Fassungslos: Krüns Dominik Tiefenbrunner nach der 0:2-Heimniederlage gegen den FSV Höhenrain. foto: fellner

Duell gegen FSV Höhenrain

Relegation: SV Krün muss 0:2-Hinspielniederlage wettmachen

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Krün – Die Aufarbeitung begann gleich nach dem Abpfiff. Thomas Mürnseer ließ seine Fußballer vom SV Krün noch ein paar Runden auslaufen, dann verschwand er mit ihnen zusammen in der Kabine. Eine Aussprache war angesagt.

VON SIMON NUTZINGER

Schonungslos analysierten Trainer und Mannschaft all jene Dinge, die sie in den vorhergehenden 90 Minuten so kolossal verkehrt gemacht hatten. Die ihnen gegen den FSV Höhenrain am Donnerstagabend eine so schmerzliche wie bittere 0:2-Heimniederlage im Hinspiel der Relegation zur Kreisklasse beschert hatten.

An Kritikpunkten mangelte es dabei nicht: fehlende Konzentration, verschlafene Anfangsphase, mangelnde Torgefahr, technische Unsauberkeiten – Verbesserungspotenzial offenbarten die Krüner in nahezu allen Bereichen. Doch ging es Mürnseer nicht darum, seine Kicker in die Pfanne zu hauen. Im Gegenteil. Er wollte sie aufbauen. „Ich habe ihnen deutlich gesagt, dass sie das alles viel, viel besser können“, betont der Coach. Beweisen sollten sie dies am Besten schon an diesem Sonntagnachmittag (15 Uhr), wenn das Rückspiel in Höhenrain ansteht – andernfalls droht der Abstieg in die A-Klasse.

Zuversichtlich stimmt Mürnseer auf der schwierigen Mission die Rückkehr zweier Leistungsträger. Thomas Sperer hat seine Gehirnerschütterung auskuriert und rückt auf die Position hinter den Spitzen. Matthias Schmidt, der am Donnerstag noch im Urlaub weilte, nimmt seinen angestammten Platz in der Innenverteidigung neben Thomas Mayer ein. Maximilian Klausner rückt somit ins defensive Mittelfeld und Thomas Albrecht in die vorderste Front. „Mit dieser Aufstellung werden wir deutlich gefährlicher sein“, kündigt der SVK-Trainer an. Im ersten Duell hatte es fast die gesamte erste Halbzeit gedauert, bis seine Mannschaft das erste Mal zielstrebig in Richtung gegnerisches Gehäuse unterwegs war. „Das darf und wird uns nicht noch einmal passieren.“ Von einem Sturmlauf der Gäste ist an diesem Sonntag allerdings nicht auszugehen. „Wir werden nicht mit wehenden Fahnen ins Verderben laufen“, stellt Mürnseer klar. Zu eng ist das Resultat trotz des 0:2-Rückstands für eine Alles-oder-Nichts-Taktik. Krüns Plan: druckvoll, aber kontrolliert nach vorne spielen. „Dann bekommen wir auch unsere Chancen.“

Stimmungstechnisch dürfen sich die Isartaler auf eine hitzige Atmosphäre einstellen. Nachdem bereits rund 150 Höhenrainer nach Krün gekommen waren, rechnet Mürnseer mit etwa 400 gegnerischen Fans im Rückspiel. Eine Situation, aus der sein Team Kraft schöpfen soll. „Wenn alle gegen dich sind, kann dich das enorm pushen.“ Zudem liege der Erfolgsdruck nun beim A-Klassisten. Die Krüner haben nach dem desolaten Auftritt in der ersten Begegnung nicht mehr viel zu verlieren. „Auf uns setzt niemand mehr etwas“, sagt Mürnseer.

Nur sein eigenes Team – das hat den Glauben an den Klassenerhalt noch nicht verloren. So viel steht für den Trainer fest. Je länger die Aussprache am Donnerstagabend dauerte, desto mehr richteten sich die hängenden Köpfe seiner angeschlagenen Kämpfer auf. Die zum Teil arg siegessicheren Kommentare der Gäste-Funktionäre, die in die Kabine vordrangen, taten ihr Übriges. „Die Burschen haben eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt“, betont Mürnseer. „Und wenn wir das 1:0 machen – dann will ich sehen, ob Höhenrain immer noch so locker flockig aufspielt.“

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