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Gibt weiter die Kommandos: Thomas Neumeier verlängert beim Kreisligisten Uffing. 

„Ich bin positiv impulsiv“

Thomas Neumeier bleibt Trainer beim SV Uffing – Wunsch der Mannschaft

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Thomas Neumeier gilt als großer Verfechter der Drei-Jahres-Regel für Trainer. Er ist der Meinung: Länger als drei Spielzeiten sollte keiner eine Mannschaft im Amateurbereich betreuen.

Uffing – Ein Jahr zum Aufbauen, das zweite zum Festigen, ein drittes zum Perfektionieren. Danach brauche es neue Impulse, ergo neues Personal. Ansonsten treten sehr schnell sehr große Abnutzungserscheinungen auf beiden Seiten auf. Nun bricht Neumeier selbst mit seiner Maxime: Er bleibt für eine vierte Saison Trainer des SV Uffing. Vergangenes Wochenende einigten sich Mannschaft und Coach auf eine weitere Zusammenarbeit.

Der Uffinger hat sich umstimmen lassen. Von seinem Team, wie er betont. Die Kicker trafen sich zu einer internen Sitzung. Ohne Trainer. Jedes Mitglied äußerte seine Meinung frei von Zwängen und persönlichen Befindlichkeiten. „Ich wäre keinem böse gewesen, der Nein sagt“, stellt er klar. Aber eine große Mehrheit sprach sich für den Aufstiegs- und Meistermacher aus. „Für mich war das der springende Punkt.“ Nach wie vor hält er drei Jahre für die optimale Amtszeit eines Coaches. Die eigene Erfahrung habe ihm gelehrt, wie schnell sich Trainer abnutzen und die Stimmung innerhalb eines so anspruchsvollen Ökosystems, wie es eine Fußballmannschaft ist, kippen kann. Von Beginn seiner Amtszeit an plante er seinen Abschied für den Sommer 2020.

Doch nun, kurze Zeit vor dem Stichtag, findet Neumeier eine ganz andere Stimmungslage in Uffing vor. Statt ermüdete Fußballer trifft er einen motivierten Haufen an, der auf den Klassenerhalt hinarbeitet. Der Trainer mag ein alter sein – doch die Herausforderung ist eine neue. Über die Jahre gewöhnten sich die Uffinger ans Siegen und an die vorderen Plätze in der Tabelle. Nach dem Aufstieg wandelte sich ihre Ausgangslage. Sie sahen und spürten die harten Seiten des Geschäfts: Niederlagen, Frust, wütende Trainer, ausbleibende Zuschauer. „Die große Herausforderung ist, Negatives wegzustecken“, sagt der Coach. Doch dieses Uffinger Team erleichtere ihm die Arbeit, weil es mitzieht und auf „Stinkstiefel“ verzichtet beziehungsweise sie rechtzeitig rauswirft. Die Umstellung, die nicht nur einen neuen Blick auf die Tabelle beinhaltet, nennt er eine „spannende Sache“. Gelingt die Anpassung in der Rückrunde, „ist nach einer bestimmten Zeit mehr drin“.

Ein weiterer Grund, warum Neumeier so gut in Uffing ankommt, ist sein Stil und seine Wandlungsfähigkeit. Er sah sich stets als großen Motivator. Worte sind sein Werkzeug. Junge Männer erreicht er auf diesen Kanälen leichter als die alten. „Ich bin positiv impulsiv“, sagt der Uffinger. „Meine Art ist es, die Mannschaft zu pushen.“ Im Laufe der Jahre sei er deutlich ruhiger geworden. „Ich flippe nicht toujours aus.“ Nach mancher Niederlage ließ er den Laubbläser aus, wählte salbungsvolle Worte zur Wundheilung, fand einen Mittelweg. „Man lernt dazu und nimmt Neues auf.“ Der Tommy ist nicht mehr der Tommy von 2017. Und er hat sich noch nie für den bedeutendsten Mann im Uffinger Fußball gehalten. Zu seiner Verlängerung beim SVU sagt er: „Das ist nicht die wichtigste Nachricht für den SV Uffing.“ Diese angenehme Zurückhaltung kommt bei einem Dorfverein hervorragend an.

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