Spricht von einem zerrütteten Vertrauensverhältnis: Sebastian Schmölzl sieht seine Ambitionen mit denen des Vorstands nicht gedeckt.
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Spricht von einem zerrütteten Vertrauensverhältnis: Sebastian Schmölzl sieht seine Ambitionen mit denen des Vorstands nicht gedeckt.

Co-Trainer Sascha Handke übernimmt vorerst

SG Oberau Farchant: Coach Schmölzl tritt zurück - massive Differenzen angesprochen

  • VonRedaktion Garmisch-Partenkirchen
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Bei der SG Oberau/Farchant gibt es personelle Veränderungen. Nach „zerrütteten Vertrauensverhältnissen“ zwischen Coach Schmmölzl und dem Vorstand tritt der Trainer zurück.

Oberau – Paukenschlag bei der SG Oberau/Farchant. Kurz vor Saisonbeginn wirft Trainer Sebastian Schmölzl ernüchtert und enttäuscht das Handtuch. Als Grund nennt der 42-Jährige „massive Differenzen“ zwischen ihm und dem Oberauer Vorstand, spricht von einem „zerrütteten Vertrauensverhältnis“. Versuche im Hintergrund, den Bruch irgendwie noch zu kitten – auch mit Blick auf die bevorstehende Jahresversammlung – scheinen zum Scheitern verurteilt zu sein.

„Das Tischtuch ist zerschnitten.“

Oberau-Coach Schmölzl

Schmölzl hat sich klar positioniert: „Das Tischtuch ist zerschnitten.“ Bis auf Weiteres übernimmt mit Sascha Handke der bisherige Co-Trainer das SG-Team.

Am vorvergangenen Freitag informierte Schmölzl die Mannschaft über seinen abrupten Rücktritt. Unverständlich auf den ersten Blick. Aber in Schmölzl haben sich einige Dinge aufgestaut, die länger zurückreichen. Er bittet um Verständnis, die Vorkommnisse nicht öffentlich zu machen. Ein Typ für schmutzige Wäsche war er noch nie. Vielmehr ein ruhiger, besonnener Mensch. Einer, der durch seine fachliche Arbeit die Synergien aus der Fusion mit Farchant schneller als für möglich gehalten herauskitzelte, die neu formierte Mannschaft nach nur einer Spielzeit in die Kreisklasse beförderte. „Das Letzte, was ich will, ist ein Scherbenhaufen“, betont der frühere Torhüter des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Leicht ist Schmölzl sein gravierender Schritt freilich nicht gefallen. Er und die Mannschaft, das passte einfach. „Mir tut es total leid um die Burschen.“

Farchant-Vorsitzender Fessenmayer findet das Benehmen des Kooperationspartners nicht in Ordnung

Nicht von ungefähr wurden diverse Kicker bei Farchants Vorsitzendem Michael Fessenmayer vorstellig, um ihm die Geschehnisse zu erläutern. „Natürlich redet man mit den Spielern, wenn sie auf einen zukommen“, bestätigt er. „Wir versuchen, das wieder hinzubekommen.“ Fessenmayer stellt allerdings auch klar, dass er das Benehmen des Kooperationspartners nicht in Ordnung findet. „Basti ist als Trainer und menschlich ein Top-Mann.“ Schmölzl und Handke wären ein gutes Team.

Der Coach wollte prinzipiell weitermachen, seine Arbeit und den Aufwärtstrend mit der Mannschaft fortsetzen. Doch je mehr Zeit zum Überlegen war, umso konkreter formte sich sein Entschluss. „Ich mag nicht mehr“, bestätigt Schmölzl. Ein klärendes Gespräch mit FCO-Vorstand Florian Brück, der das Feedback aus der Mannschaft und den Willen beider Vereine, mit dem bisherigen Coach weiterzumachen, bestätigte, konnte ihn nicht umstimmen. Im Gegenteil: Der 42-Jährige fühlte sich in seiner Handlung bekräftigt. „Der Ton macht die Musik“, betont er mit Blick auf „viele unterschiedliche Sichtweisen“. Brück sagt, man habe alle Missstände angesprochen, sei aber zu keiner Übereinkunft gelangt. Nach den Wahlen am Freitag wollte man ein weiteres Mal den Dialog suchen.

Ein unrühmliches Ende der Trainerzeit kurz vor dem Saisonstart

Dazu wird es aber nicht kommen. Schmölzl macht keinen Hehl aus seiner kritischen Haltung gegenüber Teilen des Vorstands. Er spüre eine gewisse Zufriedenheit mit dem Ist-Stand, die sich mit seinen Ambitionen nicht deckt. An eine aus seiner Sicht nötige Veränderung im Organigramm mag er nicht glauben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da groß etwas passiert.“ Und deswegen ist Schmölzls zweites Engagement als Trainer am Gießenbach unmittelbar vor dem Saisonstart mit dem Heimspiel gegen den FSV Höhenrain Geschichte. Ein unrühmliches Ende.  or

Kader: John Keen, Remigius Mamhofer, Daniel Ostler, Matthias Bär, Michael Klein, Marcus Wagner, Christoph Fischer, Michael Scharpf, Tim Maihofer, Korbinian Bäuerle, Dominik Korthalös, Martin Wackerle, Sebastian Korthals, Hannes Bader, Markus Kärstedt, Xaver Rappensberger, Alexander Buchhauer, Lukas Nicoloso, Matteo Clement, Adriano Rossi, Lukas Müller

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