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Ex-SVO-Torjäger Maxi Rapp: In die Zukunft blicken, statt kicken - zwischen Monaco und Murnau

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Von: Andreas Mayr

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Breites Grinsen: Das Beraterteam von Ernst & Young – darunter Maximilian Rapp (2.v.l.) erhält vom früheren Bundespräsidenten Christian Wulff (3.v.l.) die Auszeichnung.
Breites Grinsen: Das Beraterteam von Ernst & Young – darunter Maximilian Rapp (2.v.l.) erhält vom früheren Bundespräsidenten Christian Wulff (3.v.l.) die Auszeichnung. FOTO: Privat © Privat

Zur Preisverleihung in Frankfurt kam Maximilian Rapp im grünen Anzug. Die lockigen Haare hatte er sich noch davor abrasiert.

Murnau – Damit verkörperte der Murnauer genau das, wofür ihn später der frühere Bundespräsident Christian Wulff auszeichnete: Innovation, Trendmanagement und als Mann mit einem extrem guten Riecher, was die Zukunft bringt. Bei Ernst & Young, kurz EY, dem globalen Netzwerk für Wirtschaftsprüfung und Beratung aller Art, leitet Rapp das Thema Innovationsberatung.

Einfacher erklärt: Er blickt mit seinen Kunden ein paar Jahre voraus und versucht zu erahnen, in welche Richtung sich die Wirtschaftswelt dreht. Für seine Arbeit bekam Rapp nun das renommierte Siegel des „Top Consultant“ verliehen. Damit gehört er deutschlandweit zu den besten Beratern in diesem Bereich.

Im Landkreis kannte man Rapp bisher als Fußballtorjäger des SV Ohlstadt sowie des SV Raisting. Während frühere Teamkollegen wie Bernhard Kurz noch immer beim SVO kicken, trifft man Rapp höchstens noch auf manchem Hobbykicker-Turnier an der Seite seines Bruders Sebastian. Sport habe nach wie vor einen großen Stellenwert in seinem Leben – doch der „hat sich massiv verschoben“. Es sind jetzt Bergtouren oder das eine oder andere Spiel beim Eishockey-Team der Murnau Allrounders, die ihn fordern. Mannschaftssport lässt sich mit seinem Job nicht vereinbaren. Vor Corona sah er pro Woche drei verschiedene Städte in Europa. In Monaco hält er als Professor drei Kurse im Fach Betriebswirtschaft. Bis vor wenigen Wochen lehrte er in Moskau. Doch diese Professur ruht fürs Erste – auf Rapps Wunsch.

Seit fünf Jahren leitet er bei EY den Bereich Innovationsberatung im Sektor Westeuropa. Das mag für den Laien sperrig klingen, tatsächlich aber fühlt der 35-Jährige in seinem Job ständig den Puls der Zukunft. Dazu ein paar Beispiele: Mit dem Spielwarenhersteller Lego baute er die Online-Plattform „Lego Ideas“ auf. Dort tummeln sich viele tausend Fans der bunten Bauklötze, entwerfen selbst Bauten. Falls die Modelle der Fans genügend Zustimmung der Lego-Gemeinschaft bekommen (10 000 Likes braucht’s), gehen sie in den Entwicklungsprozess. Die Schöpfer bekommen ein Prozent des Umsatzes, ihr Name steht auf der Verpackung. Fünf der zehn meistverkauften Lego-Produkte entstanden auf diesem Weg. „Das ist krass, das war ein Riesenschritt“, sagt Rapp. Mit dem DAX-Konzern Henkel simulierten er und seine Kollegen bereits 2017 ein Pandemieszenario und wie eine solch globale Seuche die Firma betrifft – Stichwort Hygieneartikel.

Eines der größten aktuellen Projekte führt Rapp in den Pharmabereich. Für ein Unternehmen, das sich auf Lungenkrebs-Patienten spezialisiert hat und das er nicht nennen kann, entwickelt EY gerade ein Modell, um bei Krebspatienten nach ihrer Diagnose besser anzudocken. Noch immer werden viele Betroffene mit den schrecklichen Nachrichten alleine gelassen, lesen dann im Internet Horrorgeschichten. „Die Frage, die wir uns stellen: Wie kriege ich die Menschen psychisch besser abgeholt“, sagt Rapp.

Seine Methoden haben die Jury um Wulff und Ranga Yogeshwar (aus dem Fernsehen bekannter Wissenschaftler) überzeugt. Im Gegensatz zu anderen Preisen wählen die Macher des „Top Consultant“ einen unabhängigen wie wissenschaftlichen Ansatz für die Auszeichnung. Fundament bildet eine anonyme Befragung von 25 Kunden. Das EY-Team schnitt am besten ab. Für Rapp und Co. ist das Siegel „extrem cool – das hat große Kreise gezogen“. (am)

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