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Der „Ausnahmespieler“ beim B-Klassisten FC Megas Garmisch-Partenkirchen: Aziz Konati (Mitte), der für den 1. FC Garmisch-Partenkirchen bereits in der Landesliga aufgelaufen ist.

Azizi und Eke als Schlüsselspieler

Mit Multikulti zum Erfolg: FC Megas stürmt in Richtung A-Klasse

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Zur Winterpause grüßen sie von der Tabellenspitze: die Fußballer des FC Megas Garmisch-Partenkirchen. Mit Spielern aus über zehn Nationen greifen sich nach dem Aufstieg in die A-Klasse.

Garmisch-Partenkirchen – Einmal Vierter, zweimal Dritter – nur hauchzart haben die Fußballer des FC Megas Garmisch-Partenkirchen in den vergangenen drei Jahren den Aufstieg in die A-Klasse verpasst. In dieser Saison soll’s endlich klappen. Komme, was wolle. Daraus macht Ioannis Hristoforidis keinen Hehl. „Wir möchten rauf“, betont der Abteilungsleiter.

Zur Winterpause sieht’s gut aus für „die Griechen“, wie der Verein aus der Marktgemeinde gerne gerufen wird. Punktgleich mit dem TSV Benediktbeuern II führt Megas die Tabelle der B-Klasse 6 an. Fünf Zähler vor der Reserve des TSV Murnau, dem ersten Verfolger. In zwölf Spielen holte der Klub zehn Siege, verlor lediglich zweimal. „Damit sind wir zufrieden“, sagt Hristoforidis.

„Die Mannschaft ist viel gefestigter“

Dass sich der Klub diesmal nicht – wie in der jüngsten Vergangenheit – im Endspurt der Saison noch von einem der beiden Spitzenplätze verdrängen lässt, davon ist das Megas-Urgestein überzeugt. Allein schon, weil der Kader im Sommer erstmals zum Großteil zusammengeblieben ist. „Die Mannschaft ist viel gefestigter.“ Wo früher aufgrund ständig wechselnder Aufstellungen oft improvisiert wurde, greifen nun einstudierte Abläufe. „Jeder weiß, wo der andere hinläuft.“ Das Produkt von Ehrgeiz und Trainingsfleiß. Zweimal die Woche begrüßt Coach Evangelos Chatzis seine Kicker zu Einheiten am Kainzenbad. „15 Leute sind immer da“, sagt Hristoforidis.

Zwei, die dabei herausstechen, sind Aziz Konati und Christian Eke. Der eine, Konati, spielte vergangenes Jahr noch beim 1. FC, kam sechs Mal in der Landesliga zum Einsatz. Doch wurde er nie so recht glücklich am Gröben. Menschlich passte es nicht. Seit seiner Rückkehr zu Megas blüht der Mann aus Mali wieder auf. „Er ist unser Ausnahmespieler“, sagt Hristoforidis über den kampfstarken und technisch versierten Mittelfeldmotor. Während Konati in der Zentrale für Ordnung sorgt, ist Kollege Eke eine Reihe weiter vorne für die Tore zuständig. 15 Mal hat er in dieser Spielzeit bereits geknipst. Insgesamt bringt es der 37-Jährige in den vergangenen vier Jahren auf 71 Treffer. Eine beeindruckende Quote – selbst in der B-Klasse. Hristoforidis schätzt vor allem die körperliche Präsenz des Angreifers. „Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, kannst du ihn einfach zu Christian schlagen, der fängt dann schon etwas damit an.“

Entwicklung stimmt auch außerhalb des Platzes

Neben allem sportlichen Erfolg stimmt die Entwicklung beim FC Megas auch außerhalb des Platzes. Hing dem Verein lange der Ruf eines Chaos-Klubs nach, ist es mittlerweile ruhig geworden um die Fußballer am Kainzenbad. Im positiven Sinne. In der Fairness-Tabelle stehen sie mit 15 gelben und einer roten Karte auf Rang fünf, Skandale gehören der Vergangenheit an. Hristoforidis stellt klar: „Wir sind eine ganz normale Fußballmannschaft.“

Naja. So ganz stimmt das wohl nicht. Mit über zehn Nationalitäten im Team ist der Verein der bunte Farbklecks im Landkreis-Fußball. Dass das Multikulti-Modell funktioniert, liegt auch an klar definierten Regeln. „Bei uns wird nur deutsch gesprochen“, sagt Hristoforidis. Das sorgt für ein Gemeinschaftsgefühl. Grüppchenbildung –Fehlanzeige. Wie sehr die Spieler, die laut dem Abteilungsleiter alle einen Job sowie eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung in der Region haben, mittlerweile zu einer Einheit verschmolzen sind, zeigt das vergangene Wochenende. Nach dem 6:0-Sieg in Penzberg traf sich das Team geschlossen zum Fußballschauen im Irish Pub. „Das war echt klasse“, sagt Hristoforidis. Für ihn ist klar: „Den Aufstieg hätte sich jeder von den Burschen verdient.“

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