Es ist kein leichter Job beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen: Oliver Poqué muss ohne Neuzugänge auskommen. foto: Or

Muss sich Garmisch bald einen neuen Trainer suchen?

1. FC Garmisch-Partenkirchen – Es mehren sich die Anzeichen, dass der 1. FC Garmisch-Partenkirchen bald wieder auf Trainersuche gehen muss. Oliver Poqué verlegt seinen Wohnsitz in absehbarer Zeit nach Lenggries und muss wohl gezwungenermaßen abtreten.

Einzig der Verbleib der  FC-Fußballer in der Bezirksliga Süd würde den 39-Jährigen womöglich am Gröben halten. Allerdings ist der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt, weil die Garmisch-Partenkirchner ihr angedachtes Konzept mit Neuzugängen aus Österreich nicht umsetzen konnten. Tagblatt-Mitarbeiter Oliver Rabuser sprach mit Poqué über die Situation und dessen Zukunft.

Sie wollten die Mannschaft merklich verstärken und dabei zusammen mit dem Verein neue Wege gehen. Am Ende kam aber nichts dabei heraus. Lässt sich diese Erkenntnis mit dem Abstieg aus der Bezirksliga gleichsetzen?

Poqué: Wir möchten den kleinen Strohhalm natürlich ergreifen und die rechnerische Chance mit dem bestehenden Kader nutzen. Ich werde versuchen, kreativ trainieren zu lassen, um die Mannschaft bei Laune zu halten. Gleich im ersten Spiel gegen den MTV Berg können wir positiv in Erscheinung treten.

Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind nicht sonderlich rosig. Würden Sie im Falle eines Abstiegs den Verein verlassen?

Das habe ich noch nicht abschließend entschieden. Der 1. FC ist für mich eine Top-Adresse, der ich nur ungerne den Rücken kehren würde. Aber man muss natürlich auch den Aufwand sehen. Aus Penzberg ist der Trainerjob zusammen mit dem Geschäft und der Familie einigermaßen zu managen. Aus Lenggries müsste ich für jede Trainingseinheit 150 Kilometer auf mich nehmen. Das macht in der Kreisliga keinen Sinn. Für die Jungs würde es mir sehr leid tun.

Da schwingt ja bereits jetzt jede Menge Wehmut mit . . .

Es steckt bei mir sehr viel Herzblut drin. Ich habe beispielsweise nun doch meinen Spielerpass kommen lassen, um notfalls in der Zweiten Mannschaft auszuhelfen, wenn sonst kein frischer Spieler für die Bank zur Verfügung stünde.

Sie haben dem Verein zusammen mit Christoph Saller ein Konzept präsentiert, um Neuzugänge aus höheren Ligen Tirols zu akquirieren. Passiert ist allerdings nichts. Was war das Problem?

Es kam zu keinem Termin zwischen Verein und dem betreffenden Sponsor. Das ist sehr bedauerlich. Ich war Feuer und Flamme für diese Sache, dachte, es bestünde bereits eine engere Bindung. Mit der Mannschaft wurde ebenfalls gesprochen, die hatte grünes Licht gegeben.

Ist es wirklich realistisch, Dritt- und Viertligaspieler aus Österreich nach Garmisch-Partenkirchen zu holen?

Der Kontakt war da, auch das Interesse der Spieler. Christoph Saller und ich waren mehrmals in Tirol zu Gesprächen. Vieles war sehr konkret, einige Spieler waren sogar bei unseren Punktspielen vor Ort. Für den Verein alleine war dieses Paket allerdings nicht zu stemmen.

Sind sie auch ein wenig enttäuscht, wie der Verein in dieser Sache reagiert hat? Es klingt fast so.

In Anbetracht der Brisanz des Ganzen hätte ich mir von den Verantwortlichen gewünscht, dass sie von sich den Kontakt suchen und nicht abwarten. Man hätte es auch auf der Ebene eines Fördervereins versuchen können. Da ist viel zu bewegen. Mir persönlich kommt es so vor, als wäre dieses Thema zu halbherzig, zu pomadig angegangen worden. Dabei hat die Bezirksliga einen enorm hohen Stellenwert.

Sie brauchen nun ein kleines sportliches Wunder. Im Herbst sprachen Sie einmal vom persönlichen Scheitern, sollten Sie mit der Mannschaft tatsächlich absteigen Wie beurteilen Sie das nun?

Man muss die Bedingungen sehen, die wir hatten und haben. Für mich ist der Job beim FC dennoch eine gute Erfahrung. Natürlich ist es bedauerlich, dass es sportlich nicht so hingehauen hat. Es macht dennoch weiterhin enormen Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten.

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