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Lob von Ex-Löwe Weber: Goldene Zeiten bei Bernhard Kurz und dem SV Ohlstadt

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Von: Oliver Rabuser

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Nicht nur für´s Tore schießen, sondern auch für die Drecksarbeit zuständig: SVO-Torjäger Bernhard Kurz (vorne) behauptet den Ball gegen Kreuths Max Mayr.
Nicht nur für´s Tore schießen, sondern auch für die Drecksarbeit zuständig: SVO-Torjäger Bernhard Kurz (vorne) behauptet den Ball gegen Kreuths Max Mayr. © Oliver Rabuser

Die Stimmung beim SV Ohlstadt ust so gut wie lange nicht: „Jeder strahlt das SV-Gen aus“, sagt Fußball-Spartenchef Müller. Vor allem bei Bernhard Kurz läuft es.

Ohlstadt – Maximilian Schwinghammer macht gute Miene zum bösen Spiel. Der Torjäger ist außer Gefecht, aber natürlich ohne Abstrich Teil der Mannschaft. Schwinghammer motiviert seine Mitspieler vor dem Warmmachen, er lächelt vom brandneuen Mannschaftsfoto, und er fiebert während der Spiele nahe der Ersatzbank mit. Obgleich der verhinderte Angreifer des SV Ohlstadt bei jeder noch so leichten Bewegung Schmerzen in der lädierten Schulter ertragen muss.

SV Ohlstadt: Neustart bei der Reserve als Initialzündung für das Kreisliga-Team

Doch mit seiner Einstellung steht der 25-Jährige sinnbildlich für den immensen Zusammenhalt innerhalb der beiden Herrenteams. Das war zuletzt nicht immer so, zumindest nicht annähernd in diesem Maße. In dieser Spielzeit aber stehen zwei absolute Spaßfraktionen auf dem Platz. Jeder kämpft und rennt für den anderen, wie auch immer geartete Konflikte sucht man vergeblich. Ein bedingungsloser Pakt als Grundstein für den aktuellen Höhenflug. Vier Siege in Folge, daran erinnern sich allenfalls noch die Ältesten in Ohlstadt. Doch spätestens nach dem 2:1-Erfolg über den TuS Holzkirchen lebt die Serie wieder auf. Dafür gibt es Gründe. Fußball-Spartenchef Florian Müller sieht in erster Linie die positive Stimmung ursächlich für die Entwicklung. Überdies Trainer, die die Mannschaften auf eine Art führen, „wie sie es brauchen“. Als Quell des Ganzen hat der Spartenleiter das Reserveteam ausgemacht. Dort sei der Bedarf an einem Neustart dringlich gewesen. Mit Stefan Frombeck und Konrad Baumann hatte man Coaches gefunden, die für jeden Spieler die richtigen Worte finden. In Training und Spiel ist Zug drin. Ganz automatisch schwappt die Euphorie auf das Kreisligateam über, glaubt Müller.

Müller: „Jeder Einzelne bei uns strahlt das SVO-Gen aus“ - Ex-Löwe Weber lobt Bernhard Kurz

„Heuer ziehen alle an einem Strang.“ Kritik und Vorwürfe sind ein Tabu, vor allem während der Spiele. Passiert ein Fehler, wird von anderer Stelle aufgemuntert. „Jeder Einzelne bei uns strahlt das SVO-Gen aus“, betont Müller. Er und seine Mitstreiter in der Abteilungsleitung haben das Credo des Klubs leicht modifiziert. „Wir wollen Spaß am Fußball vermitteln – aber auch erfolgreich sein.“ Gleichwohl bremst der Fußballer-Chef die wachsende Euphorie von Außen. „Wir sehen das naturgemäß anders, haben noch nichts erreicht.“ Markige Aussprüche oder überreizte Zielsetzungen passen nicht zum SV Ohlstadt. Man wolle nicht „nach oben gelobt“, sondern als „demütiges Überraschungsteam“ wahrgenommen werden.

In weniger Zurückhaltung übt sich Müller derweil bei Bernhard Kurz. Der 33-Jährige hält aktuell bei zehn Saisontreffern, nimmt damit hinter Georg Kutter (Murnau, 13) und Franz Huber (Kreuth, 11) den dritten Rang in der Torjägerlisten ein. „Der Berni ist in der Form seines Lebens“, würdigt Müller den Oldie im Team. Unverhofftes Lob kam fast zeitgleich vom prominentesten Fußballer des Ortes. Felix Weber, derzeit in Diensten von Regionalligist SpVgg Bayreuth, findet, dass man Kurz den 3er beim Alter körperlich in keiner Weise anmerkt. „Berni ist topfit“, bekräftigt der 26-jährige Defensivspieler. Weber wünscht sich Kurz mittelfristig sogar als Teamkameraden. „Er muss auf jeden Fall noch weitermachen, bis ich irgendwann zurückkomme, damit wir noch zusammenspielen können.“ Die Antwort des Adressaten lässt nicht lange auf sich warten: „Dann muss der Felix schnell nach Ohlstadt kommen, denn ich höre bald auf.“

Kurz: „Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, mit dieser Truppe zu spielen.“

Freilich saß Kurz bei dieser Aussage der Schalk im Nacken. Denn in Wirklichkeit verhält es sich ganz anders. „Drei bis vier Jahre würde ich schon noch gerne spielen“, stellt der Hechendorfer klar. „Wenn die Mannschaft mich so lange mittun lässt“, ergänzt er scherzhaft. Wird sie. Weil der „Berni“ ein Urgestein am Boschet ist. Und weil er fit wie ein Turnschuh ist. Er fühle sich mit 33 Jahren nicht so, wie er sich das früher ausgemalt hatte. Natürlich hängt da viel eigenes Zutun dran. „Man muss immer mehr auf seine Fitness achten und auch selbst etwas für sich tun“, sagt Kurz. Die wirklichen Gründe für den Höhenflug des SVO kennt er selber nicht so genau. Die Altersstruktur des Teams sei wohl einer davon. „Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, mit dieser Truppe zu spielen.“ Was für Mannschaft und ihn persönlich gleichermaßen gilt: „Es wird mit jedem positiven Erlebnis natürlich leichter.“

Der Anspruch von Kurz, jede Saison auf eine zweistellige Anzahl an Torerfolgen zu kommen, ist bereits jetzt nach acht Partien erfüllt. Jeder weitere Treffer ist Zugabe, aber auch Nährboden für die Fortentwicklung des Ohlstädter Teams. Wird wohl auch Schwinghammer so sehen, wegen dessen Fehlens Kurz nach eigenen Aussagen momentan „öfter zum Abschluss“ kommt. VON OLIVER RABUSER

Pure Freude bei Franz Leis (l.) und Korbinian Sachse nach dem Schlusspfiff gegen die TuS Holzkirchen (2:1).
Pure Freude bei Franz Leis (l.) und Korbinian Sachse nach dem Schlusspfiff gegen die TuS Holzkirchen (2:1). © Oliver Rabuser

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