Betreute bereits bis 2016 den SVE: Florian Mayr.
+
Betreute bereits bis 2016 den SVE: Florian Mayr.

2015 führte er den Verein in die A-Klasse

SV Eschenlohe: Der Aufstiegstrainer kehrt zurück

  • vonOliver Rabuser
    schließen

Mit Florian Mayr übernimmt in Eschenlohe ein alter Bekannter. Er soll den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit verhindern.

Eschenlohe – Wechsel auf der Kommandobrücke bei den Fußballern des SV Eschenlohe. Thomas Hesse rutscht ins zweite Glied zurück, wird fortan als Spieler und Co-Trainer fungieren. Das sportliche Sagen hat künftig ein Altbekannter: Florian Mayr. Er betreute das Team bis 2016 fünf Jahre lang, schaffte dabei den Aufstieg in die A-Klasse. Jetzt soll der 41-Jährige Eschenlohes Sturz in die Bedeutungslosigkeit verhindern.

Forian Mayr: „Herzensangelegenheit“

Mayr tituliert den „sehr familiären“ Klub als echte „Herzensangelegenheit“. So wirklich hat er mit einer Anfrage des Klubs allerdings nicht gerechnet. Doch sprach ihn die Abteilungsleitung um Bernhard Gulbis und Stefan Staar eines Tages auf dieses Thema an. „So ist alles langsam ins Rollen gekommen“, sagt der praktizierende Physiotherapeut. Ex-Trainer Hesse selbst hat die Diskussion in der Sparte angestoßen. Gerade in Corona-Zeiten ist dem 35-Jährigen bewusst geworden, dass „alles ganz schön viel ist“. 

Oftmals litt die Konzentration auf das Spiel ob der Störgeräusche im Vorfeld. Hygienemaßnahmen und Corona-Regeln hier, kurzfristige Absagen da. Immer wieder musste der Kaufmann den Spagat zwischen Coach und Stütze auf dem Feld abwägen. „Entweder ich stand draußen und habe gefühlt auf dem Platz gefehlt, oder ich habe gespielt und wenig Zugriff auf die Mannschaft gehabt.“ Zudem hat Hesse zuletzt etwas die „Lockerheit auf dem Platz“ vermisst.

SV Eschenlohe: „Frischer Wind tut gut“

Das Brainstorming mit den Verantwortlichen ist in „alle Richtungen“ gegangen, somit sei auch die Trainer-Thematik angerissen worden. Hesse übernahm 2018 von Christos Kanakidis, leitete aber schon im letzten Jahr des Griechen federführend die Übungseinheiten. Die Nachfolge war an sich Formsache. Doch betonte Hesse damals schon, er mache es gerne, möchte aber niemandem im Wege stehen. Der fordernde Job und die Familie mit Frau sowie zwei kleinen Kindern erleichterten nun seine Entscheidung, ein wesentliches Stück von der Verantwortung abzugeben. „Ein frischer Wind tut gut. Gerade in der jetzigen Situation“, sieht Hesse in der Umbesetzung eine „gute Lösung“. Er selbst könne sich fortan auch wieder mehr auf den Fußball konzentrieren.

Mayr inzwischen fest verpflichtet

Beim letzten Punktspiel im Herbst stand Mayr in Ohlstadt bereits an der Seitenlinie. Zuvor leitete er auch einige Trainings. „Das war einfach mal ein Test“, erläutert Hesse. Inzwischen schuf der Verein Klarheit, holte Mayr fest zurück. Dessen Bilanz aus seiner ersten Amtszeit kann sich sehen lassen. 2015 führte er den SVE zurück in die A-Klasse. In der Folgesaison landete das Team am Ende mit stolzen 50 Punkten auf dem dritten Tabellenrang, ehe sich Mayr für zwei Spielzeiten Richtung FC Oberau verabschiedete.

Einige Matches konnte der neue Coach schon beobachten. „Was ich gesehen habe, hat mir nicht gefallen“. Seiner Meinung nach verkaufen sich die Eschenloher unter Wert. „Die Mannschaft kann mehr, als da unten drin stehen.“ Worte alleine werden freilich nicht reichen. Im Frühjahr gilt es, dem Abstieg zu entrinnen. „In der B-Klasse bist du von der Präsenz her völlig weg“, gibt Mayr zu bedenken. Seine Eingewöhnungszeit wird indes kurz ausfallen. Er kennt das Team, der Kontakt zu den Kickern ist ohenhin nie abgerissen. Großartig verändert hat sich die Mannschaft seit seinem Abschied obendrein nicht.

TSV Eschenlohe mit dem Rücken zur Wand

Lediglich zwei Siege konnten die Eschenloher bislang in dieser Saison verbuchen, zudem warten ab März noch sämtliche Spitzenteams der Liga. Mayr weiß um die Herausforderung: „Wenn wir wissen, wann es wieder losgeht, werden wir uns bestmöglich vorbereiten.“ Mit dem Trainer Mayr – und dem Spieler Hesse.  (Oliver Rabuser)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare