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Augen zu und durch: Torschütze Max Berwein (8) und Hannes Mohr (17) durchschreiten ein Tal der Tränen.  

Kalte Dusche in der Nachspielzeit für Garmisch-Partenkirchen

Saller nach Last-Minute-K.O. gegen Gilching: „Bitterste Niederlage“

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Bis in die Nachspielzeit führte der 1.FC Garmisch-Partenkirchen in Gilching mit 1:0, am Ende jubelte aber doch noch das Heimteam. 

Diese Momente machen sprachlos. Anders als in den zwei vorherigen Partien stand nicht die Mannschaft im Zentrum der Kritik. Vielmehr hadert Christoph Saller mit dem Schicksal. Dass es jedem Fußballer und Trainer im Laufe der Zeit irgendwann und in irgendeiner Form auflauern würde, weiß der 44-Jährige natürlich. Als Spieler hat er alles nur Denkbare erlebt, und auch in der fast fünfjährigen Zeit als Übungsleiter sind die Erfahrungswerte weit mehr als überschaubar. Gegen Fassungslosigkeit ist gleichwohl kein Kraut gewachsen.

Saller spricht von der „bittersten Niederlage“ seiner Trainerlaufbahn; vielleicht sogar der gesamten Karriere als Sportler. „Wir hatten das Spiel eigentlich schon gewonnen“, hadert er mit den Ereignissen in der Schlussphase. Der Fußballgott schlug sich unversehens auf die Seite der ansonsten umgänglichen Gilchinger. Den Schlusspfiff vor Augen, überschlugen sich die Ereignisse in den letzten Momenten der Begegnung.

Aus sicher geglaubter Punkteausbeute wurde ein „richtiger Tiefschlag“. Sallers Fähigkeiten als Psychologe sind nun gefragt. „Wir werden daran zu knabbern haben, aber wir müssen jetzt zeigen, dass wir mit dem Druck umgehen können.“ Soll heißen: Kaufbeuren als Widersacher am kommenden Samstag ist fällig. Dreimal nix auf fremden Plätzen sind eine fette Hypothek. Saller spricht von einem „Polster“, das man sich mit den entsprechenden Ergebnissen hätte erarbeiten können. „So aber wird es enger zu den Abstiegsrängen.“

Das Bittere an der gestrigen Niederlage: Der 1. FC spielte weder schlecht, noch war er seinem Kontrahenten in irgendeinem Belang unterlegen. Doch brachte der Aufsteiger den knappen Vorsprung nicht über die Zeit. „Wir schenken ein souverän geführtes Spiel total her“, bedauert der Cheftrainer die Unbilden in der Nachspielzeit. „Das tut richtig weh.“

Max Berwein hatte für den 1. FC den Vorsprung heraus geköpft. Nach Eckball von Stefan Durr nötigte der Oberauer Gilchings Keeper zur Glanztat, kam aber noch einmal zum Ball, und dann klappte es.

Für eine präzise Analyse hätte Saller wohl noch eine Nacht benötigt. Die anfängliche Suche nach Antworten endet im Nirwana. Freilich, das Spiel war arm an Tormöglichkeiten. Aber ließen die Werdenfelser über 89 Minuten keine gravierenden Möglichkeiten der Gastgeber zu. „Vielleicht haben wir etwas zu viel verwaltet“, rätselt der Übungsleiter ins Blaue.

Nichts zuzulassen, sei ein wichtiger Bestandteil souveränen Auftretens. „Aber die Konsequenz nach vorne haben wir vermissen lassen.“ Saller hätte dennoch erwartet, auch das knappe 1:0 über die Zeit zu bringen. Erst recht gegen einen wenig angsteinflößenden Gegner. Doch die Nachspielzeit hielt erbarmungslose Überraschungen parat. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite ließ die FC-Hintermannschaft mehrere Nachschüsse zu. Einer saß dann halt. Saller thematisiert den „Handlungsvorsprung“ des Angreifers, aber die beteiligten Verteidiger müssten schon auch ohne Unterlass nachlaufen.

Mit dem Unentschieden hätte der Aufstiegs-Coach noch leben können. Doch dann verlor Hannes Mohr die Kugel im Mittelfeld, und ein Flatterball von Marvin Fauth, der schon den Ausgleich markiert hatte, wurde von Keeper Stefan Schwinghammer ins eigene Netz gefaustet. Saller, der 80 Meter vom Geschehen entfernt war, wollte sich vor der abschließenden Fehleranalyse die betreffenden Szenen erst noch mal auf Video ausschauen. Seine Laune heben, wird die mediale Retrospektive allerdings kaum.

TSV Gilching-A. – 1.FC Garmisch-P. 2:1 (0:1) 

TSV Gilching: F. Ruml – Meißner (ab 55. Fauth), Hölzl, Wiedemann, Brand (ab 65. Kraus), König, Ersoy, Rodenwald, Adofo, M. Ruml, Buckl.

1. FC Garmisch-Partenkirchen: Schwinghammer – Brudy, Lorenz (ab 65. Mohr), Berwein, Diaby, Durr, Naber (ab 46. Körner), Scheck, Fischer, Müller, Schubert. Schiedsrichter: Simon Konrad (BC Adelzhausen). Zuschauer: 300. 

Tore: 0:1 (35.) Berwein, 1:1 (90. + 1) Fauth, 2:1 (90 + 4) Fauth. 

Gelbe Karten: Wiedemann, Kraus – Diaby, Fischer, Schubert.

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