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Sinnbild für das bisher letzte Derby: Am Ende jubelten die Murnauer über den Klassenerhalt. 

SVU-Coach Neumeier angefressen

Murnau gegen Uffing: Vorfreude auf das Staffelsee-Derby - aber der Termin sorgt für Ärger

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Murnau empfängt Uffing am Montagabend (19.30 Uhr) zum Staffelsee-Derby. Das passt nicht allen.

VON ANDREAS KÖGL

Murnau – Leo Axthaler war der gefeierte Held am 10. Juni 2018. Mit seinem Treffer rettete er seine Murnauer, hielt seine Kollegen und sich in der Kreisliga, und sorgte für eine Klärung der Machtverhältnisse am Staffelsee. Es war das Mega-Duell damals in der Relegation. Fast 3500 Zuschauer in zwei Partien, jede Menge Rivalität unter den Nachbarn: das kleine Uffing gegen die großen Murnauer. Axthalers Tor in der 40. Minute im Rückspiel in Uffing rückte aus Murnauer Sicht die Dinge wieder gerade. Der TSV ließ eine gute Saison in der Kreisliga folgen, blieb den Abstiegsrängen fern, der SVU antwortete trotz einiger Befürchtungen mit einer – bis auf wenige Ausnahmen – sehr guten Spielzeit. Uffing packte den Sprung nach oben, diesmal ohne Nachsitzen als Meister. Nun treffen sich beide Teams auf Augenhöhe, beide als Kreisligisten, der Kampf um die Vorherrschaft am Staffelsee wird am heutigen Montag (19.30 Uhr/Poschinger-Allee) aufs Neue eröffnet.

Leo Axthaler gibt’s immer noch. Logisch, der Bursche ist ja erst 21 Jahre alt. Und nach wie vor gilt er als einer der Hoffnungsträger des Murnauer Fußballs. Dieses Derby wird er aber wohl nicht entscheiden. Denn: Er ist schlichtweg verhindert – aus beruflichen Gründen. So sagt es sein Trainer Tim Schmid. Der muss erneut auch Routinier Andreas Knoll ersetzen, der mit Problemen an der Ferse kämpft.

Ausfälle – ein Thema, das die Uffinger ja aus leidvoller Erfahrung kennen, das sie seit Jahren plagt und verfolgt. Trainer Thomas Neumeier muss wie zum Saisonstart gegen die SF Egling-Straßlach auf seine halbe Stammformation verzichten. Georg Kutter, Stefan Resch, Simon Gerg, Markus Steindl und Florian Schweiger bilden ein Quintett, das sonst vermutlich in der Anfangsformation zu finden wäre. „Klar ist das ärgerlich“, betont Neumeier. „Aber das wissen wir ja schon länger. Damit müssen wir zurecht kommen.“ Sein Team werde nicht in Selbstmitleid verfallen. „Die, die auf dem Platz stehen werden, haben das Zeug dazu, in Murnau zu gewinnen.“ Eine klare Ansage, die er allerdings gleich ein wenig relativiert: „Ich möchte schon klarstellen, dass Murnau der eindeutige Favorit ist.“

Dafür gibt es in Neumeiers Augen noch einen weiteren Grund: den Spieltermin. Klar, für die Verlegung weg vom Wochenende haben die Uffinger gesorgt. Ein Großteil der Mannschaft ist zu einem Musikfestival ins ferne Niederösterreich gefahren. „Und sie kommen erst am Sonntag zurück.“ Gleich am nächsten Tag antreten zu müssen, gefällt dem Uffinger Coach nicht wirklich. „Das ist nicht ideal, aber angeblich war von Murnauer Seite kein anderer Termin möglich. Dazu kann sich jeder sein eigenes Bild machen.“ Neumeier verhehlt nicht, dass er ein wenig angefressen ist hinsichtlich der Terminwahl. Aber: „In Sachen Motivation werde ich dadurch nicht zu sehr in die Trickkiste greifen müssen.“

Schmid auf der Gegenseite hält sich aus allem raus. „Ich bin bei uns ja auch nicht verantwortlich für die Spielansetzungen“, kontert er. „Ich bin gefragt worden, ob der Montag für mich in Ordnung wäre, dem habe ich zugestimmt.“ Er sieht den Vorteil, annähernd im normalen Rhythmus bleiben zu können. Und er baut auf den Faktor Zuschauer: So dürften beide Mannschaften vor vielen Fans spielen. „Am Montagabend ist ja sonst nicht so viel Fußball geboten.“

Hinsichtlich der Favoritenrolle, die Neumeier den Murnauern untergejubelt hat, wiegelt der TSV-Coach ab. „Auch wenn wir seit Jahren in der Kreisliga spielen und Uffing Aufsteiger ist, hat das wenig zu sagen. Erst recht in so einem Derby.“ Schmid sieht generell viele Vereine auf Augenhöhe in dieser Spielzeit. Voll wettbewerbsfähig haben sich seine Kicker in der Vorwoche noch nicht präsentiert. Schmid aber bevorzugt es, aus der 1:4-Niederlage in Miesbach die positiven Erkenntnisse herauszuziehen. „Man hat deutlich gesehen, woran wir arbeiten müssen.“ Schmid legte in der vergangenen Trainingswoche besonderen Wert darauf, das Umschaltspiel in die Defensive zu verbessern. „Wir haben in Miesbach eine Watsch’n bekommen, aber wir haben sie auch hingenommen wie Männer und uns dem gestellt, was es zu verbessern gilt.“ Im ersten Staffelsee-Derby der Saison können sie es zeigen –mit oder ohne Axthaler.

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