(Bild v.l.n.r.) Linus Schöps, Anna-Lena Gerstl und Sebastian Mayr schließen sich dem FC Bayern an.
+
(Bild v.l.n.r.) Linus Schöps, Anna-Lena Gerstl und Sebastian Mayr schließen sich dem FC Bayern an.

Schöps, Mayr und Gerstl spielen ab jetzt für den Rekordmeister

Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Drei Talente wechseln zum FC Bayern

  • vonMarco Blanco-Ucles
    schließen

Der Rekordmeister holt sich die Talente Linus Schöps, Sebastian Mayr und Anna-Lena Gerstl aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen für den eigenen Nachwuchs.

Landkreis – Kinder im Alter von acht Jahren haben nie einen anderen Deutschen Fußball-Meister als den FC Bayern erlebt. Logisch, dass ein Angebot des Serien-Champions von der Säbener Straße insbesondere die jungen Kinderherzen höher schlagen lässt. Mit Linus Schöps vom TSV Murnau und Sebastian Mayr vom SV Ohlstadt wagen zwei Nachwuchskicker aus dem Jahrgang 2012 den großen Schritt und laufen ab der kommenden Spielzeit für den FC Bayern München auf. Komplettiert wird das Landkreis-Trio von der fünfzehnjährigen Anna-Lena Gerstl, die vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen an den Campus wechselt.

Linus Schöps

Der achtjährige Linus Schöps ist glühender Fan des FC Bayern. „Er ist der größte, den ich kenne. Bei uns zu Hause ist alles rot“, sagt Vater Peter und lacht. Auf seinen Sohn, dessen Mitspieler in Murnau durch die Bank zwei Jahre älter waren, ist der Branchen-Primus bei diversen Turnieren aufmerksam geworden. Bei einem dieser Wettbewerbe in Bad Kohlgrub sprachen die Scouts des FC Bayern Peter Schöps dann an. Ob sein Sohn sich vorstellen könnte, einmal zum Probetraining vorbeizukommen, wurde er gefragt. Die Entscheidung fiel nicht schwer. Über mehrere Wochen hinweg nahm Linus an verschiedenen Sichtungstrainings teil. Nach und nach wurden Spieler aussortiert. Anfangs waren es 60 Kinder. Elf blieben übrig. Sie bilden zur kommenden Saison die U9 des Rekordmeisters. Linus ist einer von ihnen. Einige Freunde von ihm wurden anfangs ebenfalls eingeladen. Nach einiger Zeit änderte sich das. Der Gedanke, bei einem schlechten Training ebenfalls aussortiert zu werden, nagte zu Beginn an Linus. „Er hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass es dort immer ums Gewinnen geht, auch bei den Kleinsten“, meint Vater Peter.

Drei- bis viermal in der Woche wird Linus zukünftig von den Eltern nach München gefahren. Ein enormer Zeitaufwand. Sollten die schulischen Leistungen unter dem Wechsel leiden, würde Peter seinem Sohn eine Rückkehr nach Murnau nahelegen. Denn eines hat er Linus bereits klargemacht: Alles auf die Karte Fußball zu setzen, wäre töricht. Ein guter Schulabschluss hat nach wie vor Priorität.

Sebastian Mayr

Sebastian Mayr hat früh in seiner fußballerischen Laufbahn gelernt, was es heißt, sich durchbeißen zu müssen. Die letzten drei Jahre spielte er stets bei den zwei Jahre älteren Kindern. Was ihm an Körpermasse fehlte, bügelte er durch Spielwitz und seine Technik wieder aus. Als großer Bayern-Fan war die Freude bei der Anfrage aus München natürlich groß. Ähnlich wie bei Linus wurde er bei diversen Turnieren von Scouts des FC Bayern gesichtet und zu mehreren Probetrainings eingeladen. Im Oktober 2019 gab Sebastian zusammen mit seinen Eltern dem Rekordmeister die Zusage für einen Wechsel im Sommer 2020. Die letzten drei Jahre wurde Sebastian von Andreas Fischbach, seines Zeichens Jugendleiter beim SV Ohlstadt, trainiert. Neben seinem sportlichen Talent schätzt er an dem Achtjährigen vor allem seine „ruhige und bodenständige“ Art. Dass sein Schützling bereits im Alter von acht Jahren den großen Schritt nach München wagt, sieht Fischbach mit gemischten Gefühlen: „Prinzipiell kommt ein Wechsel für mich in diesem Alter zu früh. Allerdings mache ich mir bei ’Basti’ persönlich keine Sorgen, der wird das wegstecken. Er ist ja auch gut in der Schule.“

Sebastian ist eng mit Linus befreundet, Fahrgemeinschaften werden den Eltern der Jungs das Pendeln an den FC Bayern-Campus deutlich erleichtern.

Anna-Lena Gerstl

Bereits seit Anfang Juli im Dress der Münchner unterwegs ist Anna-Lena Gerstl. Die 14-jährige Schülerin des St. Irmengard-Gymnasiums wechselte vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen zum deutschen Rekordmeister. Am Gröben hatte sie zuletzt in der männlichen U15 des FC gespielt. Nun schloss sie sich der weiblichen U17 des FC Bayern an. Ihre ersten Eindrücke sind durchweg positiv: „Es macht großen Spaß. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und das Niveau im Training ist sehr hoch.“

Durch das jahrelange Zusammenspielen mit den Jungs habe sie viel in puncto Zweikampfstärke und Durchsetzungsvermögen gelernt, betont Gerstl. In den ersten Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft kristallisierte sich die Position der rechten Verteidigerin als die ihre heraus. Erfahrungen hat sie dort bereits beim FC sammeln können. Der Unterschied? „Bei den Bayern schalten sich die Außenverteidigerinnen mehr nach vorne ein, das gefällt mir sehr.“

Auf sie aufmerksam wurde der FCB über ihre Auftritte in der Regional- und Bayernauswahl. Im April diesen Jahres kam dann das Angebot. „Ich war zwar überrascht, habe mich aber riesig gefreut.“

(“Marco Blanco-Ucles“)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

1. FC GAP II: Wo Zweite draufstand, steckte Dritte  drin - Klatsche gegen SV Krün
1. FC GAP II: Wo Zweite draufstand, steckte Dritte  drin - Klatsche gegen SV Krün
1. FC Garmisch-Partenkirchen: Torjäger Stefan Lorenz verlässt den Verein
1. FC Garmisch-Partenkirchen: Torjäger Stefan Lorenz verlässt den Verein
1. FC GAP und Murnau für Klage - FC Bad Kohlgrub kritisiert BFV-Vorgehen
1. FC GAP und Murnau für Klage - FC Bad Kohlgrub kritisiert BFV-Vorgehen

Kommentare