+
Stets einen Schritt schneller als ihre Gegner sind beim 1:0-Heimsieg über den FC Deisenhofen II Rudi Schedler (l.) und seine Mitspieler vom SV Ohlstadt.

Keiner fällt ab

Kurz macht‘s: SVO schlägt Deisenhofen II mit 1:0

  • schließen

Der nächste Schritt aus dem Tabellenkeller ist getan. Mit 1:0 besiegt der SV Ohlstadt den FC Deisenhofen II.

Ohlstadt – Michael Koller rief seinen Spielern noch Kommandos zu, während Jan Tischer leicht versetzt hinter ihm bereits die Fäuste ballte. Der Chefcoach wusste, was Sekunden später passieren würde: Schiedsrichter Arthur Peteratzinger pfiff die Partie ab. Um 20.49 Uhr stand fest: Der SV Ohlstadt gewinnt auch die zweite Partie unter seinem neuen Trainer-Gespann. Mit 1:0 schlägt er die U23 des FC Deisenhofen. Zwar sind die Abstiegsplätze immer noch nahe, die akute Gefährdungslage aber ist einstweilen vom Tisch.

Die Wandlung der Mannschaft lässt sich zuvorderst an den Reaktionen jahrelanger Zuschauer ausmachen. „Beste erste Halbzeit sein Jahren“ oder „unglaublich kampfstark“, lauteten zwei von ausnahmslos positiven Einschätzungen. „Die Mannschaft hat wieder Bock, ist willig, im Training dazuzulernen“, betont Tischer. Er und Koller würden keine Wunderdinge vollbringen. Akribische Arbeit bildet das Fundament des Fortschritts, individuelle Maßnahmen sorgen für die Feinabstimmung. „Mit kleinen Mitteln die Freude am Sport zurückgeben“, benennt Tischer seinen Auftrag. Drohte das Team nach dem Gegentreffer vorige Woche in Otterfing noch kurz in alte Verhaltensweisen abzudriften, agierte sie eine Woche später „ohne Abfall im Team“.

Im Vorfeld der Partie versicherte der Coach seinen Schützlingen, dass ein Heimerfolg über den spielstarken FCD nur möglich sei, wenn man sich gemeinschaftlich aufopfere. Gesagt, getan. Schlich sich mal ein Stockfehler ein oder passte das Stellungsspiel nicht ganz, half sofort der nächstpostierte Mitspieler aus. Einige SVO-Kicker wären gar „über ihre Grenzen“ gegangen. Namentlich nannte Tischer Levent Karaca, der zur Pause über Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur klagte, dennoch durchhielt und erst nach einem Blattschuss ins Gesicht aufgeben musste. Oder Maximilian Schwinghammer, der entgegen ursprünglicher Planungen in der Startelf stand und „viel gelaufen“ sein. Natürlich auch Bernhard Kurz. Den Angreifer hatte Tischer zum Auftakt nach der Winterpause in Otterfing noch auf der Bank schmoren lassen. Er wollte ihn anstacheln, die restlichen 20 bis 30 Prozent an Leistungsbereitschaft herauskitzeln. 

Kurz zeigte die „erwartete Reaktion“, spielte stark. Der Lohn: Zehn Minuten vor Spielende gelang dem Routinier der entscheidende Treffer. Über Rudi Schedler und Klaus Zach war der Ball zu Hannes Fischer gekommen, der anstatt selbst abzuziehen den besser postierten Nebenmann bediente. Tischer wirkte gelöst, wollte die unstrittigen Fortschritte aber richtig eingeordnet wissen. Sein schelmischer Kommentar: „Alles klappt noch nicht – aber das wäre ja auch nichts.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

FC Garmisch Partenkirchen II verlässt die Abstiegsränge 
Dass der Weg irgendwann nach oben führen würde, war so überraschend nicht. Der letzte Tabellenplatz nach vier Spieltagen hatte nichts mit der Qualität des Teams oder den …
FC Garmisch Partenkirchen II verlässt die Abstiegsränge 
FC Bad Kohlgrub mit Kantersieg gegen den SC Huglfing
Der Huglfinger Kessel hat so manchem Gegner schon Schwierigkeiten bereitet. Nicht so dem FC Bad Kohlgrub, der sich dort klar mit 5:1 beim Aufsteiger durchsetzte.
FC Bad Kohlgrub mit Kantersieg gegen den SC Huglfing
FC Kochelsee vergibt lange 3:1 Führung gegen den ASV Eglfing
Ein Punkt. Immerhin. Nach dem desolaten Auftritt zuletzt gegen Huglfing hat sich der FC Kochelsee Schlehdorf beim 3:3 gegen den ASV Eglfing wieder von seiner besseren …
FC Kochelsee vergibt lange 3:1 Führung gegen den ASV Eglfing
Brauchle-Festival – Hattrick für seinen WSV Unterammergau
Schon wieder Führungswechsel an der Tabellenspitze der Kreisklasse 3: Innerhalb von nicht mal zwei Wochen steht schon der dritte Verein ganz oben.
Brauchle-Festival – Hattrick für seinen WSV Unterammergau

Kommentare