+
Harte Gangart: Oberammergaus Patrick Rahe (l.) senst Hannes Bader von der SG Oberau/Farchant um. Nützte nichts. Die SG gewinnt das Duell mit 2:1. 

Oberau weiterhin ungeschlagen

Garmischer A-Klassen: Torfestival in Uffing, Noll führt Oberau in letzter Sekunde zum Sieg

  • schließen

Das war kein leichter Spieltag für die Favoriten. Uffing, Ohlstadt, Oberammergau und Söchering hießen die Gegner, und die gelten allesamt als kampfstark und unangenehm.

Letztlich haben sich Top-Favorit Krün, die SG Oberau/Farchant, Mittenwald und Grainau aber durchgesetzt – mit dem einen oder anderen Problemchen.

SV Uffing II –
FC Mittenwald 3:4 (1:1)

Schiedsrichter: Andreas Timmermann (SV Wessobrunn). – Zuschauer: 40. – Tore: 0:1 (2., Foulelfmeter) Schug, 1:1 (42.) Nebl, 2:1 (49., Foulelfmeter) Resing, 3:1 (51.) Brandner, 3:2 (66.) Schug, 3:3 (69.) Bielmeier, 3:4 (81.) Schug.

Es lohnte sich, den Schlusspfiff abzuwarten und die beiden Trainer zu beobachten. Denn ihre Reaktionen spiegelten wider, was sich davor abgespielt hatte. Der Mittenwalder Helmut Schug ballte die Faust demonstrativ in Richtung Uffinger Bank. Es hatte davor ein paar nette Wortgefechte zwischen beiden Lagern gegeben. Florian Neuner vom SVU entledigte sich einer Wasserflasche und gleichzeitig seines Frusts. 3:4 hatte das Reserve-Team verloren und dabei mindestens einen Punkt verspielt. Denn bis zur 67. Minute führte es 3:1. Bis zu diesem Zeitpunkt „waren wir spielbestimmend“, erkannte Neuner. Kollege Schug lobte die „geschickte“ Taktik der Uffinger, das Spiel zu verzögern. „Sie haben uns eingeschläfert. Das war genial.“ Eigentlich sah der Mittenwalder seine Mannschaft als „spritziger und schneller“ an, aber die Uffinger Spielweise habe auch seine Elf langsam werden lassen. Dazu bestach der SVU vor dem Tor mit Effizienz. Selbst nach dem 2:3 lehnte Coach Neuner noch locker am Geländer. Mit dem 3:3 wich die Gelassenheit. „Dann sind wir eingebrochen.“ In der Defensive offenbarte der SVU große Schwächen. Gegner Schug erkannt zudem, dass „einige am Ende nicht ganz fit waren“. Anders sein Team. Egal wie viele Kicker fehlen, fit sind auch die, die nachrücken. Ein großes Herz haben die Mittenwalder ohnehin. „Wir geben nie auf, das ist unsere Stärke“, lobt Schug. Sein Sohn Markus versetzte den FCM mit einem Traumtor, seinem dritten, in Ekstase sowie Neuner in eine Schockstarre. Der Uffinger sagt: „Den trifft er einmal in zehn Jahren.“ Dennoch lobte der Coach seine Not-Truppe. Jede Woche trete er mit anderen 14 an, kaum einer trainiere. „Ich bin ja froh, dass so viele aushelfen.“  am

SG Ohlstadt II/G’aschau –
SC Eibsee Grainau 0:2 (0:2)

Schiedsrichter: Michael Brandl (FSV Höhenrain). – Zuschauer: 45. – Tore: 0:1 (37.) Scheck, 0:2 (38.) Zach.

Die Erleichterung war groß. Das merkte man den Spielern der Gäste nach Schlusspfiff an. So wirklich hätten die beiden Auftakt-Niederlagen „niemanden genervt“, sagt Andi Zinn. Doch den Coach selbst haben sie „schon umgetrieben“. Er hatte schlichtweg „keinen Bock“ auf die nächste Pleite. Hilfreich war da ein relativ ideenloser Auftritt der Platzherren. Im Fußball reiche es nicht, „nur gut zu verschieben“, blickt Michael Koller auf die Versäumnisse seiner Elf. „Es fehlt das Selbstvertrauen, etwas mit dem Ball zu machen.“ Koller vertrat das verhinderte Trainerduo Tobias Fischbach und Michael Neumeier an der Seitenlinie, musste zusehen, wie ein Doppelschlag tief im ersten Abschnitt seiner Elf das Genick brach. Bei Sebastian Schecks Führungstor wurde der Ball unglücklich zum Schützen abgefälscht, gleichwohl fehlte „bei uns die Tiefenstaffelung“. Auf einer Linie zu verteidigen, geht eben immer wieder mal böse aus. Keine Minute später verlor Tobias Reißl den Ball im Aufbauspiel, weswegen beim Zuspiel auf Benno Zach für Grainau alle Wege offen waren. „Unsere Entschlossenheit im ersten Abschnitt hat den Unterschied gemacht“, urteilte Zinn mit Blick auf die durch Lorenz Schmautz, Franz Forsthofer und Reißl vergebenen SVO-Chancen.  or

SG Oberau/Farchant –
Oberammergau 2:1 (1:0)

Schiedsrichter: Florian Bauer (FSV Malchin). – Zuschauer: 58. – Tore: 1:0 (45.+3) Burger, 2:0 (52.) Bader, 2:1 (90.+2) F. Noll.

