Ohlstadts Hannes Fischer im Zweikampf mit Murnaus Thomas Bauer.
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Dieselbe Körperhaltung, dieselbe Anzahl an Toren: Weder Hannes Fischer (r.) und seine Teamkollegen vom SV Ohlstadt, noch die Murnauer um Thomas Bauer konnten sich im Derby durchsetzen.

SV Ohlstadt und TSV Murnau trennen sich mit 1:1

Kein Derby-Sieger

  • VonOliver Rabuser
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Das Landkreis-Derby der Fußball-Kreisliga hat keinen Sieger hervorgebracht. Der SV Ohlstadt und der TSV Murnau trennten sich 1:1. Einen Aufreger hatte noch die Nachspielzeit parat.

Ohlstadt – Zwei bärenstarke Torhüter haben das Derby geprägt, das seinen Erwartungen gerecht wurde. Das 1:1 zwischen dem SV Ohlstadt und dem TSV Murnau war in Summe ein gerechtes Abbild der Ereignisse, wenngleich die Gastgeber in letzter Sekunde die Gunst des Unparteiischen in Anspruch nehmen mussten. Zwei Drittel der dreiminütigen Nachspielzeit waren bereits abgelaufen. Murnau führte den letzten Eckstoß der Partie aus. Manuel Diemb stellte sich artistisch zum Ball und nagelte die via Kopf verlängerte Kugel unhaltbar in die Maschen. Der Jubel im grünen Lager war so vehement, dass Pfiff und Handzeichen des Spielleiters zunächst nicht wahrgenommen wurden. Entsprechend ausgeprägt war Sekunden später das Entsetzen. Auf Ohlstädter Seite schnaufte man tief durch. Keiner wusste so recht, warum Diembs Lucky-punch von Schiedsrichter Robert Wexenberger nicht anerkannt wurde. Gefährliches Spiel war die offizielle Begründung. Entspricht der Regel, wenn man selbige restriktiv und ohne jegliche Kulanz auslegt. „Dann dürfte ja ein Seitfallzieher nie zählen“, gibt Tim Schmid zu bedenken. Der Murnauer Coach gesteht aber auch, das er bei Dunkelheit weit weg vom Ort des Geschehens postiert war. Auf SVO-Seite wurde diese Kontroverse als schicksalhafte Fügung abgehakt. Dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen, war nach drei Niederlagen mehr als nur ein Widerwort gegen den jüngsten Trend. Dafür investierten die Ohlstädter aber auch viel. Der Kräfteverschleiß war im Schlussakkord unübersehbar. Dass trotz einiger Chancen nur zwei Treffer fielen, war vor allem den Keepern beider Teams zu verdanken. Felix Schürgers etwa kratzte noch einen von Hannes Fischer getretenen Freistoß aus dem Winkel. Andreas Wunders Schuss lenkte der TSV-Keeper zur Ecke, und auch beim finalen Versuch von Franz Leis war Schürgers mit den Fingerspitzen am Ball. Ohlstadts Kevin Ziener hingegen fischte Georg Kutter in allerhöchster Not die Kugel vom Fuß, war zudem bei sämtlichen Murnauer Angriffen der große Rückhalt des SVO. „Er hat uns den Punkt schon auch festgehalten“, bilanziert Jan Tischer. Dessen Bauchgefühl spülte überraschend Yannick Frey in die Startelf – was einem beim Spazierengehen mit der Gattin eben so einfällt. Frey rechtfertigte das Vertrauen mit einem schönen Tor. Nach einer Umschaltbewegung über Bernhard Kurz und Wunder knallte Frey den Ball aus halbrechter Position in den Winkel. Doch schnell war wieder alles im Lot. Josef Bierling köpfte freistehend am langen Pfosten eine Kutter-Flanke zum Ausgleich ein. „Wir schauen immer noch zu sehr auf den Ball, anstatt auf andere Spieler“, moniert Tischer.

Aus dem Schluss-Plädoyer beider Trainer waren dann aber allenfalls auf Murnauer Seite bedauernde Worte zu vernehmen.“Wir hatten das Zepter im zweiten Abschnitt in der Hand und auch die besseren Chancen“, sagt Schmid. Tischer indes fand ausschließlich Lob für sein Team, das es vor der Pause „überragend“ gemacht, und sich später gegen die Dominanz der Gäste „kämpferisch sehr gut“ gewehrt habe.

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