Momentan ist guter Rat teuer – auch für Tom Mürnseer. f: am

Eschenlohe will Spitzenreiter ärgern

Körper und Köpfe leer: Krün-Trainer Mürnseer bemängelt Durchhänger

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Landkreis – Der Kreisfußball schließt seine Pforten, geht für dreieinhalb Monate in die Winterpause. An Spannung und Derbys mangelt es dem finalen Spieltag des Kalenderjahres gleichwohl nicht. So steht etwa die SG Oberau/Farchant kurz vor dem Herbstmeistertitel.

Mögliche Schützenhilfe würde die SG Ohlstadt/Grafenaschauallein aus Eigennutz leisten. Sämtliche Kellerkinder müssen punkten, um den Abstiegskampf nicht frühzeitig auf ein Quartett einzugrenzen. Interessant auch die Situation in Grainau: Der SC tritt vor dem Winter – zumindest laut Terminkalender – noch zwei weitere Male an, könnte sich im Erfolgsfalle im Verfolgerfeld positionieren. Gleiches gilt für den FC Mittenwald.

SV Eschenlohe – SG Oberau/Farchant

Thomas Hesse kommt mit einer klaren Ansage daher: „Wir wollen den Spitzenreiter stürzen“, sagt der Trainer des SV Eschenlohe. So ein kleines Augenzwinkern ist bei ihm freilich schon zu erkennen. „Wir müssen doch ein bissl provozieren.“ Denn eines ist dem Coach schon bewusst: Die Vorzeichen stehen aus Eschenloher Sicht nicht zum Besten. Der Kader bleibt klein, „die Mannschaft stellt sich von allein auf“. Absagen kam für Hesse aber nicht in Frage. „Oberau liegt uns ja eigentlich ganz gut.“ Im Gegensatz zu Farchant. „Deswegen konzentrieren wir uns mehr aus den Oberauer Teil“, sagt er und lacht. Als Nachweis für das nicht ganz unberechtigte gute Gefühl verweist er auf das Hinspiel: Ein 1:1 luchsten die Eschenloher damals dem komplett neuen SG-Team ab.

Das hat sich freilich mittlerweile ganz gut gefunden. Selbst der stets zurückhaltende Sebastian Schmölzl räumt ein, „dass wir einen gewissen Standard erreicht haben“. Freilich nicht, ohne gleich die nächste Herausforderung zu nennen. „Jetzt müssen wir diesen aber auch halten, das ist der nächste Schritt.“ Die Erfolge in Bichl und gegen Krün haben die SG-Fußballern nochmals Schwung gegeben. Und sogar zum Herbstmeister hat es gereicht. Der Titel wiederum ist Schmölzl völlig egal: „Schön, da oben zu stehen, und ich glaube, wir brauchen uns dafür auch nicht zu entschuldigen, aber das ist der unwichtigste Titel überhaupt.“ Lieber richtet er den Blick auf Eschenlohe. „Defensiv ein starkes Team, das wir nicht unterschätzen dürfen. Jeder meint, dass auf dem Papier alles klar ist, aber wir müssen erst spielen.“

TSV Oberammergau – ASV Habach II

Die 2:3-Niederlage des TSV Oberammergau in Mittenwald nach 2:0-Führung – so etwas wie der erste größere Rückschlag für den Aufsteiger. „Das Spiel hat Jedem gestunken“, betont Markus Mayer. Die Mannschaft wusste während der Woche immer noch nicht so recht, was ihr eigentlich widerfahren ist. Der Trainer schon: „Sie hat sich den Schneid abkaufen lassen.“ Die Chance auf Wiedergutmachung besteht an diesem Samstag (14.15 Uhr) gegen den ASV Habach II. „Wir wollen mit einem positiven Ergebnis in die Winterpause gehen.“ Allerdings ohne Torjäger Marvin Otto, der sich einen ausführlichen Urlaub gönnt.

