die Pause Spuren hinterlassen hat. Kaum einmal konnte sich der 1.FC entscheidend gegen die von Kapitän Hölzl organisierte Abwehr der Gilchinger durchsetzen. Als Ursache machte Saller „häufige Ballverluste in guten Situationen“ aus.

Etwas unrund wirkte auch das Startelfdebüt von Robin Reiter, der beileibe kein Fremdkörper im Team war, aber oft unglücklich agierte. Saller fand es „schade“, dass der Unterammergauer die guten Trainingsleistungen „noch nicht ganz“ ins Spiel transportiere. „Er will oft zu viel.“ Dennoch wird er weitere Chancen bekommen.

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