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Bringt Feuer in die Partie: Trainer Michael Adelwart.

Trainerwechsel zeigt Wirkung

Murnau siegt: Nackter Flitzer stürmt aufs Feld

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Murnau – Bei den Profis hätten sie sich sofort auf den jungen Mann gestürzt. Aber in der Kreisliga hatte der Flitzer freie Bahn. Der Bursche stürmte mit nacktem Oberkörper auf das Feld, schwenkte eine Drachen-Fahne und klatschte mit den Murnauer Fußballern ab.

Er traute sich das nur, weil die TSV-Kicker gewonnen hatten. 2:0 gewannen sie das Duell und verlassen fürs Erste die Relegationsplätze. Abteilungsleiter Michael Adelwart sagt jedoch: „Die drei Punkte werden nicht reichen, um die Relegation zu verhindern.“

Für dieses vorentscheidende Spiel gegen Hausham hatten der junge Fan und ein paar Spezl Fahnen und Banner gebastelt. Sie feuerten die Gastgeber an. Ein bisschen Unterstützung schadete gewiss nicht. Die sportliche Führung hatte ebenfalls reagiert. Trainer Andree Betzel war zurückgetreten. Es geschah (nach außen hin) so harmonisch, wie das bei einem solchen Bruch möglich ist. Das Team habe gar keine Zeit gehabt, darüber zu sprechen, sagt Adelwart. „Es ist immer schade, wenn ein so geiler Typ geht.“ Der Abteilungsleiter stellte dem Ex-Coach sogar einen weiteren Job im Verein in Aussicht. Einen Mann von Betzels Qualitäten möchte der Klub nur ungern verlieren. „Das wäre für den TSV wichtig.“

Adelwart übernahm und setzte auf simpelste Dinge: viel Feuer und viele lange Bälle. Da war sicher nicht schön anzuschauen, aber welche Partien im Überlebenskampf sind das schon? Mit der Rückkehr von Manuel Pratz und Carlos da Silva Cunha sowie dem Startelfdebüt von Florian Langenegger erhielt Murnau Stabilität, die in den vergangenen Wochen abgegangen war. Langenegger hat in den USA dermaßen physisch zugelegt, dass er wie ein Pflug aussah, der den Platz an der Poschinger-Allee umgrub. „Normal spielt er auf einem anderen Niveau.“ Nur die Gegenspieler kamen mit so viel Wucht nicht zurecht – und fanden sich häufiger auf dem Boden wieder.

Nach einer schwachen ersten Hälfte, in der der Ball häufiger in der Luft von Spieler zu Spieler flog, als über den Rasen rollte, zeigte der TSV die besten 45 Minuten seit langer Zeit. Adelwart an der Seitenlinie schrie so laut, dass er sich mehrere Ermahnungen vom Schiedsrichter einfing. Spielleiter Önder Kücük drohte sogar, ihn rauszuwerfen. Doch diese Emotionen hatten bei Vorgänger Betzel oft gefehlt. Auf jeden Fall stärkten sie das Drachen-Herz.

Das schlägt seit Andreas Knolls Treffer wieder fester. Es war ein Tor des Willens. Nach Mario Küblers Schuss, der an die Latte gelenkt wurde, kämpfte sich Knoll durch die SG-Abwehr und traf im Nachschuss. „Mehr kann man ein Tor nicht wollen“, sagt Adelwart. Auswechselspieler und Trainer stürmten den Rasen wie später der Flitzer.

Beim zweiten Tor agierte Nasis Polymeridis genau andersherum und lief auf die Auswechselbank zu. Dem Stürmer fiel diesmal die Joker-Rolle zu, die ihm mehr zusagte. Gegen ausgelaugte SG-Verteidiger gewann er ein Sprintduell und traf alleine vor Torhüter Patrick Vogel.

Viel Lob verdiente sich auch Felix Schürgers. Vor dem Anpfiff sah man den Murnauer Keeper mit verbundenem Arm. Nur eine Prellung, bestätigt Co-Coach Jan Tischer. Mit Handschuhen sah man Schürgers die Verletzung nicht an. In Hälfte eins parierte er einen Nachschuss sensationell – und sicherte dem TSV den ersten Sieg nach fünf erfolglosen Partien.

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