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„Klar besseres Team“: Murnau-Coach sauer nach Derby-Pleite – GAP siegt dank „typischem Müller-Tor“

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Von: Christian Fellner

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Müller trifft – und Müller jubelt: In der 47. Minute tunnelt der Torjäger Felix Schürgers zum 1:0, danach heizt er die Stimmung im Kreis der Garmisch-Partenkirchner an.
Müller trifft – und Müller jubelt: In der 47. Minute tunnelt der Torjäger Felix Schürgers zum 1:0, danach heizt er die Stimmung im Kreis der Garmisch-Partenkirchner an. © OR/AM

Vor über 1000 Zuschauern siegt der 1. FC GAP im Derby gegen den TSV Murnau. TSV-Trainer Teichmann moniert über den ungerechten Spielverlauf. GAP-Torjäger Müller trifft aus spitzem Winkel.

Garmisch-Partenkirchen – Sven Teichmann echauffierte sich hinterher mehr über die Schiedsrichter, als über die knappe Niederlage an sich. „Keine Linie“, murrte der Murnauer Trainer. Und hatte damit sicher nicht unrecht. Der junge Unparteiische tat sich schwer, eine klare Vorgehensweise in diesem emotionalen Derby zu finden. Noch schlimmer: Der Assistent, der auf der Seite der Mannschaftsbänke trabte, stichelte mehr, als er zur Beruhigung beitrug. Und doch: Auf den Ausgang dieses Gipfeltreffens im Landkreis wie auch in der Bezirksliga Süd hatten die Referees keinen Einfluss.

Teichmann hätte sich ein strengeres Vorgehen gegen die deutlich rustikalere Art des 1. FC Garmisch-Partenkirchen gewünscht. Doch exakt durch das physisch präsentere Auftreten kauften die Hausherren am Gröben den TSV-Kickern das eine oder andere Mal doch den Schneid ab.

FC Garmisch-Partenkirchen mit „typischem Müller-Tor“

Unterm Strich stand nach 95 Minuten am späten Samstagnachmittag vor rund 1000 Zuschauern ein 1:0-Erfolg des Spitzenreiters, der das Prädikat verdient nicht unbedingt verliehen bekommen sollte. Aber für den es ein paar einfache Erklärungen gab. Punkt eins: „Wir müssen halt ein Tor machen“, stellte Teichmann geradlinig fest. Gerade in Halbzeit eins, der die Murnauer ihren Stempel aufgedrückt hatten.

Punkt zwei: Moritz Müller. Dass er den entscheidenden Treffer markierte, passte ideal ins Bild. Er rackerte wie ein Wilder in der Spitze, erhielt oft nicht mal richtig Unterstützung, um glänzen zu können. Und doch tunnelte er in der entscheidenden Szene kurz nach Wiederbeginn Murnaus Keeper Felix Schürgers aus spitzestem Winkel zum 1:0 (47.). „Ein typisches Müller-Tor“, bilanzierte FC-Coach Florian Heringer und grinste. Punkt drei: Die Garmisch-Partenkirchner schafften es in der zweiten Hälfte, sich freizuschwimmen, aus der Umklammerung herauszukommen und selbst die Partie in die Hand zu nehmen. Diese Reaktion war zweifellos eines Tabellenführers würdig.

Murnauer Großchancen für Greinwald und Salcher

Eines war die Begegnung nicht: „ein fußballerisches Schmankerl“, so formulierte es Heringer. Doch er schob auch gleich hinterher. „Das war auch nicht zu erwarten gewesen.“ So entwickelte sich eine seltsame erste Hälfte. Beide Teams beackerten sich aggressiv mit hohem Pressing, wollten dem Gegner nichts ermöglichen. Besser gelang dies den Murnauern, die sich ein deutliches Chancenplus erarbeiteten.