Selten hat es in der A-Klasse einen so guten Schiedsrichter wie Florian Bauer gegeben. Er entschied fast alle wichtigen Szenen richtig. Und: Er schaffte es, etwas Drama in diesen müden Kick zu bringen. Kurz bevor der TSV Oberammergau per Freistoß zum 1:2 verkürzte, hatte er vier Finger gehoben. Vier Extra-Minuten für die Ammertaler, um einen Punkt zu sichern. Vier Extra-Minuten, in denen Sebastian Schmölzl von der SG Oberau/Farchant zitterte. „Das Gegentor hat sofort jeder im Kopf“, sagt er. Doch sein Team überstand eine Ecke in der letzten Minute. Das Resultat zählt, betonte Schmölzl. Erst recht, weil er vorige Saison so oft für gute Leistungen beglückwünscht wurde, ohne einen Punkt geholt zu haben. Nun gewinnt sein Team mit einem Durchschnitts-Auftritt. Der Coach sieht die Entwicklung.

Keine Frage, der Sieg war verdient. Oberammergau verbuchte kaum Chancen, stand aber hinten sicher. In der ersten Hälfte habe sein Team die SG „im Griff gehabt“, sah Coach Markus Mayer. Nur im Spiel nach vorne klagte er über viele Fehlpässe. „Ein Paar hatten keine Normalform.“ Bei manchem lag es auch daran, dass er am Vormittag noch auf dem Kolben beim Aufräumen der König-Ludwig-Feier geholfen hatte. Zwei Szenen Ende der ersten Hälfte schockten die Gäste. Erst verletzte sich Torwart David Rutz, dann traf Michael Burger mit der ersten guten Chance der SG. Burger spielt neuerdings im Sturmzentrum, ein „Plan B“, wie Schmölzl sagt. Kein anderer Angreifer zeigt so viel Trainingsfleiß. Routinier Burger zahlt’s mit Toren und vielen guten Aktionen als Ballverteiler zurück. Womöglich stellt ihn der Coach bald wieder woanders auf. „Alles ist in der Findungsphase.“ am

SV Söchering –
SV Krün 0:2 (0:0)

Schiedsrichter: Matthias Bartl (SV Wielenbach). – Zuschauer: 80. – Tore: 0:1 (67.) Albrecht, 0:2 (75.) Klausner.

Eberfing und nun Söchering – zwei der größten Rivalen um den Aufstieg hat der SV Krün geschlagen. Grund genug für Trainer Thomas Mürnseer, nochmals seine Ambitionen zu unterstreichen. „Mit der Qualität muss man oben mitspielen.“ Beide Gegner hinterließen einen guten Eindruck. Die starken Einzelspieler hebt Mürnseer beim SV Söchering hervor. „Sie haben uns gefordert.“ Im Gegensatz zur Vorsaison treten die Isartaler aber mittlerweile ohne Verletzte an. In dieser Aufstellung gibt es kein stärkeres A-Klassen-Team. Trotzdem quälte sich der SVK beim 2:0-Erfolg lange. Aus unerklärlichen Gründen glich sich Krün der Spielweise seines Gegners an und schlug lange Bälle. Tödlich bei diesem schwülen Wetter. „Nach dem dritten Sprint war der Akku leer“, sagt Mürnseer. Zur Pause ermutigte er seine Mannschaft, es spielerisch zu probieren. Die Botschaft erreichte seine Isartaler. Vor dem 1:0 von Thomas Albrecht sah der Coach einen „Super-Spielzug“ vom eigenen Tor weg. Beim 2:0 fing Maximilian Klausner einen Abschlag ab und chippte ihn aus 40 Metern ins Söcheringer Tor.  am

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Murnau schlägt sich selbst
Der TSV Murnau zeigt lange Zeit sein bestes Heimspiel dieser Saison, schenkt dem Tabellenzweiten aus Otterfing aber die Tore - und unterliegt gegen einen abgezockten …
Murnau schlägt sich selbst
Tag des Zauderns und Zögerns: SV Ohlstadt geht in Habach leer aus
Die Hoffnungen auf einen Überraschungserfolg waren groß. Letztlich wurde nichts daraus. Der SV Ohlstadt verliert verdient mit 2:5 beim ASV Habach.
Tag des Zauderns und Zögerns: SV Ohlstadt geht in Habach leer aus
Al-Khafaji vom SV Uffing: Erst Elfer-Fehlschuss, dann Siegtor
Sie leben noch. Die Fußballer vom SV Uffing melden sich mit einem 2:0-Sieg in Waldram zurück im Kampf um den Kreisliga-Klassenerhalt.
Al-Khafaji vom SV Uffing: Erst Elfer-Fehlschuss, dann Siegtor
Glanzlos, aber glücklich: 1. FC Garmisch-Partenkirchen siegt schon wieder
Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen bleibt in der Erfolgsspur. 2:0 besiegt die Elf von Trainer Christoph Saller den SV Egg an der Günz.
Glanzlos, aber glücklich: 1. FC Garmisch-Partenkirchen siegt schon wieder

Kommentare