+
Turbo-Tommy: Thomas Neumeier setzt in seinem letzten Jahr als Trainer des SV Uffing auch weiterhin auf feurige Ansprachen, um sein Team nach vorne zu peitschen. 

Leistungsträger fehlen zum Start

In seiner letzten Saison: Uffing-Coach Neumeier setzt auf Offensiv-Fußball 

  • schließen

Der Sportverein Uffing, gegründet 1924, begibt sich auf eine Reise in eine neue Welt, die sich Kreisliga nennt.

Keiner der Abenteurer weiß, was ihn erwartet. Denn keiner von ihnen ist je dort gewesen und könnte berichten. Thomas Neumeier, der Chef der Expedition, sagt jedoch, dass der Ausflug im allerschlimmsten Fall schon in fünf Wochen böse enden könnte. Denn in dieser Phase fehlt ihm ein Drittel der Stammbesetzung. „Anfangs“, betont er, „dürfen wir nicht unter die Räder kommen.“ Ansonsten war die Kreisliga wirklich nicht mehr als eine nette Sehenswürdigkeit, die man einmal und danach nie wieder sieht.

Aber – und dieses Aber ist ein gewichtiges: Neumeier, für den das Abenteuer zur letzten Mission wird, rechnet damit, zu bleiben. Diese Mannschaft, über Jahre geformt, hält er für so stark, sie könne Rang fünf packen. „Komplett sind wir für viele Überraschungen gut.“ Außerdem haben die Uffinger schlimmere Krisen gemeistert. An einer Relegationsniederlage vor 2000 Zuschauern gegen den größten Rivalen wären manche Mannschaften zerbrochen. Doch die Fußballer des SVU haben es geschafft, aus dem Tiefpunkt eine Kraft zu ziehen, die sie zum Aufstieg getragen hat. Dieser Geist begleitet den Meister auch am Sonntag (14 Uhr) zum historischen Tag: Straßlach heißt der erste Kreisliga-Gegner in 95 Jahren SVU. „Wir gehen mit der größtmöglichen Euphorie in das Spiel“, betont Neumeier. Wie lange sie anhält, entscheiden die ersten Ergebnisse. Setzt es Niederlagen, „ist die relativ schnell erloschen“.

Kommen und Gehen

Wenn sie eines in Uffing nicht leiden können, dann großes Drama. Der Sommer wurde zur Bühne für gleich mehrere Trauerspiele: So schnell Markus Steindl den Verein Richtung Garmisch-Partenkirchen verlassen hatte, so flott kehrte er wieder zurück. Beim 1. FC sahen sie ihn zu schwach für die Landesliga. Neumeier interessieren die Gründe nicht. Er sagt nur: „Nach so einem Abgang ist es nicht leicht, wieder in die Mannschaft zu kommen.“ Talent Gabriel Taffertshofer hat der Coach seit einem Disput im Spiel gegen Schlehdorf nicht mehr gesehen. Er tauchte im Kader der Murnauer A-Jugend wieder auf. „Mehr kann ich nicht sagen.“ Matthias Berchtolds Abgang verlief ruhig. Der Abwehrchef beendete zum Bedauern aller seine Karriere. Dafür schnappte sich der SVU mit Majid Al-Khafaji einen der talentiertesten offensiven Mittelfeldspieler der Region vom BSC Oberhausen. Ein total unkomplizierter Spieler, wie der Coach findet, und einer, der „richtig Fußball spielen kann“.

Die Vorbereitung

Nur ein Thema bestimmte die Testphase: das unfassbare Verletzungspech des SVU. Florian Schweiger, Stefan Resch, Georg Kutter, Markus Steindl, Martin Flöß und Franz Matschl fallen mit Bänderrissen, Knochenbrüchen oder anstehenden Operationen in den ersten Wochen aus. Vor allem die Defensive ist betroffen. Christian Englbrecht – der neue Boss – soll die jungen Nebenleute anleiten und ihre Fehler minimieren. In der Vorbereitung hat das nicht geklappt. „Wir machen immer wieder leichte Fehler.“ Trotzdem genießen Philipp Jarosch, Fabian Klier, Sebastian Graf und Co. das Vertrauen des Coaches.

Der Trainer

Neumeier geht in sein letztes Jahr beim Heimatverein – mit dem bewährten Paket der Vergangenheit: motivierende Ansprachen, klare Ansagen, Offensivfußball. Ändern werde er nur Kleinigkeiten im Training. „Ich muss nicht den Rastelli spielen und 1000 andere Sachen machen. Wir haben Erfolge gefeiert“, betont der Coach. Selbst in harten Zeiten, wie sie dem Team zu Beginn bevorstehen, setzt er auf den Angriff. Er möchte die Art Fußball zeigen, die „uns in den letzten zwei Jahren ausgezeichnet hat“. Neumeier stellt aber klar: „Wir können auch anders.“ Also defensiver.

Fazit und Prognose

Beinahe jedes Ergebnis ist möglich. Kutter, Al-Khafaji und Seidl sind gut genug, um den SV Uffing ins obere Mittelfeld zu schießen. Schafft der Rest allerdings die Umstellung auf das Kreisliga-Niveau nicht oder zu langsam, gehört der SVU zu den Abstiegskandidaten. Die ersten sechs Partien mit Duellen gegen ähnlich starke Gegner wie Straßlach, Polling, Miesbach und Otterfing weisen den Weg. Neumeier sagt: „Da müssen wir uns durchhangeln.“

DER SVU-KADER

Tor: Sebastian Obermüller, Julius Schnürer, Stefan Petersen, Christian Freitag.

Abwehr: Joachim Buchberger, Maximilian Dürr, Sebastian Graf, Stefan Resch, Christopher Schlegtendal, Jan Schlegtendal, Florian Schweiger, Martin Weingand.

Mittelfeld: Majid Al-Khafaji, Uli Dürr, Christian Englbrecht, Simon Gerg, Fabian Klier, Georg Kutter, Franz Matschl, Dominik Mayr, Fabian Pflüger, Christoph Seidl (C), Markus Steindl, Franz Sternkopf.

Sturm: Philipp Destek, Martin Flöß, Felix Hoffmann.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Thomas Neumeier bleibt Trainer beim SV Uffing – Wunsch der Mannschaft
Thomas Neumeier gilt als großer Verfechter der Drei-Jahres-Regel für Trainer. Er ist der Meinung: Länger als drei Spielzeiten sollte keiner eine Mannschaft im …
Thomas Neumeier bleibt Trainer beim SV Uffing – Wunsch der Mannschaft

Kommentare