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TSV Murnau verpflichtet Michael Marinkovic - Rückkehr des Ex-Profis

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Von: Andreas Mayr

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Entscheidendes Puzzleteil im Kampf um den Aufstieg in die Bezirksliga? Michael Marinkovic (l.) – hier mit TSV-Abteilungsleiter Michael Adelwart – läuft künftig für Murnau auf.
Entscheidendes Puzzleteil im Kampf um den Aufstieg in die Bezirksliga? Michael Marinkovic (l.) – hier mit TSV-Abteilungsleiter Michael Adelwart – läuft künftig für Murnau auf. © ANDREAS MAYR

Dem TSV Murnau ist ein echter Transfercoup gelungen. Michael Marinkovic kehrt zu den Drachen zurück und soll die Mannschaft in die Bezirksliga führen.

Murnau – Das letzte Mal, als Michael Marinkovic mit dem Drachen auf der Brust Fußball spielte, ist 16 Jahre her. Damals in der C-Jugend des TSV. Alle Kollegen aus dem Jahrgang 1991 haben längst aufgehört. Da versteht man auch, warum einige der jüngsten Murnauer Fußballer erst einmal nachfragen mussten, wer der Mann denn überhaupt ist, den Torwart Felix Schürgers vorige Woche in der Kabine als Neuzugang vorstellte.

Unter den Ausnahmekickern im Landkreis ist der 30-Jährige so etwas wie der Vergessene, obwohl seine Vita deutlich illustrere Stationen aufweist als die Lebensläufe anderer Lokalhelden. Marinkovic schaffte es bis in die Dritte Liga. Bei der SpVgg Unterhaching unterzeichnete er vor zehn Jahren einen Profivertrag und lief dreimal in der 3. Liga auf.

Michael Marinkovic: Berufliche Veränderung ermöglicht Wechsel

Was sein Potenzial angeht, hält Michael Adelwart ihn für einen der talentiertesten Kicker der Gegend. „Ich habe ihn sehr nahe am Profifußball gesehen“, sagt der Abteilungsleiter beim TSV. Doch Verletzungen bremsten Marinkovic in entscheidenden Momenten aus. Nach Stationen in Wolfratshausen (Bayernliga) und Unterföhring kehrt der variable Offensivmann mit 30 Jahren zu seinem Heimatverein zurück und verstärkt die (für Kreisliga-Standards) ohnehin schon opulente Angriffsreihe der Murnauer Fußballer.

Sein Transfer hat zuvorderst berufliche Gründe. Zum 1. Februar wechselt Marinkovic den Arbeitsplatz von Geretsried nach Garmisch-Partenkirchen. Alleine für den Fußball täglich eineinhalb Stunden nach München zu pendeln, hält der Stürmer für „relativ sinnbefreit“. Die vergangenen drei Spielzeiten verbrachte er beim FC Unterföhring im Münchner Norden, mit dem er 2019 von der Bayern- in die Landesliga abgestiegen war. Wegen privater Angelegenheiten hatte er zuletzt eine Pause eingelegt und nur zwei Partien in der aktuellen Saison absolviert. Für seinen (jetzt ehemaligen) Klub findet Marinkovic nur lobende Worte. „Das sind alles Super-Typen in Unterföhring.“ Niemand habe ihn Steine in den Weg gelegt. Stattdessen löste der FC seinen Vertrag umgehend auf – wie gewünscht.

TSV Murnau: Marinkovic als letztes Puzzleteil zum Aufstieg?

Für Marinkovic kam nach dem Standortwechsel nur der TSV als neuer Verein in Frage. Zum 1. FC Garmisch-Partenkirchen habe zwar vor Jahren einmal Kontakt bestanden, doch als Alternative sah Marinkovic den Landesligisten diesmal nicht. Der 30-Jährige verbringt ohnehin viel Zeit mit seinen Spezln in Murnau, die allesamt dem Dunstkreis des TSV zuzuordnen sind. Mit einigen – Maximilian Giglberger, Schürgers, Benedikt Hausmann – steht er künftig auch auf dem Platz. In den vergangenen Jahren sah man ihn, wenn es der Spielplan zuließ, oft an der Poschinger-Allee. Sein Eindruck von der Kreisliga: „So schlecht ist das Niveau nicht.“ Weil sich Adelwart ohnehin regelmäßig bei ihm meldet, war der Transfer flott besiegelt.

Seit Jahren erkundigt sich der Fußballerchef ein, zwei Mal pro Saison bei Marinkovic, ob er denn nicht zurückkehren wolle. Wobei Adelwart scherzt: „Ich weiß nicht, ob man jetzt nach 15 Jahren bei Michael noch von einem Heimkehrer sprechen kann.“ Praktisch in allen Bereichen bringe er das junge Murnauer Team weiter. Als Typ – ein geselliger Teamkollege ohne Starallüren – passe er hervorragend in die Mannschaft. Zudem schwärmt Adelwart von seiner Qualität und Erfahrung. In der Hinrunde bemerkten die Verantwortlichen der Drachen in manch prekärer Szene, dass ein weiterer Routinier fehlt, der Leitlinien zieht und das jüngste Team der gesamten Kreisliga lenkt. Hingegen schrauben beide Parteien von Beginn an die Ambitionen zurück. „Ich erwarte gar nichts“, betont etwa der flinke wie dynamische Angreifer mit Torriecher. Adelwart wünscht ihm auf jeden Fall eine verletzungsfreie Zeit in Murnau, da Marinkovic im Laufe seiner Karriere immer wieder mit muskulären Blessuren zu kämpfen hatte. Alles andere komme von alleine. „Cool wäre schon, wenn du so lange wie möglich da vorne unter den ersten Drei bleibst“, sagt der frühere Fußballprofi. Marinkovic’ Wechsel verleiht dem ganzen System „TSV Murnau“ eine gewisse Symbolik: Mit 14 Jahren ging er nach Starnberg in die Jugendschmiede des Oberlands, um nach oben zu kommen. Nun, 16 Jahre später, hilft er Murnau beim letzten Schritt, nämlich die Erste Mannschaft in den höherklassigen Amateurbereich zu hieven. Damit die Jugendspieler von heute nicht mehr ausziehen müssen, um woanders ihr Glück zu finden. (Andreas Mayr)

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