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Fußball ja, Corona nein: Die Fußballer der SG Oberau/Farchant sowie die Damenteams der beiden Vereine lassen sich in Latsch trotz Warnungen nicht vom Kicken abhalten.

FC Kochelsee-Schlehdorf reist frühzeitig ab

SG Oberau/Farchant zieht Trainingslager im Risikogebiet durch

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Als Südtirol zum Risikogebiet erklärt wurde, war die SG Oberau/Farchant gerade in Latsch. Der Klub hat sein Trainingslager trotzdem wie geplant durchgeführt. 

Landkreis– Andreas Vießmann hatte es bereits befürchtet. Als dem Abteilungsleiter der Oberauer Fußballer am vergangenen Freitagmorgen die Handy-App des Auswärtigen Amtes verkündete, dass nun auch die Region Südtirol offiziell als Risikogebiet für die Ausbreitung des Corona-Virus gilt, hielt sich seine Überraschung in Grenzen. „Musste irgendwann fast so kommen“, sagt Vießmann. Lediglich der Zeitpunkt passte ihm so gar nicht. „Eine Woche später wäre es mir deutlich lieber gewesen.“

Klares Votum für Verbleib in Südtirol

Befand er sich zu jenem Moment doch gemeinsam mit 48 Fußballern der SG Oberau/Farchant sowie der jeweiligen Damenteams der beiden Vereine in Latsch. Trainingslager mitten im offenbar so corona-gefährdeten Südtirol. Was tun, war die Frage. Sofort nach Hause abreisen? Oder den bis Sonntag geplanten Aufenthalt durchziehen? Eine große Aussprache mit allen Anwesenden brachte die Entscheidung. Und die hätte laut Vießmann klarer nicht fallen können. „49 Leute wollten bleiben, niemand zurückfahren.“ Lediglich den fünf Nachzüglern, die erst am Freitagmittag aus Oberau Richtung Italien starten wollten, riet man dazu, die Fahrt abzublasen.

Sorge, dass sich jemand aus dem SG-Tross mit dem Virus anstecken könnte, hatten die Verantwortlichen kaum. „Wir waren nahezu ausschließlich unter uns“, betont Vießmann, der bereits im Vorfeld als Vorsichtsmaßnahme keine Aktivitäten außerhalb von Hotel oder Trainingsplatz geplant hatte. Möglichst wenig Kontakt mit der Außenwelt – so lautete die Devise. „Die beiden Wirtsleute im Hotel waren die einzigen Einheimischen, die während des Wochenendes in unserer Nähe waren.“

Manche Spieler dürfen nicht in die Arbeit

Ein Plan, der allem Anschein nach aufgeht. „Bisher zeigt niemand Krankheitssymptome“, versichert Vießmann einen Tag nach der Rückkehr in die Heimat. Von der Arbeit zuhause bleiben muss fürs Erste dennoch der eine oder andere, der in Südtirol dabei war. Zu groß ist manchen Firmen das Risiko, sich den Virus in den eigenen Betrieb zu holen. „Dieser Effekt“, merkt Vießmann richtigerweise an, „wäre allerdings derselbe gewesen, wenn wir schon am Freitag wieder abgereist wären.“

Klaus Ellert stimmt zu. Der Vorsitzende des FC Kochelsee Schlehdorf hat Verständnis für das Handeln der Kollegen von der SG Oberau/Farchant – und hat selbst dennoch anders entschieden. Die Fußballer des FCKS weilten ebenfalls seit vergangenem Donnerstag in Südtirol. Als die 20 Kicker aus Erster und Zweiter Mannschaft am Freitagmorgen von den urplötzlich veränderten Umständen erfuhren, versammelten auch sie sich zur ausgiebigen Lagebesprechung – mit dem Fazit, die Sachen zu packen und gen Oberland zu fahren. Als Panik-Aktion will Ellert die Abreise nicht verstanden wissen. „Uns war die Gesamtsituation einfach zu unsicher“, sagt er. „Außerdem hatten wir im Voraus mit den Spielern und deren Arbeitgebern vereinbart, auf solche Warnungen zu reagieren.“

SV Ohlstadt trainiert in der Heimat

Als schwierig erweist sich der momentane Status in Südtirol auch für Fußball-Teams, die ursprünglich am kommenden Wochenende in ihr Trainingslager aufbrechen wollten. Beispielsweise der SV Ohlstadt. Die geplante Fahrt nach Latsch hat der Kreisligist aus Sorge vor Problemen seiner Spieler mit deren Arbeitgebern abgesagt. Stattdessen wird beim SVO nun zuhause trainiert. Oberaus Vießmann stellt klar: „Würden wir unter den jetzigen Voraussetzungen genauso machen.“

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