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Opfer des Angriffs: Schiedsrichter Lukas Seider

Korayem verliert nach Platzverweis die Fassung

Schiedsrichter attackiert: Spitzenspiel FC Megas gegen ASV Habach II abgebrochen

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Ein Fußballfest sollte es werden. Der FC Megas Alexandros Garmisch-Partenkirchen empfing den ASV Habach II zum Spitzenspiel der B-Klasse 6. Zweiter gegen Dritter – Aufstiegskampf pur.

Ein großes Ding für den Verein mit griechischen Wurzeln, der zumeist im Schatten des großen 1. FC steht. Doch die Party fiel aus. Der Nachmittag endete in einem Fiasko.

Verantwortlich dafür ist ein Ausraster von Khaled Korayem. Der Megas-Spieler war nach einem Foulspiel mit Habachs Dominik Selner aneinandergeraten. Nach zwei, drei gegenseitigen Schubsern wischte er ihm mit der Hand durchs Gesicht. Eine Tätlichkeit – ohne Frage. Die logische Folge: ein Platzverweis durch Schiedsrichter Lukas Seider. So weit, so schlecht. Doch Korayem verlor daraufhin komplett die Fassung. Er brüllte auf den Spielleiter ein, schlug ihm die Rote Karte aus der Hand. Zu viel für Seider. Er brach die Partie nach rund 40 Minuten ab.

„Sehr, sehr bitter“, sagt Ioannis Hristoforidis. Dem Fußball-Abteilungsleiter der Garmisch-Partenkirchner gehen die Geschehnisse vom Samstag noch immer merklich nahe. Seit Jahren bemüht er sich, den Verein von seinem Ruf des Chaos-Klubs zu befreien. „Solche Aktionen sind da natürlich wenig förderlich.“ Personelle Konsequenzen hat Hristoforidis bereits gezogen. Übeltäter Korayem wird vorerst nicht mehr für Megas auflaufen. „Er weiß, dass wir so ein Verhalten nicht akzeptieren.“

Ob der Spielabbruch allerdings zwingend notwendig war, daran hat Hristoforidis – selbst aktiver Schiedsrichter – seine Zweifel. Ihm zufolge hätte Seider „mit ein wenig Fingerspitzengefühl“ die Partie fortführen können. Sowohl sein Team als auch das die Habacher Mannschaft habe sehr besonnen auf die Situation rund um den Platzverweis reagiert. Ein Teil führte den schimpfenden Korayem vom Feld, der andere stellte sich schützend vor Seider. Hristoforidis betont: „Es ist nicht eskaliert.“

Das bestätigt auch Klemens Wind, Schiedsrichterobmann im Kreis Weilheim. Seider versicherte ihm in einem persönlichen Gespräch, dass sich außer Korayem niemand verwerflich verhalten habe. „Den restlichen Spielern oder gar dem Verein ist kein Vorwurf zu machen“, stellt Wind klar. Er hebt die Reaktion der Megas-Offiziellen explizit lobend hervor. Seider sei für seine Entscheidung von niemandem kritisiert worden. „Das kann im Eifer des Gefechts auch durchaus anders laufen.“ Vielmehr habe man sich sofort um ihn gekümmert und gefragt, ob es ihm gut gehe. Das schindete Eindruck. Der Schiedsrichter des TSV Oberammergau verweilte laut Wind sogar noch für die Partie der Reserve am Sportplatz am Kainzenbad, um einen Kollegen zu beobachten. „Das zeigt mir, dass er sich sicher gefühlt hat.“

Wie die Partie gewertet wird, steht noch nicht fest. Darüber entscheidet das Sportgericht in den kommenden Tagen. In vergleichbaren Fällen waren in der Vergangenheit die Punkte oftmals kampflos an die nicht-beteiligte Mannschaft gewandert. Doch Hristoforidis, der sich mit einer schriftlichen Stellungnahme beim Verband für die Vorkommnisse entschuldigen möchte, gibt noch nicht auf. Er hofft auf eine Neuansetzung. Immerhin hatte sein Team zum Zeitpunkt der Roten Karte mit 1:0 geführt. Er sagt: „Es wäre schade, wenn so der Aufstieg entschieden wird.“ In die selbe Kerbe schlägt auch Wind. „Das hätte der Verein nicht verdient.“

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