Man kann schon sagen, dass die Gäste das Geschehen diktierten. Auch sie brachten die Bälle oft mit langen Schlägen nach vorne, setzten dann vehement nach, übten massiven Druck auf die FC-Hintermannschaft aus. In jedem Fall erfolgreicher als andersherum. Die Gastgeber hatten echte Probleme, geordnet aus der eigenen Hälfte herauszukommen.

Lob für GAP-Keeper David Salcher: „Supermann im Tor“

Daraus resultierten die Murnauer Großchancen. Christoph Greinwald hätte nach acht Minuten einen Freistoß zum 1:0 einköpfen können, doch ihm rutschte der Ball über den Scheitel. Dann trat David Salcher in Erscheinung, eröffnete sein Duell mit dem jungen Tadeus Henn (siehe Zusatzbericht). Zweimal gab’s dieses, jedes Mal siegte der FC-Keeper. „Wir hatten da einen Supermann im Tor“, lobte Heringer. Nach 20 Minuten wäre Salcher machtlos gewesen, doch Henn grätschte um Millisekunden zu spät in den Ball, der kullerte am langen Pfosten vorbei.

Jonas Poniewaz vergibt beste GAP-Chance in der ersten Halbzeit

Eiskalt verwandelt: FC Garmisch-Partenkirchen-Stürmer Moritz Müller traf aus spitzem Winkel zur 1:0-Führung.
Eiskalt verwandelt: FC Garmisch-Partenkirchen-Stürmer Moritz Müller traf aus spitzem Winkel zur 1:0-Führung. © Oliver Rabuser

Die Gastgeber, die Georg Kutter durch die auffälligen Christoph Schmidt und Maximilian Heringer weit besser im Griff hatten als die Murnauer Torjäger Müller, versuchten es mit ein paar Weitschüssen. Viel mehr ließ Murnau nicht zu. Kurz vor der Pause sprintete Jonas Poniewaz bei einer Zwei-gegen-Eins-Situation auf Schürgers zu, fand keine Passmöglichkeit und zimmerte ans Außennetz. Die beste FC-Chance.

1. FC GAP mit Spielkontrolle nach Müller-Treffer: „Das war natürlich ideal“

Im Grunde genommen hätte diese Szene schon die Partie auf den Kopf stellen können. Das tat dann aber Müller nach dem Seitenwechsel. Lukas Kunzendorf schickte ihn auf die Reise, der Oberhauser tankte sich über links durch zur Grundlinie, zog rein und vollendete aus unglaublichem Winkel zum 1:0. Treffer Nummer 20.

Danach hatten die Garmisch-Partenkirchner die Begegnung sofort im Griff. „Das war natürlich ideal“, räumt Heringer ein. 20 Minuten tauchten die Murnauer komplett unter. Nur schafften es auch die FC-Kicker nicht, den Vorsprung auszubauen. Müller vergab die beste Möglichkeit bei einem Drehschuss aus fünf Metern. So kam am Ende noch etwas Hektik auf. Die Murnauer bekamen zwei Standards, aber ihren Treffer nicht mehr.

TSV-Coach Sven Teichmann: „Wir hätten locker gewinnen können“

„Da fehlt dann aber der letzte Zug zum Tor“, monierte Teichmann, der am Ende darauf bestand, das „klar bessere Team“ gestellt zu haben. Sein Gram hielt sich insgesamt aber in Grenzen. „Wir hätten dieses Spiel locker gewinnen können, das ist eine positive Erkenntnis, die wir mitnehmen sollten.“

Auf die Pause freut sich auch Kollege Heringer. „Das war ein langes Jahr, die haben wir uns jetzt redlich verdient.“ Dank des eigenen Derbydreiers und des Penzberger Unentschiedens gegen Bad Heilbrunn geht es für den FC tatsächlich mit einem Sieben-Punkte-Polster ganz beruhigt auf den Advent zu.

Stets gut bewacht: Murnaus Torjäger Georg Kutter im
 Duell mit Maximilian Heringer.
Stets gut bewacht: Murnaus Torjäger Georg Kutter im Duell mit Maximilian Heringer. © Andreas Mayr

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