+
Legt sein Amt nieder: Franz Benkert.

Riesch neuer FC-Präsident?

Garmisch-Partenkirchen – Vereine sollen lebendig sein. Davon war beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen in jüngerer Vergangenheit nicht mehr viel zu spüren. Der sportliche Niedergang schien die handelnden Personen zu überfordern, die Unzufriedenheit bei der Mannschaft wuchs merklich an. Dem Klub droht die Bedeutungslosigkeit.

VON OLIVER RABUSER

Das soll ab sofort ein Ende haben. Die vom Verein ausgesandte Pressemitteilung ist dabei auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär. Aber die Einladung für die Ende Februar stattfindende Jahreshauptversammlung ist mit dem Zusatz „richtungsweisender Führungswechsel“, einhergehend mit dem Amtsende von Franz Benkert senior versehen. Doch dahinter steckt viel mehr. Der 1.FC will und wird sich komplett neu ausrichten. Neuer Präsident wird dem Vernehmen nach Siegfried Riesch. Der Vater von FC-Kapitän Matthias sowie der Ski-Asse Maria und Susanne steht an der Spitze eines gründlich auserwählten Führungsteams.

Man sei an ihn herangetreten, weil das nach einer Persönlichkeit gesucht habe, die „im Ort bekannt ist und Kontakte in die Wirtschaft hat“, sagt Riesch. Sicher: Abgestimmt werden muss noch. Doch ist der neue Plan alternativlos, und gestützt von der bisherigen Führung wird er auch. „Ich sehe die gesamte Übernahme positiv und trage das Konzept mit“, betont Noch-Chef Franz Benkert.

Verein soll auf ein solides Fundament gestellt werden

Nach acht Jahren als Vereinsoberhaupt zieht sich der 62-jährige Pensionär aus dem operativen Geschäft zurück. Benkert empfindet es aus „privaten und gesundheitlichen Aspekten“ sogar als

Hoffnungsträger: Siegfried Riesch, Vater von FC-Kapitän Matthias sowie der Ski-Asse Maria und Susanne.

„Erleichterung“. Wehmut schwingt dennoch mit. Klar. Doch Benkert wird dem Verein im Hintergrund erhalten bleiben. Alles andere würde verwundern, hängt Benkerts Herz doch stark an „seinem“ Klub. Immerhin: „Vielleicht werde ich jetzt wenigstens nach außen etwas gelassener“, scherzt er. Mit im Boot der Zukunft ist unter anderem Heinz Mohr. Er wird voraussichtlich in beratender Funktion tätig und – wie Riesch – primär für die Sponsoren-Akquise zuständig sein, dazu in der Jugendarbeit eine leitende Position bekleiden. Christoph Saller beendet aller Voraussicht nach im Sommer seine aktive Karriere und wird sich als Sportlicher Leiter einbringen. Riesch verweist freilich auf die anstehenden Neuwahlen und spricht deswegen noch von einem „Entwurf“, den er mit seinem Team ausgearbeitet hat. Zuvorderst gelte es, den Verein auf „ein solides Fundament“ zu stellen und die oft diskutierten „Rahmenbedingungen zu verbessern“. Die reichen vom dringend benötigten Kunstrasenplatz bis hin zu einer schlüssigen Neuausrichtung der Jugendarbeit. Selbige wird fortan von Gerd Ritzer (ehemaliger FC-Spieler und Trainer) federführend geplant und überwacht. Riesch stellt heraus, dass die Bedingungen am Gröben, verglichen mit anderen Kreisligisten, wie etwa dem TSV Murnau, erheblich schlechter seien. Der Trainingsplatz sei eine „Pferdekoppel“.

Ligaverbleib von herausragender Bedeutung

Zudem sei es dringend notwendig, das zuletzt arg gebeutelte Image des Vereins wieder aufzupäppeln. Das wiederum müssten die Spieler „in erster Linie auf dem Platz“ erledigen. Der Ligaverbleib für die beiden Seniorenteams sei demnach von herausragender Bedeutung. Mittelfristig soll die Erste Mannschaft verstärkt werden. „In begrenztem Rahmen“, was ortsfremde Kicker betrifft. Gleichwohl solle die Bezirksliga bald „wieder ins Visier rücken“. Saller bedient sich indes klarerer Worte: „Wir wollen wieder das Aushängeschild im Landkreis werden.“

Riesch ist sich im Klaren darüber, was auf ihn und seine Kollegen zukommt. Die Umsetzung aller Planungen sei ein „Haufen Arbeit. Aber es muss endlich ein Anfang gemacht werden.“ Er selbst sehe sich allerdings nicht als Mann „für die Front“. Die gedachte Verteilung an Posten und Aufgaben hält Riesch für „wichtig und sinnvoll“. Deswegen appelliert der Geschäftsmann an die Mitglieder, in großer Anzahl zur Jahreshauptversammlung zu erscheinen. Denn für die Umstrukturierung ist eine Änderung der Satzung erforderlich.

Franz Benkert wird mit Sicherheit erscheinen. Er wird die Veranstaltung ein letztes Mal moderieren.

Auch interessant

Kommentare