Doppelte Freude: Der SV Uffing traf in der 88. Minute sowie in der Nachspielzeit gegen Murnau.
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Doppelte Freude: Der SV Uffing traf in der 88. Minute sowie in der Nachspielzeit gegen Murnau. 

Ligapokal Kreisliga kompakt

SV Uffing dreht Partie gegen TSV Murnau / SV Ohlstadt bezwingt Lenggrieser SC 

  • vonOliver Rabuser
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  • Andreas Kögl
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SV Uffing dreht die Partie gegen den TSV Murnau und der SV Ohlstadt siegt gegen den Lenggrieser SC. Klarer Sieg für den SV Ohlstadt und ein starkes Comeback des SV Uffing.

Ohlstadt/Uffing – Souverän und unaufgeregt gegenüber überraschend und zugleich verdient. Die Partien in der Gruppe 2 des Fußball-Ligapokals hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während der SV Ohlstadt locker gewann, drehte der SV Uffing erst in den Schlussminuten das Derby gegen den TSV Murnau.

SV Ohlstadt – Lenggrieser SC 3:0 (2:0)

Eines vorweg: Es war in der Tat der SV Ohlstadt, der gegen den Lenggrieser SC antrat und ihn klar und deutlich niederrang. Eine unabdingbare Chronistenpflicht, da zwei Spiele in Folge ohne Gegentor ein absolutes Novum für die Ohlstädter Kicker sind. Aber im Ligapokal läuft’s für den SVO.

In allen drei bisher absolvierten Partien hatten die Mannen von Jan Tischer ihre starken Phasen. In zwei dieser Fälle sackelten sie drei Punkte ein. „Man merkt der Mannschaft die Lockerheit an“, kommentierte Tischer eine über weite Strecken sehr gefällige Partie seiner Schützlinge. Hinten agierte der SVO kompromisslos. Dadurch erarbeitete er sich das nötige Glück in den wenigen brenzligen Situationen. Drei waren es an der Zahl. Zweimal scheiterte Luis Jendrzej per Kopf, einmal schoss Leo Gerg knapp daneben. Ansonsten waren die Ohlstädter Herr der Lage. Bernhard Kurz erzielte das 1:0 nach starker Vorarbeit von Klaus Zach – dieses Mal als Außenverteidiger eingesetzt. Schon da fand Tischer großen Gefallen an der Unaufgeregtheit seines Teams.

Zur Pause nahm er mit Luis Steffl und Lukas Krippner zwei seiner Talente vorübergehend vom Platz, gönnte im Gegenzug Christoph Wäckerle das Debüt in der Ersten Mannschaft. Wäckerles Zeugnis: furchtlos im Zweikampf, rege am Spiel beteiligt und beinahe mit der Erfüllung des klassischen Neuling-Traums. Bedient vom nimmermüden Yannic Frey versuchte es Wäckerle aus zentraler Position – um zwei Handbreit schoss er über die Latte. Ins Gewicht fiel der Fehlversuch nicht, da Matthias Kaindl kurz darauf auf 2:0 stellte. In die Torschützenliste eingetragen hätte sich beinahe auch der wieder eingewechselte Krippner. Sein Versuch per Grätsche landete aber am Pfosten. Wenig später schaffte Steffl, der ebenso wieder mit von der Partie war, das, was Krippner nicht gelungen war. Der 20-Jährige chipte den Ball über den herauseilenden LSC-Keeper zum 3:0 in die Maschen. Coach Tischer betonte hinterher, er sei „sehr zufrieden“ mit seinen Youngstern.

SV Uffing –TSV Murnau 2:1 (0:1)

„Ich hab eigentlich schon nicht mehr daran geglaubt“, gesteht Thomas Neumeier nach Schlusspfiff. Und da war er nicht der Einzige. Auch einige der Zuschauer hatten wenig Hoffnung auf einen Sieg des SV Uffing: „Du wirst schon sehen, das verlieren sie wieder mit 0:1.“ Die Unkenrufe waren lange nicht unberechtigt, versiebten die Uffinger doch reihenweise beste Chancen. Am Ende sollte es aber doch noch anders kommen. Der gastgebende SVU drehte die Partie in den Schlussminuten.

Zu Beginn hatte das gänzlich anders ausgesehen. „Die ersten 20 Minuten waren wir irgendwie noch gar nicht auf dem Platz“, urteilte Neumeier. Entsprechend gingen auch die Gäste aus Murnau in Führung. Immer wieder probierten sie es über ihre rechte Seite mit langen Bällen in den Rücken der Abwehr. In Minute 19 mit Erfolg. Moritz Winkler sprintete die Außenbahn entlang und brachte das Leder mustergültig nach innen auf den mitgelaufenen Emilio Schmidt Cabrera – 0:1. „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Struktur in unserem Spiel“, schimpfte Neumeier.

Daraufhin beorderte der Coach Georg Kutter im Mittelfeld eine Position weiter nach hinten. Eine Maßnahme, die fruchtete. Fortan spielte sich das Geschehen immer mehr in der Murnauer Hälfte ab. Obwohl Kutter nun defensiver ausgerichtet war, ergaben sich gerade für ihn Möglichkeiten zum Ausgleich. Doch entweder scheiterte er an Murnaus Schlussmann Korbinian Neumaier, oder er verfehlte das Ziel knapp.

Sechs Minuten waren im zweiten Spielabschnitt absolviert, da ergab sich für Martin Flöß die wohl beste Chance für den Ausgleich. Er schoss völlig freistehend aus sechs Metern einen Murnauer an. Und weiter ging es mit Uffinger Chancen, die aber allesamt ungenutzt blieben. Dann brachen die letzten Spielminuten an.

Nach einer Flanke in den Murnauer Strafraum kam Kutter zum Kopfball, scheiterte aber am Querbalken. „Wir haben auch kein Glück“, haderte er am Boden liegend. Er berappelte sich gleich wieder, um bei der anschließenden Ecke erneut zur Stelle zu sein. Dieses Mal mit Erfolg. Am langen Pfosten tauchte er genau zum richtigen Zeitpunkt auf und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Da war er, der von den Uffingern lang ersehnte Ausgleich. Derart beflügelt ging es gleich weiter. Der nächste Angriff rollte. Erneut wurde Kutter bedient. Und er hatte das nötige Glück. Der Ball sprang vom Innenpfosten ins Netz. Der Jubel auf Uffinger Seite war entsprechend riesig, während Murnaus Trainer Tim Schmid gefragt war, um seinen Spielern etwas die Enttäuschung zu nehmen.

„Wir haben es einfach versäumt, ein zweites Tor nachzulegen, indem wir unsere Angriffe oft nicht vernünftig zu Ende gespielt haben“, analysierte der Coach. „Aber Uffing hat es sich heute auch absolut verdient. Sie wollten den Sieg einfach mehr als wir.“ Den Eindruck hatte auch sein Pendant beim SVU gewonnen: „Auch wenn es dann doch glücklich für uns war, insgesamt gesehen gibt es wohl keinen Zweifel daran, dass wir absolut verdient gewonnen haben.“ (Oliver Rabuser / Andreas Kögl)

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