Jubeln auf dem Feld – das wird Markus Weber (l.) künftig wohl eher selten tun. Er gönnt sich eine Pause.
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Jubeln auf dem Feld – das wird Markus Weber (l.) künftig wohl eher selten tun. Er gönnt sich eine Pause.

Auch sein Vize Manfred Lanz zieht sich zurück

SV Ohlstadt: Markus Weber tritt nach 21 Jahren ab

  • vonOliver Rabuser
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Markus Weber tritt nach 21 Jahren als Jugendleiter und Fußball-Abteilungsleiter  beim SV Ohlstadt zurück. Da auch sein Vize Manfred Lanz geht, deutet sich beim SVO ein Neuanfang an.

Ohlstadt – Nach sechs Jahren ist Schluss. Heute Abend wird Markus Weber seine letzte Versammlung der Ohlstädter Fußballer gegen 19 Uhr im Gasthof Post eröffnen. Nach 21 Jahren als Jugendleiter und zuletzt im Amt als Chef der Fußballer ist für den 53-Jährigen Schluss. Neben Weber zieht sich auch dessen Vize Manfred Lanz aus dem Führungszirkel zurück, zudem wird der Posten des Sportlichen Leiters geschaffen. Ein kleiner Neuanfang beim SVO.

Weber: Es bleibt zu wenig Kraft und Energie für Leitung der Fußballabteilung

Weber ist ehrlich zu sich selbst. Sein Job störte ihn all die Jahre nicht weiter. Zuletzt aber raubte der Umbau des Eigenheims viel Zeit. Und Familie hat er schließlich auch noch. Er habe „die Reißleine ziehen“ müssen, genug Nerven gelassen. „Es bleibt zu wenig Kraft und Energie übrig, um die Fußballabteilung ordnungsgemäß zu leiten“, räumt er ein. Diagnose: Amtsmüdigkeit in fortgeschrittenem Stadium.

Bereits im Vorjahr wollten Lanz und er aufhören. „Doch da standen mögliche Nachfolger nicht parat.“ Das ist nun anders. Nach intensiven Gesprächen im Vorfeld gibt es eine Crew, die sich zur Wahl stellt. Kriterien für die Umorganisation: „Etwas Neues, Positives, bei dem viel Elan dahinter steckt“, sagt Weber. Freilich will er der Wahl aber nicht vorgreifen.

Weber: Corona-Pandemie könnte vor allem im Nachwuchs Spuren hinterlassen

Große Alternativen dürfte es aber nicht geben. Das neue Team adelt Weber schon einmal als „hervorragend“, ohne die Namen in den Raum zu werfen. Gleichwohl treibt Weber ein wenig die Befürchtung um, dass die Corona-Pandemie am Boschet Spuren hinterlassen könnte. Er wisse nicht mit Sicherheit, ob man im Jugend- und Herrenbereich alle Spieler an Bord behalten könne. Viele der Kicker haben sich über einen langen Zeitraum nicht mehr in gewohnter Weise getroffen. Gerade beim Nachwuchs besteht die Gefahr, dass – inklusive Winterpause – nach acht Monaten ohne Fußball plötzlich „andere Favoriten“ vordergründig werden.

Weber: 13 Jahre in der Kreisliga sind ein Erfolg

Auf seine Epoche als Macher blickt Weber positiv zurück. Es sei eine „schöne Zeit“ gewesen, in der er ausnahmslos „gute Leute“ um sich hatte. Die Herausforderung, auf Dauer alle bei der Stange zu halten, sei enorm gewesen. Geholfen hat die „kumpelhafte Beziehung“ zu den Mitstreitern. Schlaflose Nächte sind aber nicht ausgeblieben. Ohne Unterlass trieb Weber die Frage um, ob er „alles richtig gemacht“ habe. Nicht ohne Folgen. „Diese Zeit hat mir schon auch den Zahn gezogen“, räumt er ein.

Gespalten ist er bei der Bewertung der sportlichen Ereignisse. Fast etwas zynisch kontert Weber die Frage nach dem Erfolg. „Haben wir keinen gehabt.“ Stimmt so natürlich nicht. Seit 13 Jahren firmiert der Sportverein im Seniorenbereich als Kreisligist. Weber glaubt, er würde belächelt werden, dies als Errungenschaft zu verkaufen. „Viele Leute glauben immer noch, wir müssen wieder zurück in die Bezirksliga.“ Er sieht das anders, gehört zum Lager der Realisten.

Weber: Alles im grünen Bereich in gesunder Abteilung

Gerne erinnert er sich an den Bau des Sportheims, das 2014 eröffnet wurde. „Die Arbeit war sehr intensiv und auslaugend.“ Doch zeigte das Dorf, wie es zusammen anpacken kann. „Das alles mit hiesigen Leuten zu schaffen, war eine Mammutaufgabe.“

Heute Abend wird er eine gesunde Abteilung übergeben. Finanziell stehe der SVO speziell seit der Einführung des Spartenbeitrags gut da. „Alles im grünen Bereich“, vermeldet Weber.

Die Nachfolger an der Spitze der Abteilung steuern auf eine nicht minder bewegte Zeit zu. Ein Teil der Parkplätze am Sportheim soll einem Kunstrasen-Kleinfeld weichen. Überdies ist die Installation einer LED-Flutlichtanlage geplant, deren Bezuschussung vor Corona bereits zugesagt worden ist. Und natürlich wolle man weiter an der eigenen Talentförderung arbeiten, insbesondere Spieler spätestens ab der U15 „näher“ an den Herrenbereich anlehnen. „Es ist Potenzial da“, versichert Weber.

Er selbst wird fortan die Zukunft des SVO vornehmlich aus der Distanz verfolgen, allenfalls beratend tätig sein. Ehefrau Martina, die weiterhin das „Stüberl“ betreibt, geht er sicher einmal zur Hand. Insgesamt aber benötige er jetzt dringend „etwas Pause vom Sportplatz“. Der Abstand tue Not, um Kraft zu tanken. Ein Ratschlag, den Weber von Leonhard Zormeier, einem seiner Vorgänger erhielt, und den er beherzigen möchte. Bester Beweis: Direkt vor der Versammlung weilte Weber noch an der Ostsee. Bis vor Kurzem ein undenkbares Szenario. (OLIVER RABUSER)

Die Jahresversammlung der SVO-Fußballer beginnt am heutigen Freitagabend um 19 Uhr im Gasthof Post in Ohlstadt.

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