Jubelte doppelt, aber nicht am Ende: Lukas Schwinghammer von Ohlstadt II.
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Jubelte doppelt, aber nicht am Ende: Lukas Schwinghammer von Ohlstadt II.

A-Klasse 6 im Überblick

99 Minute: Nackenschlag für Ohlstadt II - Oberammergau dreht 0:2 gegen Antdorf II

  • vonOliver Rabuser
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Der erste Spieltag nach der Corona-Unterbrechung in der A-Klasse 6 Zugspitze brachte gleich einige Aufreger mit sich.

Landkreis Zugspitze – Erster Spieltag der Fußball-A-Klasse 6 in Corona-Zeiten, erster großer Aufreger: Ohlstadts Reserve kassiert in der neunten Minute der Nachspielzeit das 2:3 gegen Krün. Eschenlohe verpasste drei mögliche Punkte in Uffing. Diese fährt überraschend Mittenwald beim Tabellenführer Oberau/Farchant völlig verdient ein.

SG Oberau/Farchant – FC Mittenwald 1:2 (0:1)

Schiedsrichter: Michael Grotz (WSV Unterammergau) – Zuschauer: 60 – Tore: 0:1 Geigl (43.), 1:1 Burger (47.), 1:2 Bielmeier (78.)

Wenig Training, keine Testspiele und dann beim Re-Start gleich den Spitzenreiter auswärts geschlagen. Kein Wunder, dass Helmut Schugs erste Reaktion nach dem Überraschungscoup lautete: „Sensationell.“ Der Coach des FC Mittenwald war euphorisiert. Und der Sieg war keineswegs ein glücklicher. „Hochverdient“, urteilte SG-Trainer Sebastian Schmölzl. Warum? „Weil wir über 90 Minuten nie das gezeigt haben, was wir eigentlich können.“ Den Platzherren schmeckte das aggressive Anlaufen der Gäste nicht. Zudem stellten sie sich laut ihrem Coach „naiv“ in der Verteidigung an. Die Mittenwalder wiederum präsentierten sich clever, überließen der SG das Spiel, standen tief und setzten in der Offensive Nadelstiche. Zuständig dafür war vor allem Christof Bielmeier. Der Torjäger musste keine Defensivarbeit verrichten, sollte sich ausschließlich auf das SG-Gehäuse konzentrieren – mit Erfolg. Das 1:0 (43.) durch den ebenfalls auffälligen Michael Geigl bereite Bielmeier vor, für das 2:1 (78.) war er selbst zuständig. Die SG schöpfte aufgrund des Ausgleichs von Michael Burger kurz nach Wiederanpfiff Hoffnung, doch die währte lediglich 15 Minuten. Dann hatte der FCM wieder alles im Griff. „Ich will nicht zu kritisch sein. Wir haben am Mittwoch gegen Grainau die Chance, es besser zu machen“, sagt Schmölzl. Die Mittenwalder Stimmung hingegen war bestens, auch wenn es einen Wermutstropfen gab: Ivan Novacic verletzte sich am Knöchel und musste raus (73.). Schug befürchtet eine schwere Verletzung.  (phi)

SV Ohlstadt II – SV Krün 2:3 (0:1)

Schiedsrichter: Pietro Trizzo (FT Starnberg) – Zuschauer: 35 – Tore: 0:1 Schmidt (15.), 1:1 L. Schwinghammer (50.), 1:2 Feuerecker (80.), 2:2 L. Schwinghammer (89.), 2:3 Albrecht (90.+9)

Wut und Fassungslosigkeit herrschten bei den Ohlstädtern nach Schlusspfiff. Warum ließ Schiedsrichter Pietro Trizzo zehn Minuten nachspielen, obwohl er zuvor fünf Minuten angezeigt hatte? Die Frage blieb unbeantwortet. Doch der SVO muss sich auch an die eigene Nase fassen. „Wenn wir den Konter richtig fahren, machen wir vielleicht das 3:2“, hadert Coach Tobias Fischbach. Doch der Lucky Punch gelang Krüns Thomas Albrecht, nachdem Ohlstadts Defensive reichlich mitgeholfen hatte. „Unvermögen und fehlende Cleverness“, kommentierte Fischbach. Unverdient war Krüns Erfolg ohnehin nicht, die Gäste hätten sich bereits in Hälfte eins absetzen können. „Alle einen Schritt schneller“, betont Fischbach. So auch Andreas Schmidt, der per Traumtor aus 60 Metern traf. SV-Coach Heinz Kautecky bemängelte aber die weitere Chancenverwertung: „Wir waren klar besser, machen aber die Tore nicht.“ Mit Simon Nutzinger und Lukas Schwinghammer auf SVO-Seite änderte sich die Statik der Partie. Schwinghammer traf doppelt per Kopf, Nutzinger gab jeweils die Vorlagen. Das sollte aber nicht genügen. (or)

SV Uffing II – SV Eschenlohe 1:1 (0:0)

Schiedsrichter: Stefan Hoyer (SV Unterhausen) – Zuschauer: 46 – Tore: 0:1 A. Barth (71./HE), 1:1 Brandner (84.) – Gelb-Rot: Graf (88./SVU)

