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Ende einer Ära: Uffing verliert Neumeier und Staltmeier - Coach geht nach Benediktbeuern

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Von: Andreas Mayr

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Richtung Benediktbeuern: Coach Thomas Neumeier verlässt den SV Uffing am Saisonende und übernimmt fortan den Trainerposten beim Kreisklasse-Konkurrenten.
Richtung Benediktbeuern: Coach Thomas Neumeier verlässt den SV Uffing am Saisonende und übernimmt fortan den Trainerposten beim Kreisklasse-Konkurrenten. © ANDREAS MAYR

Natürlich ist es nur ein Zufall, dass sie gemeinsam abtreten. Aber auch einer, der zu ihren Laufbahnen, die sich doch seit drei Jahrzehnten immer wieder kreuzen, passt.

Uffing – Thomas Neumeier, Trainer beim SV Uffing, und Klaus Staltmeier, der Abteilungsleiter, hören im Sommer bei ihrem Heimatklub auf. Beide haben schon zusammen für den SVU gekickt und prägten zuletzt als Funktionäre den jüngsten wie erfolgreichsten Abschnitt der Klubhistorie.

Ihr Abschied ist in Uffing seit Monaten bekannt. Nun kam heraus, wohin es Neumeier zieht. Nach fünf Jahren als Coach der Ersten Mannschaft betreut er ab Juni den TSV Benediktbeuern in der Kreisklasse. „Ich hab’ natürlich Lust auf Fußball“, sagt der Tommi, wie ihn in Uffing jeder nennt.

Seinen Fußballern hat er vom neuen Posten erzählt. Sie sollten es von ihm persönlich erfahren. Denn wenn eine Charaktereigenschaft Neumeier auszeichnet, dann seine Ehrlichkeit. Der Wechsel zum Ligarivalen war daher auch kein großes Thema in der SVU-Kabine. „Jetzt ist für mich Uffing angesagt. Wir haben noch etwas zu tun. Und dem werde ich mein Herzblut schenken“, betont er. Im letzten Jahr soll der Klassenerhalt her, ehe sich der Rekordtrainer in den Tölzer Landkreis aufmacht. Keiner hat die Erste Mannschaft länger betreut. Kumuliert acht Jahre. Auch wenn ihm derlei Zahlenspiele nichts bedeuten. Neumeier ist ein Gewinnertyp, für den nur Siege zählen. Dieses Gen, sagt er, möchte er auch den Benediktbeurern einpflanzen.

Das Angebot des TSV erreichte ihn als eines von vielen. Gute Trainer, vor allem solche mit Überzeugungskraft, sind gefragt, zumal in der Region gleich reihenweise Posten frei werden. Als oberste Maxime bei der Auswahl galt für Neumeier: „Der Verein muss zu mir passen.“ Ihm sagte direkt zu, wie sehr sich der Beurer Vorstand um seine Person bemühte. Zudem ähnelt das Vereinsgebilde Neumeiers vorigen Stationen: Huglfing, Rottenbuch, Uffing – all diese Klubs zeichnen sich durch Kameradschaft aus. Von Anfang an sei man auf einer Wellenlänge gewesen. „Das war mir das Wichtigste.“ Per Handschlag besiegelten beide Seiten den Deal, der zunächst für ein Jahr gilt. „Wir müssen erst zusammenfinden“, sagt der Coach, der aber ein längerfristiges Engagement nicht ausschließt. Seine Frau erfuhr als erstes vom neuen Posten, gleich danach Freund und Wegbegleiter Staltmeier. In Benediktbeuern übernimmt Neumeier eine Mannschaft, die seit Jahren Tugenden wie Kampf, Kompaktheit und Kameradschaft auszeichnen. Über die einzelnen Spieler will er sich noch kein Urteil erlauben. Genauso bedeckt hält er sich, was die Ziele mit dem aktuell Vierten der Kreisklasse sein werden. „Ich werde nicht rübergehen und sagen: Für uns zählt nur der Aufstieg.“

Mit Neumeier bekommt der TSV einen Coach, der ein Team begeistern kann, gerade junge Kicker voranbringt. In Uffing baute er beharrlich eine A-Jugend zum Spitzenteam in der Kreisklasse aus, das 2019 gar den Sprung in die Kreisliga packte. Mit einem Umweg über die schon jetzt legendäre Relegation gegen Murnau, als im Rückspiel 2000 Menschen am Uffinger Sportplatz standen. „Das hat alles weit übertroffen, was wir uns vorstellen konnten.“ Aus der Niederlage habe man die Kraft für den Meisterlauf im nächsten Jahr geschöpft. Als souveräner Titelträger stieg der SVU erstmals in die Kreisliga auf – und in einem turbulenten Corona-Jahr aufgrund der Quotientenregel wieder ab. Mit Georg Kutter verlor der Klub seinen wichtigsten Mann. „Zu was das führen kann, sehen wir heuer.“ Uffing, als Favorit gehandelt, rutschte ins Mittelfeld ab. Im Sommer steht ein Neustart an – auf allen Ebenen. Davor aber schmeißen Neumeier und Staltmeier noch ein Ausstandsfest. Es soll wieder gefeiert werden beim SVU. Auch wenn es diesmal der Abschied von zwei honorigen Funktionären ist. Er werde stets ein Uffinger bleiben. Nur bei den direkten Duellen „schlagen zwei Herzen in mir“. (Andreas Mayr)

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