SC Eibsee Grainau – SV Uffing II

Die Vorboten sind eindeutig. Dass in Grainau kommende Woche ein Nachholspiel ausgetragen wird, ist unwahrscheinlich. Bereits jetzt ist der Platz durch den nächtlichen Frost arg in Mitleidenschaft gezogen. So dürfte das Heimspiel gegen Uffing der letzte Auftritt 2019 sein. „Wenn über Nacht die Welt nicht untergeht, hält der Platz das Spiel noch aus“, sagt Andreas Zinn mit Blick auf den möglichen Schneefall. Verlegungen in den Spätherbst hinein generell zuzustimmen, wird der SC-Coach fortan im Einzelfall überdenken. Im Vorjahr, als man Terminwünsche von außen mehrheitlich skeptisch gegenüber gestanden hatte, lief alles reibungsloser. „Da waren wir rechtzeitig fertig.“ Es ist ja nicht nur der Zustand des Spielfeldes, der Zinn umtreibt. Auch die Motivation seiner Fußballer befindet sich im Sinkflug. Sieben Mann zählte Zinn beim Donnerstags-Training einschließlich seiner Person. Eine Bestandserhebung, die der 28-Jährige unweigerlich als „Winter-Tristesse“ abkanzelt. Obgleich Uffings überraschender Dreier in Krün für Stirnrunzeln sorgt, will Zinn gegen die Kreisliga-Reserve unbedingt gewinnen. „Um etwas weiter nach oben zu kommen.“ Neben Daniel Pichler fehlt Maximilian Hauck.

In Uffing haben die jüngsten Erfolge für neues Selbstvertrauen gesorgt. Fünf Punkte aus den drei finalen Spielen, lautete die Vorgabe von Florian Neuner. „Also brauchen wir noch mindestens einen Punkt“, rechnet der Coach vor. Seine Elf wird Neuner noch an die „Grainauer Kampfstärke“ erinnern, die defensive Kompaktheit, aber auch körperliche Robustheit erfordert.

SV Krün – SV Eberfing

Im Endspurt der Hinrunde hat der SV Krün seine blendende Ausgangsposition für einen möglichen Wiederaufstieg vorerst verspielt. Jetzt, da die Mannschaft auf einen Mittelfeldplatz zurückgefallen ist, sehnt sich jeder nach der Unterbrechung. „Körper leer, Köpfe leer“, fasst Tom Mürnseer den mentalen und physischen Zustand seines Teams zusammen. Die Laufbereitschaft habe zuletzt deutlich nachgelassen. „Das war gegen Uffing klar zu sehen.“ Dennoch hofft der Krüner Trainer, dass seine Elf gegen Eberfing noch einmal alles an Energie raushaut, um nicht die letzte Chance auf die beiden vordersten Plätze schon frühzeitig zu vergeigen. Seine Forderung: „Einfach einen Schritt mehr machen als der Gegner.“

SF Bichl – SG Ohlstadt/Grafenaschau

Gegen eine vorzeitige Winterpause hätte bei der SG Ohlstadt/Grafenaschau niemand etwas einzuwenden gehabt. Doch da spielten die Sportfreunde aus Bichl nicht mit. „Sie wissen, dass wir auf dem Zahnfleisch daherkommen, es ist ihr gutes Recht“, sagt Tobias Fischbach über die abgelehnte Spielverlegung des Tabellenzweiten. Dafür erwartet sich der SVO-Coach eine „Trotzreaktion“ seines Teams. Bichl soll spüren, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Und so schlecht schaut es in Sachen Aufstellung wohl gar nicht aus. Fischbach erwartet Simon Nutzinger, Yannic Frey und Ömercan Serin vom Kreisligakader. „Dadurch sind wir besser aufgestellt, können etwas variieren.“

FC Mittenwald – ASV Antdorf II

Die erfolgreiche Aufholjagd gegen Oberammergau wirkte noch einige Tage nach. „Das war der Hammer“, sagt Helmut Schug über den Last-Minute-Sieg seiner Mannschaft. Der Trainer des FC Mittenwald hofft auf einen Lerneffekt. Agierte der FCM zu Beginn „lätschert“, durfte er anschließend erkennen, was mit erhöhter Laufbereitschaft so alles möglich ist. Gegen Antdorf ist der nächste Dreier fest eingeplant. „Wenn wir einigermaßen komplett sind, müssen wir gewinnen“, sagt Schug. „Vor allem daheim.“ Und dann gibt es ja noch ein weiteres Heimspiel gegen Grainau und dadurch die Möglichkeit, in die Phalanx der Spitzenteams einzudringen. Doch da wiegelt der Coach ab. „Für ganz vorne reicht es noch nicht.“ Schug ist es wichtig, „gesichert im oberen Drittel zu stehen.“

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