Florian Neuners Begeisterung hielt sich in Grenzen: „Der Punkt ist uns geschenkt worden.“ Was den SVU-Coach wurmte: Selten standen ihm mehr Stammkräfte zur Verfügung. „Wir hatten eine brutale Aufstellung, waren aber richtig schlecht.“ Mit Abschnitt eins konnte Neuner gar nichts anfangen. Er vermisste jeglichen Torabschluss, sah beim Gast dagegen die richtige Einstellung: „Die Eschenloher sind gelaufen und haben gekämpft. Normal müssen wir 0:2 hinten sein.“ Einzig Keeper Stefan Petersen war der torlose Gleichstand zu verdanken. Auch nach dem Seitenwechsel besserte sich zunächst wenig. Erst ein Handelfmeter für die Gäste rüttelte Uffing auf. Michael Weingang war der Ball beim Tackling unglücklich an die Hand gesprungen, Anselm Barth verwandelte den Strafstoß. Ein Abstaubertor von Philipp Brandner führte zum Ausgleich, den Thomas Hesse entsprechend bedauerte. Vor allem aber monierte der SVE-Coach – sarkastisch – die Chancenverwertung seiner Elf. „Durch Corona hat sich viel verändert, nur unsere Abschlussschwäche ist gleich geblieben.“ Insgesamt aber hat er von seinem Team einen „vernünftigen Auftritt“ gesehen. (or)

SV Eberfing – SC Eibsee Grainau 3:1 (0:0)

Schiedsrichter: Felix Thiel (TSV Farchant) – Zuschauer: 40 – Tore: 1:0 Plonner (76./FE), 2:0 S. Ammer (78.), 3:0 Wunsam (82.), 3:1 Brenner (86./HE)

Spiel eins nach der monatelangen Pause musste der SC Eibsee Grainau ohne Trainer Andreas Zinn bestreiten. Die Geburt seines Kindes steht kurz bevor, so trat er die Reise nach Eberfing nicht an. Florian Sporer vertrat ihn. Nach der Partie war Vorstand Christoph Elsner trotz der 1:3-Pleite nicht gänzlich unzufrieden: „Wir sind quasi bei null gestartet, hatten keine Testspiele und einen Mix aus Erster und Zweiter Mannschaft auf dem Platz. Trotzdem habe ich gute Ansätze gesehen.“ 76 Minuten lang war es ein typisches Duell zweier Tabellennachbarn. Ein Duell auf Augenhöhe, das sich größtenteils im Mittelfeld abspielte. Torchancen? Mangelware. Doch dann folgten sechs verhängnisvolle Minuten für die Grainauer. Martin Plonner brachte den SV Eberfing mit einem Foulelfmeter auf die Siegerstraße. Nach einem Ping-Pong-Eckentreffer zum zwei und einem stark abseitsverdächtigen Tor zum drei zu null war die Partie entschieden. Der Anschlusstreffer von Anton Brenner per Handelfmeter kam zu spät. Am Mittwoch geht es für die Grainauer im Ligapokal bei der SG Oberau/Farchant weiter. Elsner freut sich darauf: „Es ist eine gute Vorbereitung auf die Liga, dennoch möchten wir die Partie natürlich unbedingt gewinnen.“   (mbu)

ASV Antdorf II – Oberammergau 2:0 (2:4)

Schiedsrichter: Ioannis Hristoforidis (FC Megas GAP) – Zuschauer: 40 – Tore: 1:0 Beganovic (17./FE), 2:0 Deschlmaier (32.), 2:1 Raddatz (70.), 2:2 S. Drewing (72.), 2:3 Raddatz (77.), 2:4 Otto (81.) – Gelb-Rot: Deschlmaier (96./ASV).

Welches Lied da aus der Kabine dröhnt – Markus Mayern weiß es nicht. „Laut ist’s.“ Ein gutes Zeichen. Seine Fußballer waren nach der Partie in Antdorf zum Feiern aufgelegt. Genauso wie der Trainer. Kein Wunder nach dem 4:2-Sieg und dem perfekten Start. Nach dem es lange nicht ausgeschaut hat. Schlecht fanden die Oberammergauer ins Spiel, hatten Respekt vor der Spielweise der Gastgeber, die Mayer als „robust“ bezeichnet. Dann kam auch noch das Gegentor – ein Handelfmeter, den man in Mayerns Augen pfeifen muss – und damit ein weiterer Knick für den TSV. Das Gespräch in der Pause half. Die zwei Vorgaben: Die Männer können Fußballspielen, sollen es jetzt auch zeigen. Und: Trotz Hitze „muss jeder laufen, bis er nicht mehr kann“. Das setzten Mayers Spieler perfekt um, gaben Vollgas. Der Lohn: vier Tore zwischen Minute 70 und 81. Nicht irgendwelche, sondern auch noch „richtig schöne“. Zwei davon legte Adrian Peindl auf, dem der Trainer ein Sonderlob ausspricht. „Er hat gerackert ohne Ende.“ Auch Doppeltorschütze Michael Raddatz hebt Mayer hervor. Angeschlagen mit einer Leistenzerrung kam er in Halbzeit zwei, traf zweimal. „Das hat er geil gemacht.“ 

(kat)

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