WSV-Stürmer Ferdinand Brauchle (l.) deckte die Defensiv-Schwächen der SG um Florian Elgas schonungslos auf.
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WSV-Stürmer Ferdinand Brauchle (l.) deckte die Defensiv-Schwächen der SG um Florian Elgas schonungslos auf.

Testspiel-Niederlage gegen WSV Unterammergau

SG Oberau/Farchant: Fehlt die Konstanz für den Aufstieg?

  • vonOliver Rabuser
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Die SG Oberau/Farchant möchte in die Kreisklasse aufsteigen. Das Potenzial ist vorhanden. Allerdings fehlt aktuell noch die nötige Konstanz, wie sich im Testspiel zeigt.

Oberau/Farchant – Die Zielsetzung ist unstrittig. Zwei Spielzeiten in der A-Klasse waren zweckmäßig, sind aber auch ausreichend. Die Fußballer der SG Oberau/Farchant haben nach der Fusion der Herrenteams und der damit verbundenen Umstrukturierung des Kaders den Weg zurück in die Kreisklasse eingeschlagen.

SG Oberau/Farchant zeigt zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten

Anders als beim Aufstieg vor drei Jahren ist das Potenzial des Teams diesmal deutlich höher. Das veranschaulichten die ersten 45 Minuten beim Test in Unterammergau. Gleichwohl zeigte der zweite Spielabschnitt, in dem die SG einen 2:0-Vorsprung arglos verspielte, ebenso deutlich den Bedarf an Fortschritt und Konstanz auf. Der WSV Unterammergau siegte mit 3:2.

Sebastian Schmölzl: „Komplett sind wir eine Bombentruppe“

Sebastian Schmölzl ist ein Trainer der ruhigeren Art. Meist analytisch beobachtend, selten lautstark eingreifend. Die verbalen Anweisungen sind Sache des Kollegen Sascha Handke, dessen schwäbisches Temperament sich naturgemäß besser dafür eignet. Allerdings nimmt Schmölzl bei kritischer Betrachtung zuweilen kein Blatt vor dem Mund. Sein Team habe unterm Strich ein überaus ordentliches Spiel beim Spitzenreiter der Kreisklasse absolviert, aber eben auch verloren. In erster Linie aus Eigenverschulden. Deswegen weist der Trainer die Seinen unverblümt auf den Status quo hin, noch nichts erreicht zu haben. Die zweite Halbzeit sei „vielleicht der Grund“, warum die SG da spielt, wo sie spielt. In der A-Klasse. Dass die Qualität, mit bessergestellten Widersachern mitzuhalten, gegeben ist, steht außer Frage. Die Synergien, seit Oberau und Farchant im Herrenbereich gemeinsame Sache machen, wirken signifikant. „Komplett sind wir eine Bombentruppe“, betont auch Schmölzl.

Schmölzl lobt Bär, Lössl und Wackerle

Wenngleich das Mischungsverhältnis des Teams eher pro Oberau ausschlägt, helfen die „Neuen“ dem Team. So markierte mit Matthias Bär ein Außenspieler von der Föhrenheide den zweiten Treffer. Bär nutzte Unterammergaus zögerliches Abwehrverhalten. Zuvor verwertete Marcel Kic einen langen Diagonalball von Florian Elgas mit dem 1:0. Kic spielte früher beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen in der Kreis- und Bezirksliga. Nach einer Schaffenspause schloss er sich der SG an. „Er kommt über die Fitness, wird sicher noch brauchen“, erläutert Schmölzl. Mit seiner Dynamik und den mutigen Vorstößen ist Kic eine starke Alternative für die linke Außenbahn. Gleiches gilt für Christoph Lössl, der bis zu seiner Verletzung in der zentralen Offensive auflief. Bewusst. Der jüngst vom Gröben übergesiedelte Techniker soll sich von Beginn an mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern vertraut machen. Vor der Abwehr agierte mit Martin Wackerle ein Talent, bei dem sich der Coach „wundert, warum den noch kein anderer Verein in der Region entdeckt“ habe. Wackerle verfügt mit seinen 19 Jahren über eine beachtliche Spielintelligenz, gab in Unterammergau einen „souveränen Sechser“.

SG Oberau/Farchant: Einige Spieler standen noch nicht zur Verfügung

Dennoch setzte es nach den torreichen Erfolgen über Bad Kohlgrub (4:3) und Huglfing (7:1) unter der Kappel die erste Abfuhr. Schmölzl benennt mehrere Gründe für die Niederlage. Allein ob des ungeklärten Neustarts der laufenden Saison sei „so ein Loch“ nicht ungewöhnlich. Zudem verpflichtete man Urlaubsrückkehrer zu einem Corona-Test, weswegen einige Akteure nicht verfügbar waren. „Da kommen viele Dinge zusammen.“ Schmölzl überlegt, an den kommenden Wochenenden mit den Testspielen auszusetzen. Er will den Spannungsbogen aufrecht erhalten. So bliebe automatisch mehr Zeit, die Fehleinschätzungen auf dem Platz zu korrigieren.

SG-Defensive verzweifelt an WSV Unterammergau-Stürmer Brauchle

Richtig eingeschätzt hatte der SG-Trainer auch die Leistungsstärke von Ferdinand Brauchle. Weil der aus einer Mannschaft, die „vergleichsweise wenig Tore erzielt“, mit bislang 15 Treffern hervorsticht. Schmölzl warnte seine Mannen vor Brauchle, doch seine mahnenden Worte verpufften wirkungslos. Immer wieder präsentierte sich die Defensive der Gäste zu statisch und unflexibel, als der WSV-Stürmer in die freien Räume stieß. „Und wir legen ihm zwei auf“, hadert der Coach. Beim 1:2 stand die Abwehrkette zu hoch und breit, sodass Brauchle alleine auf Christian Gallist zulaufen und den Keeper ausschauen konnte. Ein frühzeitig unterbundener Konter hätte das von Brauchle initiierte und von Tobi Speer vollstreckte Ausgleichstor verhindert. Und beim Siegtreffer des WSV löste der sonst tadellose Wackerle den unsicheren Florian Elgas in Sachen kapitale Fehlpässe ab. So konnte sich Speer bei seinem Teamkollegen direkt wieder revanchieren.

Welche Konsequenzen Schmölzl ziehen wird, ist noch unklar. Er habe Möglichkeiten „personell“ zu reagieren. Andererseits wäre ausreichend Zeit, um „solche Situationen“ in den Trainingseinheiten „noch intensiver“ einzuüben.

(Oliver Rabuser)

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