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Stammspieler beim SC Imst in Österreich: Stefan Lorenz (Mitte) hat den Durchbruch geschafft.

Von Garmisch-Partenkirchen in die 3. Liga Österreichs

Farchanter Stefan Lorenz schafft den Durchbruch beim SC Imst 

  • vonMarco Blanco-Ucles
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Stefan Lorenz hat es in Österreich geschafft. Nach Startschwierigkeiten, hat sich der Stürmer mittlerweile durchgesetzt und ist beim FC Imst Stammspieler.

Farchant/Imst – Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Wiesbaden, wieder Garmisch-Partenkirchen und nun Imst in Tirol. Diese Vita deutet auf einen Fußballer hin, der sich im Herbst seiner Laufbahn befindet. Doch weit gefehlt: Es handelt sich um Stefan Lorenz, 21 Jahre jung. Der Farchanter wechselte vergangenen Sommer vom Landesligisten aus Garmisch-Partenkirchen in die dritte österreichische Liga, zum SC Imst. Dort schaffte er auf Anhieb den Durchbruch.

Lorenz beim Debüt direkt mit dem ersten Treffer

Es ist der Traum eines jeden Fußballers, der sein erstes Spiel für eine neue Mannschaft, in einem neuen Umfeld absolviert: ein Tor beim Debüt. 1. August 2020: 74 Minuten sind absolviert am ersten Spieltag der Regionalliga Tirol zwischen dem SC Imst und dem SV Hall, da wird Stefan Lorenz eingewechselt. Sechs Minuten später trifft er direkt zum 7:1 für den SCI (Endstand 8:1). Ein Start nach Maß.

Erst Startschwierigkeiten mittlerweile im Sturm gesetzt 

Einer, der sich zu Beginn seines Engagements bei den Österreichern nicht zwingend abgezeichnet hatte: „Die Umstellung war anfangs schwierig. Der Fußball hier ist deutlich athletischer als in der Landesliga.“ Lorenz stieß erst in der finalen Phase der Vorbereitung zum neuen Team. Seine Kollegen trainierten da bereits sechs Wochen lang zusammen. Dementsprechend hatte er einiges aufzuholen. Positionstechnisch deckten sich seine Vorstellungen anfangs nicht mit denen des Trainers, der ihn als linken Verteidiger einplante. Wie überzeugt man den Coach am besten, dass dieser einen im Sturm aufstellt? Richtig, mit Toren. Und das tat Lorenz. Anfangs als Joker, mittlerweile ist er in vorderster Front gesetzt beim Tabellenzweiten. In beiden Derbys gegen die Rivalen aus Telfs war der Farchanter erfolgreich. Jugendspieler des SCI baten ihn danach um ein Autogramm. „Ich bin schon ein bisschen stolz auf das, was ich erreicht habe.“ Sechs Treffer in 16 Einsätzen stehen bislang zu Buche. „Da geht noch mehr.“

Vertragsverlängerung beim FC Imst rückt immer näher

Sportlich ist er angekommen, fühlt sich „pudelwohl“. Gespräche über die Verlängerung seines Jahresvertrags wurden bereits mit den Verantwortlichen geführt. Mit dem Fußball verdient Lorenz genügend Geld, um sich „in Imst eine schöne Wohnung leisten zu können“. Für die großen finanziellen Sprünge reicht das Gehalt aber nicht aus. Bei den Gesprächen im Sommer versprach ihm der Verein, eine Ausbildungsstelle zu finden. Der junge Stürmer begann eine Lehre zum Sport- und Fitnesskaufmann. Tagsüber arbeiten, abends trainieren. Das war der Plan. Blöd nur, dass der Betreiber des Fitnessstudios nicht so recht mitspielte und Lorenz auch zu Schichten am Abend einteilte, während das Team trainierte. Somit endete die Ausbildung, ehe sie so richtig begonnen hatte. Seitdem ist er auf der Suche. Immer unterstützt vom SCI. Mit der Entscheidung lässt er sich Zeit, wohlwissend: Bei der nächsten Lehrstelle muss es besser klappen. Sein neuer Job sollte vor allem eines zulassen: das abendliche Fußballtraining. Deshalb wird es keinen zweiten Anlauf zum Sport- und Fitnesskaufmanngeben. „Ich suche eher nach einem Bürojob, vielleicht etwas mit Immobilien.“

Die dritte österreichische Liga als Sprungbrett in den Profifußball?

Dass heißt nicht, dass Lorenz seinen Traum vom Profifußball bereits ausgeträumt hat. Dieser ist und bleibt sein Ziel. „Am liebsten würde ich natürlich irgendwann in Deutschland mit dem Fußball mein Geld verdienen.“ Die nahe Zukunft heißt aber Imst. Aktuell liegt die Mannschaft auf dem zweiten Rang, der zur Teilnahme an den Aufstiegs-Play-Offs für die 2. Liga berechtigt. Doch seit Mitte November ruht der Spielbetrieb. Keiner weiß, wie lange noch. Keiner weiß, ob und in welcher Form die Saison zu Ende gespielt werden kann. Gibt es heuer für Lorenz noch die Chance, mit dem SCI aufzusteigen, möchte er sie beim Schopfe packen. Denn: Er hat sein Glück in Tirol gefunden, möchte mit dem Klub, mit dem er sich „voll und ganz identifizieren“ kann, nach oben. Mit dem Klub, der ihn weiterbringt – auf und neben dem Platz.

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