Selbst ist der Mann: Schiedsrichter Fabian Bremauer beimvorgeschriebenen Desinfizieren des Spielballs.
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Selbst ist der Mann: Schiedsrichter Fabian Bremauer beimvorgeschriebenen Desinfizieren des Spielballs.

SVO verliert ersten Test

SV Ohlstadt: Angst vor zweiter Welle - Zuschauerkonzept ist zu überdenken

  • vonOliver Rabuser
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Was die Einhaltung des Hygienekonzepts angeht, verlief der erste Test des SV Ohlstadt reibungslos. Auf dem Platz war noch viel Sand im Getriebe.

Bernbeuren/OhlstadtWäre man in Unkenntnis der Corona-Thematik am Spielfeldrand gestanden, man hätte nicht für möglich gehalten, dass am Bernbeurer Sportplatz ein Testspiel unter besonderen Auflagen über die Bühne geht. Im Prinzip unterschied sich wenig zu einem bis dato alltagsphysischen Freundschaftsmatch. Einzige Ausnahme: Ersatzspieler und Trainerteam sind räumlich getrennt, sitzen in überschaubarem Abstand zueinander. Und: Der SV Ohlstadt konnte seine bis dato makellose Bilanz aus 2020 nicht annähernd aufrecht erhalten. Gewann die Elf von Jan Tischer nach der Winterpause noch jedes ihrer Übungsspiele, unterlag sie unmittelbar nach Ende des coronalen Spielverbots dem TSV Bernbeuren, seines Zeichens Kreisligist der Westgruppe, deutlich mit 0:5.

Wirklich hadern wollte Tischer mit dem Ergebnis aber nicht, Jeder Spieler zeigte bis zur letzten Minute Einsatz und Laufbereitschaft. Und auch der augenscheinliche Bruch nach der ersten Trinkpause, den kann man nach knapp einem halben Jahr Pause ein Stück weit abhaken. „Keiner wusste so recht, wo er steht“, urteilte Tischer nach Spielende nüchtern. Mängel in Abstimmung und koordinativem Verhalten waren offenkundig. Vielmehr wunderte sich der SVO-Coach über die kurze Halbwertzeit von essenziellen Grundlagen. „Wie laufe ich an, wann setze ich mich ab – ich bin überrascht, wie schnell erwachsene Leute so etwas vergessen.“

Als Tischer nach kurzer Analyse zum Auslaufen bat, wies er noch auf die kommenden Trainingseinheiten sowie die nächste Partie beim TSV Altenstadt (9. August.) hin. Gleichwohl mit den Worten: „Genießen wir es, solange wir noch dürfen.“ Skepsis schiebt sich beim Trainer nach der Demo in Berlin und etlichen anderen Vorfällen, die ein Niedrighalten der Infektionszahlen konterkarieren, in den Vordergrund. Die berüchtigte zweite Welle, sie wird natürlich auch im Amateurfußball heiß diskutiert.

Das Match an sich lief derweil reibungslos über die Bühne. Alles, was dem SVO zuzurechnen war, siedelte sich entlang der Gegengerade an, wohingegen die Ersatzspieler des TSV in gebührendem Abstand die überdachte Tribüne in Beschlag nahmen. Vorschriftsmäßig desinfizierte Referee Fabian Bremauer vor Anpfiff den Spielball, ehe beide Teams aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen ihre jeweilige Platzhälfte betraten. Lobend hob Tischer das präventive Handeln der Gastgeber hervor. Schon im Vorfeld schickten die Bernbeurer ihr Hygienekonzept via elektronischer Post an den SVO. Tischers Mannen zogen sich in zwei getrennten Kabinen um, die Vorbesprechung fand in der Turnhalle statt, hinterher durften jeweils nur zwei Akteure gleichzeitig und unter Nutzung von Badeschlappen duschen. Gestört hat sich daran niemand.

Und tatsächlich: Kein Spieler fiel in irgendeiner Weise aus dem Rahmen. „Wenn wir die Auflagen zu Prozent einhalten, dann ist alles gut“, versichert Tischer. Fraglos ein Update benötigen hingegen die Richtlinien in Sachen Zuschauer. Offiziell sind keine erlaubt. Doch nahezu alle Sportanlagen sind entweder weitläufig einsehbar, oder gewähren an bestimmten Bereichen Einblicke. In Bernbeuren ist es ein Parkplatz, respektive eine unerschlossene Wiese, an der es sich Kiebitze jenseits des offiziellen Vereinsgeländes bequem machten. Das Interesse am ortsansässigen Fußball ist ungebrochen und als Folge der langen Auszeit stärker denn je. Die Vereine aber gehen leer aus, weil sie keine Eintrittsgelder nehmen dürfen. „Das Konzept mit den Zuschauern ist zu überdenken“, findet auch Tischer. (OLIVER RABUSER)

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