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Echte Alternative: Innenverteidiger Berke Tatlici (r.) – im Duell mit Ugur Turk. 

Angeschlagener Knipser Berwein geschont

Garmisch-Partenkirchen trotzt 1860-Reserve ein Unentschieden ab

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Zwei vermeidbare Gegentore für den FC Garmisch-Partenkirchen verhinderten einen Sieg gegen den Bayernligisten. Die Landesliga-Aufsteiger setzte im Testspiel speziell auf junge Spieler, die zu Überzeugen wussten.

Beinahe hätte Christoph Saller das große Spektakel verpasst. Erst ließ das Gepäck am Flughafen auf sich warten, dann steckte der FC-Trainer, der aus dem Urlaub kam, im Münchner Berufsverkehr fest. Erst die letzten Spielzüge des ersten Abschnitts gegen den TSV 1860 München II verfolgte Saller auf der Tribüne, die üppiger gefüllt war, als in manchem Punktspiel.

Im Test gegen die kleinen Löwen bestätigte der 1. FC Garmisch-Partenkirchen, wie gut er sich in der Vorbereitung entwickelt hat. Der Fortschritt ist sichtbar. Auch wo es beim Aufsteiger noch zwickt, zeigte sich beim 2:2 gegen den Bayernligisten deutlich. Acht Tage verbleiben dem Landesliga-Aufsteiger noch bis zum Auftakt. Davor steht am morgigen Samstag beim österreichischen Drittligisten SC Schwaz (16 Uhr) noch die Generalprobe an. Das Finalturnier des Erdinger Meister-Cups am Sonntag bezeichnet Saller hingegen als Zuckerl, das seine Schützlinge gerne mitnehmen.

Das Kräftemessen mit den Löwen bestätigte sich als der von Trainerseite angekündigte ideale Test. „Phasenweise haben wir gut ausgesehen“, sagt der 43-Jährige. „Spiele, bei denen man sich mit bestens ausgebildeten und namhaften Teams reiben kann, sind viel wert für uns“, bilanzierte der FC-Coach.

Freilich wirkten die Münchner wegen der großen Anzahl an Neuzugängen nicht eingespielt. Den Klassenunterschied sah man aber allenfalls auf technischer Ebene. Die Löwen hatten im Wesentlichen mehr Ballbesitz, ohne dass sie Druckwellen aufbauten oder gar eine Vielzahl an Einschussmöglichkeiten erspielten. Das lag auch an einem jungen Defensivspieler in Reihen der Gastgeber: Berke Tatlici ersetzte Dominik Schubert in der Innenverteidigung mehr als solide. Der 19-Jährige erkennt gefährliche Situationen frühzeitig, bevorzugt stets eine spielerische Lösung. Somit gab er eine Empfehlung für weitere Einsätze ab. „Berke harmoniert gut mit Florian Scheck und ist auch für den Landesliga-Kader vorgesehen“, sagt Saller.

Genauso alt wie Tatlici, nur auf einer ganz anderen Position eingesetzt, empfiehlt sich Moritz Müller immer mehr für höhere Weihen. In Abwesenheit von Top-Stürmer Maximilian Berwein (wurde nach einem Sturz auf die Hand geschont) unterstütze der Oberhauser Stoßstürmer Franz Fischer. Welch außergewöhnliches Rüstzeug Müller mitbringt, veranschaulichte er beim 1:1. Wahrscheinlich hätten viele andere Kicker in diesem Alter überhastet abgeschlossen. Müller aber nahm das Zuspiel von Stefan Durr souverän an, schlug den Haken in die Mitte, ehe er den Ball mit dem linken Fuß in die kurze Torecke setzte.

Vermeidbar wären die beiden Gegentreffer gewesen. Sowohl bei einem Eckball, als auch bei einer Kombination der Löwen fehlte dem 1. FC ein wenig die Entschlossenheit. Optimierungsbedarf machte Saller auch beim Umschaltspiel auf. Mehrmals brachten Balleroberungen im Mittelfeld keinen Ertrag, weil die Kicker nicht nachrückten. Besser gefiel Saller schon der abermalige Ausgleich, den Kapitän Durr im Zusammenspiel mit Fischer aus zwölf Metern und zentraler Position erzielte. Insgesamt zog Saller ein positives Fazit: „Wir sind auf einem guten Weg.“

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