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Murnaus spätes Glück: Sieg in Habach bringt den TSV der Aufstiegsrelegation ein gutes Stück näher

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Von: Andreas Mayr

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Das Trio infernale jubelt: (v.l.) Michael Marinkovic, Bastian Adelwart und Siegtorschütze Georg Kutter.
Das Trio infernale jubelt: (v.l.) Michael Marinkovic, Bastian Adelwart und Siegtorschütze Georg Kutter. © mayr

Das war eine heiße Kiste vor stolzen 580 Zuschauern am Habacher Sportplatz: In der Nachspielzeit gelingt dem TSV Murnau im Verfolgerduell der Kreisliga 1 das 2:1 durch Georg Kutter.

Habach – Grün, grün, grün waren alle ihre Kleider. Überall auf dem Habacher Platz lugte die Murnauer Vereinskluft hervor. Für entscheidende Spiele mobilisiert der TSV verlässlich seinen Anhang. Das war bereits in den Relegationsduellen mit Uffing so gewesen, nun auch am Sonntag in Habach, wo ein beträchtlicher Teil der 580 Zuschauer die Murnauer unterstütze. Deshalb erweiterte Trainer Tim Schmid den Mannschaftskreis, der den 2:1-Sieg über den ASV beschrie, um so ziemlich jeden, der um die Murnauer Wechselbank herumstand. Jeder sollte mitbekommen, wie viel ihnen dieser zweite Derbyerfolg der Saison bedeutete, zumal er den Tabellenzweiten ein großes Stück näher an die Relegation brachte. Im letzten Spiel in Polling reicht ein Punkt für Platz zwei. Trainer Schmid schielt jedoch noch auf Rang eins. Dazu müsste Deisenhofen in Kreuth verlieren. „Es sind schon wildere Dinge im Fußball passiert“, sagt er.

Habach hingegen schließt die Saison als Vierter ab – und hat eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Für die entscheidenden Spiele hilft manchmal nur individuelle Klasse. Diesmal trat sie in Person des Murnauer Sturm-Trios aus Georg Kutter, Bastian Adelwart und Michael Marinkovic in Erscheinung. Zugang Marinkovic lief erstmals eine ganze Halbzeit in der Liga für Murnau auf. Trainer Schmid wechselte ihn zur Pause ein. 90 Minuten wollte er den Ex-Profi nicht belasten. „Wir sollten ihn nicht verheizen, er hat noch nicht so viel im Tank.“

Der Schachzug ging perfekt auf. Marinkovic traf auf eine starke Abwehrkette, die aber schon 45 Minuten harte Arbeit in den Knochen hatte. Mit zwei genialen Momenten bereitete er beide Murnauer Treffer vor. Beim 1:0 leitete er einen Traumpass von Thomas Bauer mit der Hacke zu Bastian Adelwart weiter, der aus etwa 20 Metern abzog. Vor dem Siegtor – einem grandiosen Drehschuss von Georg Kutter – spielte Marinkovic mit dem Torschützen zwei Doppelpässe hintereinander auf fünf Quadratmetern. „Die Tore waren vielleicht noch schöner als die von Deisenhofen“, lobt selbst ASV-Coach Markus Vogt. Kollege Schmid war ebenfalls beeindruckt: „Überragend herausgespielt.“

Defensiv boten die Habacher wieder eine starke Leistung. Die Dreierkette um Benedikt Heckmeier fing Murnaus mutige Attacken, bevorzugt über außen, in Hälfte eins verlässlich ein. Das Plus an Ballbesitz und die Feldüberlegenheit führten zwar zum einen oder anderen Freistoß der Murnauer, aber nicht zu großer Gefahr.

Murnau wiederum überzeugte seinerseits mit Stabilität und Stellungsspiel. Für ein so junges Team (vier Spieler unter 20) sei der TSV „brutal robust“, sagt der Habacher Coach. Die großzügige Linie von Schiedsrichter Stefan Rießenberger, ein Fan von Körperkontakt, ermöglichte viele knackige Zweikämpfe, bei denen sich Philip Mühlbauer hervortat. Kurzfristig lief er für den verletzten Lukas Streicher als Rechtsverteidiger auf, obwohl er am Tag zuvor schon 90 Minuten in der U19 gekickt hatte. „Er ist in einer Top-Form“, lobt Schmid. Bis zu seiner Auswechslung stellte er Habachs Torjäger Maximilian Nebl kalt.

Blöd nur, dass sein einziger Wackler zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte. Machte am Ende aber nichts, weil Murnau munter weiter attackierte. „Wir können gar nicht auf Unentschieden spielen.“ So eine Mannschaft sei Schmid lieber. „Ich hatte nur Angst, dass wir überladen.“ Passierte nicht, stattdessen krönte Kutter das Fußballfest mit seinem Zaubertor.

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