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Auf sie kommt es an: Die beiden Uffinger Schlüsselspieler Majid Al-Khafaji (vorne) und Georg Kutter (Mitte 3.v.l.) wollen ihre Mannschaft zum Klassenerhalt in der Kreisliga führen. 

„Das Selbstvertrauen ist zurück“

Das Selbstvertrauen ist zurück beim SV Uffing - Stolperstart ist abgehakt

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Die Favoriten ärgern, und am Ende ein Platz unter den Top-Fünf. Eine knackige Zielsetzung für einen Aufsteiger.

Und eine, die Thomas Neumeier durchaus um die Ohren geflogen ist. „Da durfte ich mir schon ein paar Sprüche anhören“, sagt der Trainer des SV Uffing. Die Realität spricht nämlich eine andere Sprache: 14 Punkte, Rang zwölf, direkt vor dem Relegationsplatz. Die Bilanz der Fußballer des SVU nach ihrem Premierenhalbjahr in der Kreisliga – ausbaufähig.

Vor allem zu Beginn offenbarten die Uffinger Schwierigkeiten, sich an das Niveau der neuen Spielklasse anzupassen. Nur zwei Siege gelangen in den ersten zehn Partien. Für Neumeier bitter – aber keine große Überraschung. „Viel zu viele Ausfälle“, nennt er als Hauptgrund für die Misere. So fehlte mit Matthias Berchtold (Karriereende) sowie den verletzten Simon Gerg, Stefan Resch und Florian Schweiger zeitweise die komplette Viererkette aus der Meistersaison. „Das würde jede Mannschaft der Welt treffen.“

Und dann ist da natürlich noch Georg Kutter. Der Mittelfeldmotor bringt es verletzungsbedingt auf gerade einmal sechs Einsätze. Bezeichnend: Mit sechs Treffern ist er dennoch zweitbester Torjäger beim SVU. Gemeinsam mit Dribbelkünstler Majid Al-Khafaji (zehn Tore) bildet Kutter das Elektrizitätswerk für Uffings Offensivpower. Fehlt einer von ihnen, oder gar beide, wird’s mau. Das weiß auch Neumeier. „Ihre Qualität haben in der Kreisliga nicht viele“, betont er. „Mit den beiden können wir jeden schlagen – ohne sie gegen jeden verlieren.“

„Manche hat das schon belastet“

Umso höher schätzt der Coach die Wirkung des 2:0-Sieges in Waldram ein – ohne den abermals zum Zuschauen gezwungenen Kutter. „Die Mannschaft hat gesehen, dass sie auch ohne den Schorsch gewinnen kann.“ Ein Aha-Erlebnis, das Energie freisetzte, Blockaden löste. Vier Punkte ließ der SVU zuletzt gegen Lenggries und Peißenberg folgen. Die Auftritte erinnerten wieder an die unbekümmerten und frechen Leistungen aus der Kreisklasse. Neumeier unterstreicht: „Das Selbstvertrauen ist zurück.“

Besser spät als nie, möchte man sagen. Präsentierten sich die Uffinger zwischenzeitlich doch bedenklich kraft- und harmlos. Die vielen Niederlagen nagten sichtlich an dem jungen Team. „So etwas waren wir nicht gewohnt“, sagt der Trainer. In den vergangenen beiden Jahren kann er sich an keine zwei Pleiten in Folge erinnern. Zweifel kamen auf, ob der Kader nicht doch zu schwach sei für die Kreisliga. Insbesondere im Umfeld. Wo früher die Zuschauer nach der Partie applaudierten und auf die Schulter klopften, erwarteten die Spieler nun nicht selten unzufriedene Gesichter. „Schon klar, die Fans wollen uns gewinnen sehen, das verstehe ich ja“, sagt Neumeier. Doch könne die vermehrt negative Stimmung nicht jeder seiner Kicker gleichgut wegstecken. „Manche hat das schon belastet.“

Der Coach selbst ließ sich davon nicht beeinflussen. „Da bin ich alt genug, um so was einzuschätzen.“ Doch hinterfragte freilich auch er seine Arbeit. „Meine Spieler sollen immer zuerst vor der eigenen Türe kehren – also mache ich das auch.“ Das Ergebnis: Neumeier verabschiedete sich von der Idee, auch in der Kreisliga mit offenem Visier erfolgreich nach vorne spielen zu können. Was in der Kreisklasse wunderbar klappte, erwies sich eine Stufe höher als zu riskant. „Die Fehler werden gnadenlos bestraft.“ Eine Lehre der ersten Halbserie.

Mit der Besinnung auf einfachen Fußball und defensive Kompaktheit – und natürlich den inzwischen wieder fitten Verletzten – hat der SVU vorerst den Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt. An seiner Zielsetzung hat Neumeier auch gefeilt. „Es geht nur um den Klassenerhalt“, stellt er klar. Einfach werde dieser nicht. „Aber wir haben Bock auf die Kreisliga – und haben sie auch im Kreuz.“

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